Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Seiten

DVA

Rezension „Wege, die sich kreuzen“ von Tommi Kinnunen

Verlagsinfo, Klappentext

„In einem Städtchen im Norden Finnlands, 1996. Lahja liegt auf dem Totenbett. Sie kann zurückblicken auf ein langes Leben, in dem sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte: das Fotografieren. Aber eines war ihr nicht vergönnt: körperliche Erfüllung. Ihr treu sorgender Ehemann Onni konnte ihr nicht geben, nach was sie sich sehnte – bis sie sich nach Jahren der unterdrückten Gefühle zu einer grausamen Tat hinreißen ließ. Erst nach ihrem Tod findet ihre Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden einen Brief, der die entsetzliche Wahrheit ans Licht bringt. Er erzählt von einer Familientragödie, die schon fast hundert Jahre zuvor mit Lahjas Mutter Maria ihren Anfang genommen hat.“

Seiten: 336

ISBN: 978-3-421-04771-7

DVA Verlag

Wege, die sich kreuzen von Tommi Kinnunen, Cover mit freundlicher Genehmigung von DVA Verlag

Wege, die sich kreuzen von Tommi Kinnunen, Cover mit freundlicher Genehmigung von DVA Verlag

In letzter Zeit habe ich ja eher das eine oder andere Sachbuch gelesen. Oft ging es um Frauengesundheit, Hormone oder Wechseljahre. Diese Bücher wäre alle sehr informativ und interessant, aber es hatte nicht viel mit Genuss oder Lesespaß zu tun…

Daher war es nun endlich mal wieder an der Zeit sich nach einen unterhaltsamen Buch umzusehen. Mit „Wege, die sich kreuzen“ habe ich mal wieder einen ganz besonderen Schatz gefunden.

Aber ich möchte im Vorfeld darauf hinweisen, dass man sich Zeit nehmen muss! Dieses Buch bedarf ein gewisses Maß an Ruhe, dies ist kein Krimi oder humorvoller Roman den man mal so eben nebenbei liest.

Die Geschichte die hier erzählt wird ist sehr intensiv und es wird eigentlich in jedem Kapitel in der Zeit gesprungen und dies nicht nur in eine Richtung 😉 Ich habe für mich meist nach einem Kapitel eine kleine Pause eingelegt um das Gelesene zu rekapitulieren. Jede Menge Bilder stürmen auf den Leser ein.

Tommi Kinnunen führt uns über ein Jahrhundert gesehen durch das Leben einer großen Familie die so ganz anders ist…

Der Einstieg in das Buch ist schon mal nicht ganz einfach, los geht es 1996 mit Lahja, sie ist auf dem letzten Weg und erinnert sich an „Stichpunkte“ aus ihrem Leben. Bei ihr sind ihr Sohn und dessen Frau. Obwohl alle viele Jahre unter einem gemeinsamen Dach lebten, hat Lahja ihre Schwiegertochter Kaarina immer gesiezt, nie ist ihr das Du über die Lippen gekommen.

Nun kommt der erste große Sprung in die Vergangenheit. 1895, hier treffen wir Maria, eine starke Frau. Sie ist Hebamme, allerdings ist es nicht leicht für sie, da jedes Dorf so seine eigene Wehmutter hat, die zu Geburten herbeigerufen wird. Es ist nicht leicht für Maria hier zu bestehen, aber dann wird sie zu einer schwierigen Geburt geholt und kann sich mit ihrem Einsatz den Respekt ihrer Mitmenschen erarbeiten. Maria ist eine starke Persönlichkeit und wir begleiten sie auf ihrem Weg. Sie leistet sich als erste im Dorf ein Fahrrad. Ich habe es richtig vor meinem Auge gesehen, wie sich Maria mit den ersten Metern abgemüht hat, doch sie hat nicht aufgegeben und das Fahren schnell erlernt.Sie kauft eine kleine Kate, anfänglich belächelt von den übrigen Dorfbewohnern gelingt es ihr Raum für Raum, Zimmer für Zimmer an ihr Haus zu bauen. Ihre Tochter Lahja kommt zur Welt und auch hier geht Maria mit Lahja ihren Weg alleine ohne Vater weiter.

Der Autor springt immer wieder in den Jahren vor oder zurück, man sieht die jeweilige Jahreszahl immer in der Kapitelüberschrift, dies macht die Orientierung leicht.

Auch Marias Tochter Lahja ist eine starke Persönlichkeit, allerdings ist ihr im Gegensatz zu der Mutter die Meinung ihrer Mitmenschen schon wichtig. Dank ihres Durchsetztungsvermögens  lernt sie den Beruf des Fotografen. Sie lebt mit ihrem Mann Onni und den drei Kindern mit Maria unter einem Dach bis sie alle 1944 das Haus verlassen müssen. Der Krieg hat auch in Finnland Einzug gehalten. Nach dem der Krieg zu Ende ist baut Onni das abgebrannte Haus wieder auf und alle drei Generationen wohnen unter einem Dach. Dies ist keine leichte Konsultation. Maria ist körperlich und geistig nicht mehr die, die sie vor dem Krieg war. Auch bei Onni sitzen die Schatten des Krieges tief. Er versucht den Kindern nach wie vor ein liebender Vater zu sein, aber glücklich ist er nicht.

Ich denke man kann an diesen wenigen Zeilen schon erahnen, das Tommi Kinnunen hier keinen leichten, seichten Unterhaltungsroman erschaffen hat. Dieses Buch ist sehr anspruchsvoll und intensiv. Es ist einfach ein wunderbares Werk welches sich tief einbrennt.

 

~BL

Rezension „Acht Berge“ von Paolo Cognetti

Verlagsinfo, Klappentext

„Eine unerschütterliche Freundschaft. Ein Aufbruch ins Ungewisse. Die Sehnsucht nach Heimat

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben?

Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod.“

ISBN: 978-3-421-04778-6

DVA Verlag

 

Acht Berge von Paolo Cognetti, Cover mit freundlicher Genehmigung von DVA Verlag.

Acht Berge von Paolo Cognetti, Cover mit freundlicher Genehmigung von DVA Verlag.

 

Zuerst möchte ich hier über das wunderschöne Cover sprechen. Auf dem Bild hier kommen die Details leider so gar nicht wirklich zur Geltung. Der Einband fühlt sich toll an, so strukturiert und weich. Der Sternenhimmel über den Bergen leuchtet den Betrachter so richtig an. Ein Schmuckstück welches sich nicht nur im Buchregal verstecken sollte! Meines steht quer im Regal damit man das Titelbild bewundern kann 🙂

Ich habe vorher noch kein Buch von Paolo Cognetti gelesen, auch bin ich noch nie in den Bergen gewesen.

Dieser Roman ist in einer sehr schönen und angenehmen Sprache verfasst und hat mir einen kleinen Einblick in die Berge ermöglicht. Aber dieses Buch ist einfach noch so viel mehr.

Eingeteilt in drei verschiedene Teile, „Berge der Kindheit“ , „Haus der Versöhnung“ und „Winter eines Freundes“ erlesen wir das Leben von Pietro. Wir begleiten die Hauptfigur durch die Kindheit in das Erwachsen werden. Teilweise leise und sanft, zuweilen geht es aber doch laut und turbulent einher.

Für mich hat sich das Buch nicht mal so einfach nebenbei lesen lassen, ich habe gemerkt dass ich mich schon ganz und gar darauf einlassen muss und möchte. Sonst stört mich nicht, wenn der Fernseher an ist, oder mein Mann nebenbei ein Computerspiel spielt. Bei Acht Berge war mir Stille und alleine sein irgendwie ganz wichtig.

In jedem Abschnitt kommt man Pietro etwas näher, jeder Abschnitt ist ein wenig intensiver. Ich habe aus dem Buch so viel herausgelesen…Liebe, Familie, Freundschaft und dann ging es ganz tief rein…

Am Ende habe ich noch lange über das Werk nachgedacht.

Was habe ich mitgenommen?

Man muss seine Zeit nutzen und versuchen das Beste aus seinem Leben zu machen.

Familie ist ein hohes Gut und man sollte versuchen so viel und so gut wie möglich beisammen zu sein.

Ohne Freunde ist das Leben nicht wirklich toll.

Oft kommt es anders, wie man es sich wünscht und doch ist vieles vielleicht genau so richtig.

Ich möchte dieses Buch wirklich sehr gerne empfehlen, es ist inhaltlich und optisch eine wahre Augenweide.

 

~BL

 

Rezension „Welche Medizin wollen wir?“ von Michael de Ridder

Verlagsinfo, Klappentext

„Patientenwohl und Empathie statt Cash flow, Fallpauschale und Bettenpolitik

Die Medizin ist einem Wandel unterworfen. Das Wohl des Patienten ist aus dem Blickfeld geraten, stattdessen wird ärztliches Handeln mehr und mehr von ökonomischen Vorgaben geleitet. Auf der Strecke bleibt dabei vor allem die Zeit: Zeit für ein Gespräch, Zeit für Zuspruch in der Einsamkeit schwerer Krankheit, Zeit für die Erläuterung von Eingriffen, Zeit für die Bewältigung von Angst.“

304 Seiten

ISBN: 978-3-421-04624-6

DVA

Welche Medizin wollen wir? von Michael de Ridder, Cover mit freundlicher Genehmigung von DVA

Welche Medizin wollen wir? von Michael de Ridder, Cover mit freundlicher Genehmigung von DVA

Auch ich habe bereits das eine oder andere mal das Gefühl gehabt, das man als Patient nicht mehr wirklich wahrgenommen wird. Daher hat mich dieser Titel eigentlich sofort angesprochen. Man hat ja leider eher selten die Möglichkeit die medizinische Versorgung auch mal aus der Sicht eines Arztes zu hören.

Als erstes möchte ich schon mal sagen, dass sich das Buch gut und flüssig lesen lässt. Die Sprache ist gut verständlich und auch als medizinischer Laie kann man dem Verlauf des Buches wunderbar folgen.

Man wünscht sich wirklich im Falle eines Falles auf solch einen Mediziner zu treffen!!!

An vielen Stellen hat mich das Buch wirklich erschreckt. Das in unserem medizinischen Betrieb nicht alles zum Besten steht, war mir ja eigentlich vor dem Buch schon irgendwie klar, aber wenn man dann doch mal so einen direkten Blick hinter den Klinikalltag  werfen darf, ist dies schon schockierend. Wie kann ich als Patient sicher sein, das diese oder jene Op wirklich nötig und sinnvoll ist? Vielleicht ist ja gerade nur der wirtschaftliche Faktor für die Klinik der Beweggrund 🙁

Ich kann schon verstehen, das eine Klinik auch aus wirtschaftlicher Sicht funktionieren soll, aber grundsätzlich sollte doch der Patient das wichtigste sein!!!

Viele Fallbeispiele die Michael de Ridder hier aus seiner eigenen Erfahrung berichtet sind wirklich sehr erschreckend.

Diese erwähnten Beispiele wurden von Michael de Ridder aber in so einer angemessenen Weise beschrieben und geschildert. Sehr sensibel geht er mit ihren Geschichten um und man spürt sehr deutlich mit welchem Engagement und mit welcher Liebe der Autor hinter seinem Beruf steht.

Sehr spannend waren für mich die Passagen in denen der Autor seine eigene Krankheitsgeschichte erzählt.

Ich finde dieses Buch durchaus sehr lesenswert und es öffnet mir schon ein wenig den Blick. Ich fühle mich nun deutlich informiert und würde bestimmt im Notfall das eine oder andere Hinterfragen.

Bewertung: 4 Sterne

~BL

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