Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Regina Schleheck (Autorin)

Copyright by Carina Faust Kopf

Copyright by Carina Faust Kopf

NameRegina Schleheck
Linkwww.regina-schleheck.de

Geburtsjahr oder Alter1959
WohnortLeverkusen
Buchtitel* Mark Brandis. Bordbuch Delta VII. Hörspiel nach dem SF-Bestseller von Nikolai von Michalewsky. Steinbach Sprechende Bücher 2007
* Adventsgeschichte von A bis Z. Hörspiel für Ü-Zehner. Drachenmond Verlag 2009
* Klappe zu - Balg tot. Bitterböse Geschichten. Wurdack Verlag 2009
* Mordsmütter. Hg.: Regina Schleheck/Mechthild Zimmermann. ViaTerra Verlag 2011
* Mark Brandis. Aktenzeichen Illegal. Hörspiel nach dem SF-Bestseller von Nikolai von Michalewsky. Folgenreich (Universal) 2011
* Klappe zu - Balg tot. Bitterböse Geschichten. Cenarius Verlag 2012
* Die Weissagung des Drachen. Chichili Agentur Erscheinungsdatum 2012
* Herzgrenze. Cenarius Verlag Erscheinungsdatum 2012
* Urlaub? - Hau bloß ab!. Hg.: Regina Schleheck/Mechthild Zimmermann. ViaTerra Verlag Erscheinungsdatum 2013
* Hunderte von Kurzgeschichten in Anthologien und Literaturzeitschriften
GenreScience Fiction, Krimi, Fantasy, Alltagsgeschichten
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Zufällig. Ich wollte eins meiner Kinder, das tolle Geschichten schrieb, ermuntern, an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen, von dem ich in der Zeitung gelesen hatte. Mein Sohn meinte: „Mach du doch, wenn du meinst, dass das so einfach ist!“ Ich tat's in der Hoffnung ihn zu ermutigen, hatte aber kein Glück damit. Wohl aber mit dem Wettbewerb. In der Folgezeit probierte ich verschiedene Genres und Formate – und wurde mit schöner Regelmäßigkeit nominiert und ausgezeichnet. Das war natürlich ein schöner Ansporn.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ich habe seit meiner frühesten Kindheit Bücher gefressen, alles, was mir zwischen die Finger kam. Später habe ich Literaturwissenschaft studiert, fast ein Vierteljahrhundert lang mit meinen Kindern Bücher gelesen – bei fünf Kindern kommt man aus der Phase so schnell nicht raus –, und heute unterrichte ich Deutsch in Abiturklassen und lese immer noch sehr gerne, komme nur kaum noch dazu – neben allem, was ich ohnehin schon lesen muss. Zumal ich meine freien Minuten heute lieber fürs Schreiben nutze.
Ich mag besonders solche Autoren, die nicht sehr zimperlich mit ihren Protagonisten und den Lesern umgehen. Schließlich geht das Leben auch nicht zimperlich mit uns um, und ein Text sollte mir schon Hin- und nicht Weggucken ermöglichen. Aber es darf auch gerne eine Prise Phantastisches vorkommen und insbesondere Schwarzhumoriges. Das ist ohnehin eine prima Art der Lebensbewältigung.
Sehr gerne mag ich die Autoren des magischen Realismus; Marquez, Rushdie, Grass, Allende, aber auch Dostojewski, Hamsun, Ardagh – unmöglich, alle aufzuzählen.
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Spät. Ich hatte zwar früher den Wunsch, Journalistin zu werden, aber das war mit Kindern schwer zu vereinbaren. Damals schrieb man noch auf der Schreibmaschine und war zehn Stunden in der Redaktion und unterwegs. Als ich die erste Geschichte meines Lebens schrieb, war ich schon über 40. Die zweite folgte erst ein Jahr später. Aber es wurde mit jedem Jahr mehr. Mittlerweile kann ich mich kaum noch retten vor Aufträgen und Angeboten. Aber solange ich meine Familie allein durchfüttern muss, wird das Schreiben immer an zweiter Stelle stehen.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Ich schreibe in verschiedenen Genres, und das gerne. Das ist sicherlich ein großer Vorteil daran, dass ich nicht vom Schreiben leben muss. Ich kann mir aussuchen, was ich und wie ich schreibe. Auch wenn ich sowohl in der Phantastik / Science Fiction wie auch im Krimi mittlerweile ganz gut zu Hause bin, finde ich die Zuordnung schwierig und lasse mich ungern auf bestimmte Strickmuster und Erwartungen ein. Verleger tun sich oft schwer damit. Die müssen es ja verkaufen und wollen wissen, in welchem Regal es angesiedelt sein sollte, sonst kann der Buchhändler auch nichts damit anfangen. Ich bin aber froh, dass ich mir leisten kann zu sagen: das ist mir egal. Der Erfolg bestätigt mir oft genug, dass Leser Schubladen dann doch gar nicht so gerne mögen. Das Leben ist auch keine Schublade.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich brauche einen Rechner und ein klitzekleines bisschen Zeit. Die Tageszeit, alles andere ist mir im Prinzip egal. Internet wäre auch nicht verkehrt, weil ich zwischendrin natürlich schon mal recherchieren muss.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Ich arbeite in der Regel für Ausschreibungen, dann steht das Thema schon fest, auch das Genre oder mindestens die Form oder auch die Anzahl der Personen, wenn ich etwa ein Kurzhörspiel schreibe. Formale Vorgaben sind natürlich zwingend. Themen bürste ich gerne gegen den Strich oder überlege mir einen ungewöhnlichen Aspekt. Wie zu der Story „Wenn der Postbote zweimal klingelt“ aus „Klappe zu – Balg tot“: Dazu gab es ursprünglich eine Ausschreibung zur Erotik von Schokolade. Das erste, was einem dazu einfällt, ist doch der verführerische Geschmack. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, dass es eine andere sinnliche Schokoladen-Erfahrung geben muss. Welche, verrate ich hier natürlich nicht. Aber manche Leser haben mir Jahre später noch versichert, dass sie bestimmte Schoko-Produkte nicht mehr unbefangen wahrnehmen können.
Beobachtungen aus dem Alltag sind natürlich sehr wichtig, aber sie sind nicht mehr als eine Zutat in einer Versuchsanordnung, hier einer psychosozialen. Wenn die und die Charaktere mit den und den Eigenarten und Verhaltensweisen unter den und den Bedingungen so und so zusammenkommen – was passiert dann? Manchmal bin ich selbst überrascht.
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Ich habe es eben schon als eine Art Experiment beschrieben. Allerdings hat man natürlich eine Arbeitshypothese dazu, wie es ausgehen wird. Und man kennt die Katalysatoren, die man einsetzt. Man schüttet nicht wild irgendetwas zusammen. Da ich in allererster Linie Kurzprosa schreibe, brauche ich in der Regel keine ausgefeilten Strukturpläne, Treatments oder Figurenbiografien. Ich schreibe sehr schnell und auf den Punkt, muss nur wenig überarbeiten. Selbst wenn ich mit dem ersten Satz manchmal noch nicht ganz genau weiß, wo ich hin will, nur die innere Dynamik kenne, mit der ich mich beschäftigen möchte.
Der Strukturplan ist für längere Prosa sehr wichtig. Er muss aber nicht unbedingt von vornherein detailliert vorliegen, da gibt es ja sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Auch bei längeren Stücken lasse ich mich ungern vorab allzu genau festlegen. Man kann auch später nachbessern, hier ein wenig retardieren, da eine Szene vorantreiben oder umstellen, Figuren austauschen oder oder oder. Ich verstehe das Schreiben mit Kleist als einen Prozess der allmählichen Verfertigung des Gedankens beim Tun – Kleist schreibt vom Sprechen, ich spreche vom Schreiben. Spätestens sollte ein gutes Lektorat das Skript zur Höchstform trimmen.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Die Frage ist für mich schwierig zu beantworten, weil ich bisher kein Buch im Sinne eines Romans veröffentlicht habe. Es gibt Hörspiele, einen Kurzgeschichtenband, einige Novellen oder längere Erzählungen, Hunderte von Kurzgeschichten – und immer stellt sich der Prozess ganz unterschiedlich dar, auch wenn ich – wie jetzt gerade wieder – eine Anthologie herausgebe oder nächste Woche ein Hörbuch aufnehme. Im August geht eine Märchenerzählung ins Lektorat. - Die wenigste Zeit geht dabei fürs Schreiben drauf. Man muss einen Verlag oder Produzenten finden, und dann braucht es seine Zeit, ehe es auf dem Produktionsplan ist – und der Prozess des Lektorats und Korrektorats dauert ebenfalls. Je gründlicher, desto besser. Ein Jahr muss man insgesamt eher mindestens rechnen.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Ich freue mich, wenn ich schreiben darf. Ich weiß allerdings nicht, wie es sich anfühlte, wenn ich müsste. Das wäre sicherlich stressiger.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
An VeröffentIichungen habe ich zuerst überhaupt nicht gedacht. Aber wenn man einen Preis gewinnt, zieht das häufig eine Veröffentlichung nach sich. Na, und dann bin ich immer wieder gefragt worden, ob ich ein Hörspiel schreiben, einen Kurzgeschichtenband herausgeben möchte und so weiter. Und wenn das, was ich gerne mache, auch noch gut bezahlt wird … Allerdings muss man ganz ehrlich sagen: das wird es oft nicht. Die allergrößte Mehrheit der Autoren kann nicht davon leben, geschweige denn eine Familie ernähren.
Lesungen als Form der öffentlichen Präsentation liebe ich. Es ist eine wunderbare Möglichkeit mit Rezipienten in direkten Kontakt zu kommen, unmittelbar zu erleben, ob und wie die Geschichte funktioniert. Als ich das allererste Mal eine Geschichte vorgetragen habe, hat man mich anschließend sehr bedauert wegen meiner schweren Jugend. In der Story ging es um das Kind eines Alkoholikers. Mein armer Vater hätte sich im Grabe herumgedreht. Aber so ticken Leser, wenn die Erzählung authentisch ist: sie halten Erzähler und Autor nicht auseinander. Damit muss man leben können. Ich weiß ja, was stimmt und was nicht.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Bisher oft, zumindest kann ich nicht meckern. Das gilt natürlich nicht für Anthologien, die ich nicht selbst herausgebe. Die Titel sind überwiegend auf meinem Mist gewachsen. Für „Klappe zu – Balg tot“ hat Ernst Wurdack vorher extra gefragt, worauf ich Wert lege, ehe er mir einen Titelbild-Entwurf gemacht hat. Das Cover der „Mordsmütter“, die ich im letzten Jahr herausgegeben habe, wurde von einer New Yorker Grafikerin, Tamar Haber-Schaim, gestaltet, meiner Wunsch-Kandidatin. Es ist in diesem Jahr unter über 400 Titeln aus renommierten Publikumsverlagen für das „Bloody Cover“ nominiert worden, eine Auszeichnung, die das „Syndikat“, die Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur vergibt. Das Cover der „Adventsgeschichte“ ist von Herma Nitsche nach meinen Vorstellungen gestaltet worden – und auch bei dem, was noch in der Mache ist, konnte bzw. kann ich mitbestimmen.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
In sogenannten Ferienzeiten arbeite ich unter Hochdruck, um ein bisschen Freizeit zum Schreiben herauszuschlagen. Unter der Woche nutze ich gelegentlich Nachtstunden, am Wochenende das Morgengrauen – wenn es keine dringenderen to-dos oder andere Störungen gibt. Es gibt keine Regelmäßigkeit.
13) Mögen Sie Hörbücher?
Ich schreibe Hörspiele, produziere sie auch teilweise. Hörbücher sind etwas ganz anderes. Auch die mache ich schon mal, aber dabei handelt es sich um animierte Lesungen, akustische Umsetzungen von epischen Stücken. Hörspiele sind akustische Dramen, die nur fürs Hören geschrieben werden, viel kunstvoller, aufwändiger und kostspieliger in der Produktion. Dem Verbraucher ist das in der Regel gar nicht klar, daher werden beide Formen gern in einen Topf geworfen und vor allem zum gleichen Preis verkauft. Weshalb es praktisch keinen Markt für gute Hörspiele gibt. Das geht nur über die großen Sender. Das erste kommerzielle Hörspiel, das ich für „Interplanar“ geschrieben habe, „Mark Brandis. Bordbuch Delta VII“, erschienen bei „steinbach sprechende Bücher“, war eine dramatische Umsetzung eines epischen Werks von Nikolai von Michalewsky aus den 70er Jahren und Auftakt zu einer vielfach ausgezeichneten exzellenten Science Fiction-Hörspielreihe, die mittlerweile unter dem Label „Folgenreich“ erscheint. Dieses erste Hörspiel hat sich mittlerweile über 5000 mal verkauft, für das winzige Hörspiel-Segment als freie Produktion ein Top-Seller.
Ich mag aber auch Hörbücher, mindestens aus dem guten Grunde, dass ich heute so wenig Zeit zur eigenen Lektüre habe, dafür aber oft im Auto sitze und mir die Geschichten dann vorlesen lassen kann.
14) Was denken Sie über eBooks?
Man mag viele Aspekte am Schwinden von Printausgaben bedauern: den Visuellen, Haptischen, den spezifischen Geruch, den besseren Schutz hinsichtlich Raubkopien – es führt kein Weg am eBook vorbei. Für Autoren ist es ein großes Problem, weil Qualität es vermutlich schwer haben wird in einem Medium, in dem Preisbindung und Kopierschutz nichts mehr zählen bzw. schwer durchsetzbar sind. Ein gutes und gut redigiertes Buch braucht Zeit: gründliche Recherche, Feilen an der Struktur, an Formulierungen, Überarbeitungen, Korrekturen – das kostet alles Geld. Ein guter Autor fällt nicht vom Himmel, sondern hat in der Regel viel Lebenszeit damit verbracht, selbst zu lesen, zu üben, zu studieren, immer wieder dazuzulernen. Ein eBook ist schnell produziert: schreiben kann jeder, und er kann seine Texte für lau auf den Markt werfen. Das wird noch ein harter Verdrängungswettbewerb, und es muss sich zeigen, ob anspruchsvolle Literatur sich behaupten kann.
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Was meine Art zu schreiben angeht: zwischen knallhart und augenzwinkernd.
Persönlich bin ich ein Stehaufweibchen. Das klingt spielerisch, ist aber knochenharte Arbeit und hat ganz viel mit Disziplin und Durchhaltevermögen zu tun. Ich bin sehr organisiert, strukturiert, genau. Ich betone das deshalb so, weil man mir gerne das, wie ich finde, etwas irreführende Etikett „Powerfrau“ verpasst. Power ist ohne Quellen, aus denen sie sich speist, nicht denkbar. Meine Kraftquellen sind die Begeisterung für Sprache und Literatur und meine Kinder. Dafür lebe ich gerne und gerne auch ein bisschen mehr.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Das Problem kenne ich bisher nicht.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Ich sportle, spiele und reise gern, liebe Theater, Musik, Kunst, Natur, leckeres Essen, Entspannung – leider ist der 48-Stunden-Tag dafür noch nicht eingeführt. Aber ich arbeite dran
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Pu der Bär, gelesen von Harry Rowohlt. Zum Hinknien, auch nach hundertmal Hören. Aber auch hier gilt: to be continued ...
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Nachfahren, die das umsetzen, was ihnen Freude macht. Frieden auf der Welt. Und wenn sich Abgründe auftun, immer noch lachen können. Notfalls im freien Fall. Ich habe immer schon vom Fliegen geträumt.
Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)

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