Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Tatjana Kruse (Autorin)

Foto Tatjana Kruse - Copyright by Jürgen Weller Fotografie

Foto Tatjana Kruse - Copyright by Jürgen Weller Fotografie

NameTatjana Kruse
Link www.tatjanakruse.de
Geburtsjahr oder Altersteinalt
WohnortSchwäbisch Hall / Hamburg
BuchtitelAktueller Buchtitel: “Gestickt, gestopft, gemeuchelt” (Knaur 2013)
GenreCrime Comedy, Regionalkrimi, Frauenkrimi mit Männerheld
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Als Spätberufene, aus einer Laune heraus, dann aber ganz schnell konsequent mit dem Wunsch, einen Beruf daraus zu machen.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Jaaaaaa - Krimis, Krimis, Krimis!
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Vor etwas über zehn Jahren.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Hin und wieder versuche ich es - wie mit meinem Frauenroman “Jeder Mann ein Treffer” (Knaur) -, aber tief im Innern weiß ich, dass ich fürs Verbrechen geboren wurde...
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich brauche erstmal Kaffee, viel Kaffee. Dann noch mehr Kaffee. Dann setze ich mich an den Laptop und schreibe. Gern auch in Cafés - ich finde das Stimmengemurmel im Hintergrund meditativ beruhigend. Und dann habe ich jeden Tag ein festes Pensum, d.h. eine feste Seitenzahl, die es zu erfüllen gilt. Um mich herum muss man sich ein Meer an Klebezetteln vorstellen, auf denen ich alles Wichtige zu Plot und Figuren notiert habe, und natürlich gehen zwei Drittel der Arbeitszeit dafür drauf, in diesem Zettelmeer genau den Zettel zu finden, den ich gerade suche. Seufz.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Ganz genau. Ich beobachte scharf und mache mir Notizen, und wer nicht nett zu mir ist, kommt als Verdächtiger ins nächste Buch... ;-))
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Als Krimiautor schreibt man in aller Regel Serien, die Protagonisten stehen also ab dem ersten Buch schon fest, und es kommen nur immer wieder neue Bösewichte hinzu. Das hat etwas Familiäres, und bei jedem neuen Buch gibt es erstmal ein großes Hallo und viele fiktive Umarmungen.

8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Die Frage ist nicht, wie lange ich brauche, die Frage lautet, wie lange mir die Verlage dafür Zeit geben. Ich lebe ja vom Schreiben, d.h. ich bin Auftragskillerin und töte auf Verlangen - und auch erst, wenn ich einen unterschriebenen Verlagsvertrag habe.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Ja, immer noch und immer wieder. Für diesen Nervenkitzel macht man es - für diesen einen Moment, kurz bevor ein neues Universum geschaffen wird. Absolut unbeschreiblich.
p.s.: Das Gefühl ebbt in der Regel spätestens nach dem dritten Satz ab, wenn die Selbstzweifel und die Zweifel am Buch und an der Sinnhaftigkeit des Lebens im Allgemeinen einsetzen.

10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Schreibt wirklich irgendjemand absichtlich für die Schublade? Man schreibt doch immer für andere, wenn man es nur für sich selbst täte, müsste man es ja nicht aufschreiben - ist ja alles im Kopf. Wer Schriftsteller wird, hat etwas zu sagen, und will, dass andere es hören. Die Antwort lautet also: von Anfang an.

11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Wirklichen Einfluss haben nur Top-Autoren mit Bestseller-Ranking. Aber natürlich sind meine Verlage höflich und fragen: “Wärst du mit diesem oder jenem Vorschlag einverstanden?” Eine - wenn man’s mal austestet - rein rhetorische Frage. In aller Regel bin ich aber zufrieden - in die mörderischen Gartenzwerge auf den Covern meiner Seifferheld-Reihe habe ich mich richtiggehend verliebt. Und ich hatte bei drei meiner Bücher das große Glück, dass Carsten Tiemessen die Cover gestaltete, den ich einfach großartig finde.

12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Schreiben ist mein Beruf und da darf man von einem Acht-Stunden-Tag ausgehen. Minimum.
13) Mögen Sie Hörbücher?
Ui, das hängt ganz doll vom Sprecher bzw. von der Sprecherin ab. Bei Stimmen bin ich eigen. Nein, wenn ich ehrlich bin, lese ich am liebsten selbst.
14) Was denken Sie über eBooks?
Ich liebe eBooks - als Ergänzung zu Büchern, wohlgemerkt, die man ganz klassisch anfassen und riechen kann, in die man Eselsohren knicken und Kaffeeflecken klecksen kann. Für unterwegs habe ich aber immer ein paar eBooks auf dem Smartphone dabei.
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Verrücktes Huhn.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Hat ein Klempner eine Klempnerblockade? Ein Chirurg eine OP-Blockade? Ich halte Schreibblockaden für überbewertet. Natürlich haben wir alle mal einen schlechten Tag. Dann muss man die Ergüsse hinterher eventuell entsorgen, weil sie nichts taugen. Aber Schriftsteller schreiben!
Wenn einem gar nichts aus den Fingern rinnt, womöglich über Wochen oder gar Monate, dann ist man definitiv kein Profi. (Meinen ersten ‘witzigen’ Seifferheld-Krimi musste ich schreiben, als gerade meine Mutter gestorben war - soviel zu dem Argument, es gäbe einen guten Grund für die Blockade: es gibt keine Gründe, nur Ausreden.) Und falls man das Schreiben nur als Hobby betreibt, ist es ja egal, wenn mal Flaute herrscht.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Hüstel, wie gesagt, das Schreiben ist mein Beruf, nicht mein Hobby. In meiner Freizeit interessiere ich mich für Ägyptologie, Anthropologie, Psychologie und - ja, doch - auch für einige Dinge ohne -ologie am Wortende.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
“Gaudy Night” von Dorothy Sayers. Nur im Original, nur als Buch.
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Ich würde gern bis an mein Lebensende schreiben und gelesen werden. Und mit 110 möchte ich vor dem flackernden Kamin auf einem unechten Eisbärenfell in den Armen meines achten Ehemannes sterben, der daraufhin so deprimiert ist, dass er sein Studium abbrechen muss... ;-))


Gruss an Monica & Nicole

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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2 Kommentare zu Tatjana Kruse (Autorin)

  • Cappuccino-Mama sagt:

    Schwäbisch Hall – bei mir ums Eck – zumindest fast! *grummel* – Ich muss wirklich mal ein (oder mehrere Bücher von Tatjana lesen! – Unbedingt!)

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

  • Carsten sagt:

    Liebe Tatjana!

    Ich bin vorhin zufällig auf dieses Interview gestoßen – und danke dir ganz herzlich für deine freundlichen Worte!
    Ich würde mich freuen bald wieder einmal etwas für eines deiner Bücher machen zu können!

    Und ich drück´dir natürlich ganz doll die Daumen für deine Zukunftspläne 😉

    Herzliche Grüße – Carsten

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