Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Richard Dübell (Autor)

Foto: Richard-Dübell, Copyright by Andreas Heidt

Foto: Richard-Dübell, Copyright by Andreas Heidt

NameRichard Dübell
Linkwww.duebell.de
Geburtsjahr oder Alter1962
WohnortBayern
BuchtitelAktuell: Die Pforten der Ewigkeit
GenreHistorische Romane
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Als Kind war ich eine begeisterte Leseratte und ein Tagträumer, der sich endlose Szenarien ausdenken konnte. Als ich mit dem Perry-Rhodan-Universum in Berührung kam, entdeckte ich die Möglichkeit, an Kurzgeschichtenwettbewerben des Verlags teilzunehmen, und goss meine erfundenen Szenarien in Stories. Mit zwei davon gewann ich jeweils den ersten Preis. Danach arbeitete ich jahrelang im Perry-Rhodan-Fandom als Autor, Grafiker, Redakteur und Lektor für verschiedene Fan-Magazine.
Mit dem Eintritt in die Berufsausbildung geriet mir das Schreiben ein wenig aus dem Blickfeld. Einige Zeit versuchte ich, meine kreative Ader mit Fotografie, Grafik und Malerei auszuleben und hatte auch kleinere Erfolge, aber irgendwie war das alles nicht das Richtige. Schließlich erinnerte ich mich wieder an meine Schreibleidenschaft und nahm mir vor, einen Roman zu verfassen. Dieser Roman öffnete mir die Türen zu den Verlagen und machte es mir möglich, zu meiner Passion, dem Geschichtenerzählen, zurückzufinden.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ich suche mir meinen Lesestoff weniger nach Genres als vielmehr nach Autoren. Zu meinen Favoriten gehören (ohne Reihenfolge) Terry Pratchett, George MacDonald Fraser, Michael Crichton, Robert Harris, Raymond Chandler, T.C. Boyle, Ernest Hemingway, John Steinbeck, Ephraim Kishon, Rudyard Kipling, Bernard Cornwell, Stephen King, Ken Follett, Tom Wolfe, David Sedaris, Martin Cruz Smith, Roald Dahl.
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

Oh, das hab ich jetzt schon unter Frage 1 beantwortet. Sorry.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Natürlich. Es kommt mir nicht auf das Genre an, sondern darauf, ein gutes Thema zu finden und eine tolle Geschichte darüber erzählen zu können. Jedes Genre hat seine Vorteile. Im historischen Roman kann man breite, bunte Abenteuergeschichten erzählen, in denen die Figuren überlebensgroße Charakterzüge aufweisen und großartige, heldenhafte Dinge tun. In modernen Settings, wie Krimis oder Horror, kann man eine direkte Verbindung zu aktuellen oder sozialkritischen Themen einbauen (Stephen King und Raymond Chandler sind Glanzbeispiele für diese Kunst) und trotzdem ein atemberaubend spannende Story entwickeln. Befasst man sich mit Fantasy und Science Fiction, kann man völlig frei erfundene Welten dazu nutzen, unserer Gesellschaft einen fantastisch übertriebenen, aber dennoch extrem scharfen Spiegel vorzuhalten (Terry Pratchett fällt mir dazu als Erster ein).

Ich persönlich entwickle mich derzeit in Zusammenarbeit mit dem Ullstein Verlag in Richtung moderner Krimi; mein erster Versuch, ALLERHEILIGEN, erscheint im Mai 2013. Mit Ravensburger zusammen denke ich bei meinen Jugendbüchern darüber nach, einmal das Reich der Fantasy zu betreten. Bei Lübbe veröffentliche ich nach wie vor meine historischen Romane, und Boje/Baumhaus hat mir Verträge für Kinderbücher angeboten.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?

Ich schreibe sofort in den PC; nur wenn es darum geht, ganz besonders pointierte Dialoge zu schreiben, greife ich zum Füller. Das Notizbuch als ständigen Begleiter gibt es bei mir nicht, stattdessen halte ich meine Gedanken mit der Diktierfunktion meines Handy fest oder auf dem nächstbesten Zettel, den ich finde. Dabei habe ich ein paar wunderschöne Notizbücher zu Hause, die ich geschenkt bekommen habe. Ich fürchte, in dieser Hinsicht bin ich einfach zu undiszipliniert – ich vergesse immer wieder, die Dinger einzustecken.

Ein Ritual habe ich nicht, außer man betrachtet meine Marotte, mit laut aufgedrehter Filmsoundtrack-Musik zu schreiben, als eines.

Was ist mir wichtig? Mir die Freude am Schreiben zu erhalten, weil wie bei jedem guten Handwerk die Qualität des Produkts leidet, wenn man missmutig oder unmotiviert an die Arbeit geht.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Das ist schwer zu bestimmen. Meistens interessiert mich ein Thema, sagen wir z.B. die Frage „Wo gehöre ich im Leben hin?“ – diese Frage versuche ich dann im Rahmen eines Romans zu bearbeiten. Manchmal ist es aber auch eine bestimmte menschliche Leistung in einer Epoche, wie z.B. der Geist zisterziensischer Klosterarchitektur in meinem Roman DIE PFORTEN DER EWIGKEIT oder ein tatsächliches historisches Artefakt, wie in meiner TEUFELSBIBEL-Trilogie.
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Wenn ich das Thema gefunden habe (s. Punkt 6), überlege ich, mit welcher Geschichte ich dieses Thema am besten erzählen könnte.
Wenn wir beim Beispiel „Wo gehöre ich hin?“ bleiben wollen – die Suche nach dem eigenen Platz im Leben ist eine ständige Bewegung von hier nach dort, ein Weg, der beschritten werden will. Also lässt sich so ein Thema ganz gut als „road movie“ erzählen.
Aber wenn nur die Protagonisten irgendwohin unterwegs sind und der Rest statisch bleibt, entwickeln sich keine reizvollen Konflikte. Die besten Konflikte entstehen dann, wenn alle unterwegs sind und sich dabei begegnen, die Wege kreuzen oder sich auch gegenseitig behindern. Es folgt: ich brauche ein Setting, in dem alles in Bewegung ist.

Nun tritt das Dilemma des historischen Autors ein, der sein Genre ernst nimmt. Es muss eine Epoche gefunden werden, in der sich dieses Thema auch historisch stimmig erzählen lässt. Die Frage „Wo gehöre ich hin?“ hätte sich der Mensch des Mittelalters nicht gestellt. Er mochte zwar nicht glücklich sein mit seinem aktuellen Platz im Leben, aber er war überzeugt, dass alles einem übergeordneten Plan folgte und er nicht dagegen aufbegehren sollte. Der Individualismus ist zum großen Teil ein Kind des Spätmittelalters und der Renaissance.
Zur Zeit der Renaissance jedoch gibt es eine Gegend, in der ein Vierteljahrhundert lang alles in Bewegung ist: Oberitalien zwischen 1500 und 1525. Söldnerheere ziehen durch das Land, die Zivilbevölkerung ist ständig auf der Flucht und die Soldaten ständig unterwegs. Räuberhorden und Gruppen von Deserteuren versuchen die einen zu überfallen und den anderen auszuweichen.
Es folgt: die Geschichte soll im Oberitalien im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts spielen.

Jetzt erst entwickle ich die Figuren. Jede neue Geschichte braucht neue Figuren, die nur mit ihnen funktioniert. Ich bin ein Feind von stereotypen Charakteren, die in beliebigen Geschichten agieren, die wiederum nur deshalb im Mittelalter spielen, weil das gerade schick ist. Bei mir muss alles zusammenpassen – der Ort, die Epoche, das Thema, die Romanhandlung, die Charaktere. Alles beeinflusst alles, aber am meisten beeinflussen die Charaktere den Fortgang der Geschichte. Die Figuren bestimmen die Handlung, und die Handlung bestimmt die Figuren. Ab diesem Punkt bin ich nicht mehr allein derjenige, der die Geschichte weitererzählt – meine Romanfiguren helfen mir dabei.
Immer noch mit einem Auge auf der historischen Stimmigkeit, denke ich über meine Story weiter nach. Welche Gruppen sind in der von mir gewählten Gegend in der von mir gewählten Epoche in Bewegung? Soldaten, Deserteure, Räuber und die fliehende Zivilbevölkerung. Dazwischen die Vertreter der Kirche, die mehr oder weniger halbherzig zu helfen versuchen, und die Milizen der reichen Stadtrepubliken, die für Ordnung sorgen oder wenigstens das Chaos zu Gunsten ihrer Auftraggeber nutzen wollen. Die Drahtzieher dieser humanitären Katastrophe sitzen weit weg: die Herrscher der Königreiche, die Oberitalien als Aufmarschgebiet missbrauchen, der Papst, der den Kirchenstaat vergrößern will, die reichen Kaufleute und Stadtherzöge, die die Söldner bezahlen. Mein Personal muss also aus denen bestehen, die wirklich in diesem Hexenkessel umherirren, und nicht aus den oberen Zehntausend.

Wie lässt sich nun ein Konflikt erstellen? Weitere Recherche hilft (es muss ja alles im historischen Kontext bleiben!!) und bringt die Erkenntnis, dass die meisten Räuberhorden ihr Auskommen damit hatten, Leute zu entführen und Lösegeld zu verlangen. Wenn nun also eine Figur ins Spiel kommt, die versucht, einen Entführten zu befreien, haben wir schon den ersten Konflikt. Wenn der Möchtegernbefreier überhaupt erst dran schuld ist, dass der Entführte den Räubern in die Hände gefallen, haben wir einen internen Konflikt in dieser Figur. Und wenn der Entführte eine Frau und der Räuberhauptmann charismatisch ist und die Entführte auf dem Weg in ein Leben war, das sie gar nicht wollte und deshalb gar nicht mal so unglücklich mit ihrer neuen Lage ist, kollidieren Wünsche und Ziele der Charaktere aufs Feinste. Jetzt noch ein paar Einflüsse von außen … sagen wir, die Räuber werden ihrerseits gejagt und sind gar nicht die eigentlichen Bösewichte, sondern fliehen vor einem viel schlimmeren Antagonisten … nehmen wir noch einen Vertreter der Ordnungsmacht hinzu, der die Situation missversteht und daher zu einem Gegner des Protagonisten wird, obwohl er nur das Gute will …

Mit all diesen Überlegungen hat man schon 75 % der Story entwickelt, das meiste davon aus den Charakteren heraus. Und damit man sieht, dass dies keine Luftnummer ist: so haben meine Überlegungen für DIE BRAUT DES FLORENTINERS begonnen, nach wie vor einer meiner Lieblingsromane.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Ich mache das an einem ganz aktuellen Beispiel fest. Für DER LETZTE PALADIN habe ich gute zwei Wochen intensiver Recherche im Internet, in meinem Archiv und diversen Bibliotheken zugebracht. Weitere zwei Wochen gingen für die Reisen an die Hauptschauplätze der Handlung und Gesprächen mit Archivaren und Historikern an diesen Orten drauf. Natürlich war damit die Recherche noch nicht beendet, aber der Rest lief quasi nebenher, wenn ich beim Schreiben auf Dinge stieß, über die ich noch nicht genügend wusste, und dann Telefonate führte, Fachbücher wälzte und die eine oder andere Kurzreise unternahm. Einen Monat widmete ich der Arbeit am Exposé. Die reine „Schreibzeit“ am Manuskript betrug vier Monate, weitere sechs Wochen die Korrektur und das Einarbeiten der Rückmeldungen meiner Probeleser. Im September 2012 war das Buch fertig, im März 2013 erschien es bei Lübbe als Hardcover.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Da stellt sich die Frage: welcher ist der erste Satz? Der, mit dem man den ersten Funken der Idee festhält, die später zum Roman führt? Der, mit dem das Exposé beginnt? Tatsächlich hat man, wenn man den ersten Satz des Manuskripts schreibt, schon so viel Zeit mit der Geschichte verbracht, dass es einem gar nicht mehr vorkommt, als würde man jetzt mit dem Roman beginnen. Eher habe ich zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, den „ersten Satz des Endes“ zu schreiben (was ja von der Schreibtheorie her auch zutrifft, denn mit dem ersten Satz steuert die Geschichte bereits auf ihr Ende zu!); da verspüre ich eher Befriedigung und Freude, dass es jetzt mit dem Geschichtenerzählen richtig losgeht, und weniger Aufregung.

10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Den Wunsch hat mal als Autor wohl fast immer. Ich habe nur wenige Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die als Selbsttherapie und für die Schublade schreiben wollten, aber natürlich gibt es das auch und ist völlig legitim. Ich wollte ich schon damals als Autor im Perry-Rhodan-Fandom, dass möglichst viele Menschen meine Geschichten lesen. Wenn man eine Geschichte geschrieben hat, ist sie nur zur Hälfte fertig. Ganz fertig ist sie erst, wenn jemand sie gelesen hat.

11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Man gibt als Autor einen Titel vor, aber der ist oft eher poetischer oder sinnfälliger Natur und beachtet nicht, dass ein Buchtitel in erster Linie ein Verkaufsargument ist. Da scheiden sich nun die Geister, weil vom Verlag auch schon mal ein griffig klingender Titel ausgewählt wird, der dann mit dem Inhalt des Buchs gar nichts zu hat.
Am auffälligsten war das in meinem Fall bei dem Roman IM SCHATTEN DES KLOSTERS. Dabei handelt es sich um eine leichtherzige, ironische Krimikomödie, die mit Schatten nicht viel zu tun hat; das besagte Kloster ist auch kein düsterer Ort, sondern die geliebte Heimat eines der Protagonisten. Mein Originaltitel lautet SANKT ALBOS GRÖSSTES WUNDER, aber zu dem wollte sich beim Vertrieb meines Verlags niemand bekennen.
Ich hätte natürlich meinen Titel durchdrücken können, doch das geht dann immer auf Kosten der Motivation im Verlagsvertrieb. In der Regel einigt man sich in mehreren Runden, wenn dem Autor der Gegenvorschlag des Verlags überhaupt nicht gefällt. Bei IM SCHATTEN DES KLOSTERS habe ich einfach zu schnell nachgegeben.

Das Coverbild bekommt man zu einem Zeitpunkt vorgestellt, an dem noch Änderungen möglich sind, aber auch hier gilt wie oben, dass man als Autor ohnehin eine ganz andere, inhaltlich geprägte Vorstellung davon hatte. Da lasse ich den Verlag in der Regel machen, und bislang habe ich das auch nur insgesamt zweimal bereut – bei fünfzehn veröffentlichten Büchern ein recht anständiger Schnitt, denke ich.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Für mich ist Schreiben Handwerk, also gehe ich mit handwerklicher Professionalität daran. Ich schreibe täglich von ca. 08.00 bis 14.00 Uhr und abends auch noch zwei, drei Stunden und lasse auch das Wochenende nur selten aus. Die Nachmittage gehören meiner Familie und ab und zu meinem Lieblingssport (Joggen und Schwimmen). Ich halte mich aber nicht sklavisch an diese freien Zeiten – wenn mich die Muse küsst, setze ich mich auch nachmittags hin und schreibe, und sicherheitshalber begleitet mich mein Laptop auch in jeden Urlaub. Das ist manchmal lästig für meine Familie, doch dafür bin ich auch wochentags Zuhause und kann im Endeffekt viel mehr Zeit mit meinen Lieben verbringen als in meinem früheren Leben in der Wirtschaft.

13) Mögen Sie Hörbücher?
Ja – aber leider sind die meisten deutschen Hörbücher gekürzt, weil man den Hörern nicht zutraut, einer Geschichte zu folgen, die sich über mehr als 8 CDs hinzieht. Natürlich spielt dabei auch der Preis eine Rolle – 20 CDs sind halt teurer herzustellen als 8. Warum man nicht mehr auf Downloads setzt, statt die CD-Päckchen auf den Markt zu werfen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich höre viele englische Original-Hörbucher, die sind so gut wie nie gekürzt. Zu meinen Lieblingssprechern gehören Stephen Briggs und Nigel Planer.

14) Was denken Sie über eBooks?
Ich habe keine Berührungsängste davor und finde die Riesendiskussion darüber genauso überflüssig wie in den Fünfziger Jahren das Geheule wegen der Paperbacks. Wichtig ist, dass gelesen wird – ob vom Papier oder vom Monitor, ist mir grundsätzlich egal.
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Ach herrje – als ein Mensch, dem es schwer fällt, sich selbst zu beschreiben?
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Bisher habe ich solche Phasen noch nicht durchlitten, höchstens mal ein, zwei Tage Unsicherheit, wie eine bestimmte Szene (deren Inhalt bereits feststand) sich am besten erzählen ließ. Da ich meine Exposés intensiv ausfeile, habe ich nie das Problem, dass ich bei meiner Geschichte mal überhaupt nicht weiterwüsste.
Ansonsten empfehle ich, wenn es mal gerade nicht weitergeht, sich die vorhergehenden Seiten vorzunehmen und zu korrigieren. Man kann auch ein paralleles Projekt beginnen und sich dem so lange widmen, bis die Muse wieder bereit ist, an der ursprünglichen Geschichte weiterzuarbeiten.
Sich ganz vom Schreiben zurückzuziehen in diesen Phasen empfehle ich nicht. Man baut dadurch eine unbewusst eine riesige Schwelle in sich auf, die das Zurückkehren an den Schreibtisch extrem schwer macht.

17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?

Ich liebe die Sportarten Joggen und Schwimmen und interessiere mich immer noch für Fotografie, Grafik und Malerei. In meiner Heimatstadt Landshut biete ich Erlebnis-Stadtführungen durch die mittelalterliche Geschichte an, die man sich als Theater in Bewegung vorstellen muss, bei dem Schauspieler Szenen vorspielen, in Interaktion mit dem Publikum treten oder sich mit mir, dem Stadtführer, auseinandersetzen. Seit letztem Jahr produziere ich mittelalterliche Krimibankette auf der Landshuter Burg, führe dort Regie und bin auch in einer Doppelrolle zu sehen. Und wenn alles gut geht, stelle ich ab Sommer 2013 eine kleine Konzertreihe mit der Mittelalter-Rockband TOTUS GAUDEO auf die Beine.

18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Oje, das ändert sich immer wieder mal. Bleibenden Eindruck hat das Buch „Stein und Flöte“ von Hans Bemmann bei mir hinterlassen. Wenn ich davon ausgehe, welches Hörbuch ich immer wieder mal auflege, würde „Monstrous Regiment“ von Terry Pratchett, gesprochen von Stephen Briggs, das Rennen machen.

19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Ich wünsche mir gar nicht so viel, und ich will hier auch gar nicht solche globalen Wunschvorstellungen wie die Einkehr der Vernunft, das Ende des Umweltmissbrauchs und den Beginn des Respekts vor jeder Kreatur nennen. Die meisten von uns dürften diese Wünsche hegen. Ich beschränke mich mal ganz egoistisch auf mich selbst und wünsche mir, dass mir die Fähigkeit zu lieben erhalten bleibt und dass ich die Liebe nie verliere, dass ich es schaffe, meine Kinder nicht allzusehr zu verkorksen, dass mir meine Freunde gewogen bleiben und dass es immer noch eine Story zu erzählen gibt, mit der ich meinen Lesern das geben kann, was für mich die Triebfeder meines Schreibens ist: das Geschenk des Lachens und des Weinens beim Lauschen meiner Geschichten.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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Ein Kommentar zu Richard Dübell (Autor)

  • Hallo ihr Lieben, dankeschön für den Abdruck des Interviews und dass ihr mir hier ein Forum gegeben hat, mich meinen Leserinnen und Lesern vorzustellen.

    Liebe Grüße,
    Richard Dübell

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