Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Petra Schier (Autorin)

Copyright by Uschi Blech, Bad Neuenahr

Copyright by Uschi Blech, Bad Neuenahr

NamePetra Schier
Pseudonym für meine Vorabendserie in Buchform: Mila Roth
Linkwww.petra-schier.de und www.mila-roth.de
Geburtsjahr oder Alter1978
WohnortEifel
BuchtitelWas, alle jetzt? Das wären aber viele! Zuletzt erschienen: „Das Haus in der Löwengasse“ (Rowohlt)
Genre
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Die Standardfrage. 😉 Ich habe schon immer geschrieben, begonnen hat es, als ich zum elften Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekam. Seither habe ich mich an allen möglichen Textformen versucht, und herausgefunden, dass mir der Roman am besten liegt, wohingegen ich Kurzgeschichten gar nicht mehr schreibe, wohl, weil ich sie auch nicht gerne lese.
Dass ich historische Romane schreibe, ist wohl dann Mitte der 90er Jahre durch die Lektüre eines solchen inspiriert worden. Damals las ich „Die Stimme“ von Judith Merkle Riley, ein Buch, das ich seither immer wieder einmal hervorhole und nochmals lese. Die Geschichte hat mich in ihrer Bildhaftigkeit und Warmherzigkeit so sehr beeindruckt, dass ich plötzlich wusste: Das will ich auch machen.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ja, aber ich lege mich nicht auf ein Genre fest. Ein Buch muss mich fesseln, dann ist es gleich, zu welchem Genre es gehört. Klassische Krimis lese ich aber eher selten und bis vor Kurzem habe ich auch Stein und Bein geschworen, dass ich keine Fantasy mag. Bis ich die Bücher von Jim Butcher entdeckt habe. Man darf einfach niemals nie sagen. ☺
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Mit dem professionellen Schreiben vor knapp zehn Jahren. 2005 erschien dann mein erster historischer Roman bei Rowohlt: Tod im Beginenhaus
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Ich schreibe jetzt schon in verschiedenen Genres: historische Romane, Weihnachtsromane und verlagsunabhängig die erste Vorabendserie in Buchform (Krimis). Außerdem sind sowohl mit als auch ohne Verlag zeitgenössische Liebesromane in Planung.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich plotte (konzipiere) zunächst meistens mit Block und Kugelschreiber.
Das Schreiben selbst geht dann allerdings komplett am PC bzw. wahlweise Laptop. Am besten kann ich in meinem Arbeitszimmer schreiben, aber hin und wieder wandere ich auch mal mit dem Laptop aus, zum Beispiel bei gutem Wetter auf die Terrasse oder bei Krankheit auf die Couch oder ins Bett.
Eine Zettelchenwirtschaft betreibe ich auch, ebenso wie ich ein Notizbuch führe, denn wenn mir eine Idee kommt, wird diese sofort aufgeschrieben.

6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Das ist immer wieder verschieden. Mal ist es ein Detail, das mir bei meinen Recherchen begegnet, mal ein Film oder auch ein Lied im Radio, ein Gespräch, das mir zu Ohren kommt oder eine Zeile, die ich in einem Roman lese. Die Ideen kommen aus allen Richtungen zu mir und so häufig, dass ich mich manchmal frage, wie ich das alles jemals zu Papier bringen soll. ☺

7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Meist beginnt es mit einer Vision, einer Szene in meinem Kopf. Daraus entwickelt sich nach und nach eine Geschichte. Das Plotten geht bei mir am besten mit Ringblock und Kugelschreiber, zumindest in der ersten Instanz. Da füllen sich dann oft Seiten um Seiten mit Querverweisen, Diagrammen und manchmal auch Stichworten zu den Szenen, die ich bereits im Kopf habe. Als Nächstes schreibe ich ein Arbeitsexposé für mich, aus dem ich dann später auch das Exposé für den Verlag erarbeite. Denn anhand des Exposés stelle ich bzw. stellt mein Agent das Projekt dem Verlag vor, woraufhin dieser entscheidet, ob ich einen Vertrag erhalte und in welcher Form (Hardcover, Taschenbuch etc.).
Aber auch bei den Büchern, die ich verlagsunabhängig veröffentliche, schreibe ich ein Arbeitsexposé, denn das ist der rote Faden, das Gerüst, das ich dann beim Schreiben mit Leben fülle.
Außerdem schreibe ich zu den wichtigsten Personen Steckbriefe und Biografien, darin sind alle wichtigen Details bis hin zur Schuhgröße und dem Lieblingsessen enthalten.
Für das gesamte „Personal“ eines Romans bzw. einer Serie schreibe ich darüber hinaus noch eine Personenliste mit Namen und den wichtigsten Daten zum Aussehen, Alter, Beruf usw. Diese Liste ist beim Schreiben immer zusätzlich als Datei geöffnet, damit ich ggf. schnell nachschlagen kann und nicht den Überblick verliere.
Das klingt jetzt sehr genau konstruiert, aber im Grunde ist nur der rote Faden meiner Geschichte wirklich geplant. Das sind etwa 50 Prozent, die übrigen 50 Prozent sind Bauchgefühl, was bedeutet, dass ich der Geschichte und den Figuren noch recht viel Raum lasse, sich zu entwickeln, manchmal übrigens auch für mich sehr überraschend. Aber dennoch immer innerhalb des vorgegebenen Gerüsts.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Von der Idee bis zum Druck kann ich so nicht beantworten, denn da vergehen manchmal nur wenige Monate, ein andermal viele Jahre. Vom ersten Plotten fürs Exposé bis zum fertigen Manuskript dauert es bei einem Roman von 350 Seiten meist 4 bis 6 Monate.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Aufgeregt nicht, aber meist fühle ich ein leichtes Kribbeln im Bauch, wenn ich weiß: Jetzt geht es los. Doch das ist auch schon gleich wieder vorbei, wenn ich den ersten Satz geschrieben habe, denn dann tauche ich auch schon gleich voll und ganz in die Geschichte ein.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Der war eigentlich schon da, als ich meinen allerersten Roman geschrieben habe. Das war etwa zu der Zeit, als ich Abitur gemacht habe. Aber bis es dann soweit war, vergingen noch etliche Jahre, in denen ich weitergeschrieben und das Schreibhandwerk erlernt habe.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Bei meinen verlagsunabhängigen Werken natürlich, ja. Da arbeite ich eng mit meiner Grafikerin zusammen, bis das Ergebnis in meinem Sinne ist. Bei den Büchern, die in Verlagen erscheinen, habe ich auf das Cover keinen oder nur ganz wenig Einfluss. Ich werde zwar immer gefragt, wie mir ein Entwurf gefällt, aber das ist doch meist eher eine Formsache.
Was die Titel angeht, so hat auch da der Verlag das letzte Wort, aber ich hatte bisher fast immer das Glück, dass meine Vorschläge genommen wurden. Ausnahmen waren hier nur „Tod im Beginenhaus“ und „Die Eifelgräfin“. Aber da muss ich sagen, dass der Verlag ein gutes Näschen für die Titel hatte, kann mich also nicht beschweren.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Ich fange morgens zwischen sieben und halb acht mit der Arbeit an, mache etwa zwei Stunden Mittagspause und arbeite dann noch mal bis fünf 8an guten Tagen) oder auch länger. Manchmal auch abends noch. Das ist aber nicht reine Schreibzeit, sondern in diesen Stunden kümmere ich mich auch noch um E-Mails, soziale netzwerke, Interviews, Leserunden und vieles mehr.
Wenn ich an einem Roman schreibe, dann zwischen sieben und zehn Seiten pro Tag, außer an den Wochenenden, die ich zur Erholung (und für meinen Haushalt) dringend brauche
13) Mögen Sie Hörbücher?
Ja, ich höre gerne ab und zu ein gutes Hörbuch. Am liebsten, wenn es ungekürzt ist. Meistens auf langen Autofahrten, wenn ich auf Lesereise bin.
Meine Adelina-Reihe und noch ein paar andere meiner Romane gibt es übrigens auch als Hörbücher. ☺
14) Was denken Sie über eBooks?
EBooks sind die Zukunft der Literatur. Sie werden das gedruckte Buch nicht verdrängen, aber ihm eines Tages ebenbürtig werden. Ebenso wie früher einmal das Taschenbuch dem Hardcover und dann das Hörbuch.
In Deutschland gibt es immer noch eine große Fraktion, die sich mit Händen und Füßen gegen das eBook wehrt, aber die Tendenzen in anderen Ländern, allen voran den USA zeigen schon, wohin die Reise gehen wird.
Allerdings müssen die Verlage noch lernen, dass man ein eBook nicht für den gleichen Preis wie das entsprechende Printbuch auf den Markt werfen sollte. Die Leser zögern selbstverständlich, für eine elektronische Datei ohne Mehrwert genauso viel Geld auszugeben wie für ein gedrucktes Buch, dass sie ins Regal stellen oder auch vom Autor signieren lassen können.
Für Autoren kann das eBook eine große Chance sein, ob sie nun bereits bekannt sind und für Verlage schreiben oder nicht. Es war noch niemals so einfach, den Markt für Texte zu testen, die die Publikumsverlage aus verschiedensten Gründen ablehnen.
Allerdings muss sich – wie überall sonst auch – erst die Spreu vom Weizen trennen. Momentan wird sehr viel – Pardon – Müll auf den eBook-Markt geworfen. Schlecht oder gar nicht lektorierte Manuskripte, Bücher zu Themen, die entweder niemanden interessieren oder die einfach nicht gut umgesetzt wurden, weil den Autoren die Erfahrung und der kritische Blick auf sich selbst und die eigene Schreibe fehlen. Da sind ganz eindeutig die Leser gefragt. Sie entscheiden gerade im Bereich Self-Publishing, wer hop ist oder top.
Jemand, der selbst ein eBook veröffentlichen will, sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob es auch gut genug ist und wer die Zielgruppe sein soll.
Das Schreiben ist ein Handwerk, das gelernt werden muss wie jedes andere auch. Leider verstehen das viele Menschen nicht. Auch nicht, dass ein Buch professionell lektoriert gehört und auch für Grafik (Cover) und Layout jemand gesucht werden sollte, der sich damit auskennt. Das kostet Geld. Aber wenn man das nicht bereit ist zu investieren, kommen am Ende eBooks dabei heraus, die den Lesern den Spaß an diesem neuen Medium vergällen.

Da ich selbst Besitzerin eines Kindle bin, den ich mittlerweile heiß und innig liebe, kann ich mich als unbedingte Verfechterin des eBooks bezeichnen.
Natürlich auch, weil meine verlagsunabhängig erscheinenden Romane sowohl als Taschenbücher als auch als eBooks erhältlich sind.
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich bin sehr positiv eingestellter Mensch und bin überzeugt, dass man alles schaffen kann, was man sich wünscht, wenn man nur fest genug an sich glaubt und natürlich auch etwas dafür tut. Außerdem bin ich, glaube ich, zu tolerant für diese Welt. Oft höre oder lese ich, wie Menschen sich über dieses und jenes aufregen, besonders über Dinge, die andere Menschen tun. Meiner Meinung nach darf aber jeder Mensch nach seiner Façon selig werden, solange er damit nicht das Leben anderer Menschen beeinträchtigt oder gar schädigt.
Außerdem bin ich ein typischer Wassermann: kreativ, innovativ, unabhängig usw.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Schreibblockaden sitze ich aus. Sich dagegen zu wehren, so meine Erfahrung, macht sie nur noch schlimmer. So schwer es auch sein mag, vor allem, wenn ein Abgabetermin drückt: Ich höre auf, beschäftige mich mit etwas anderem. Entweder mit Werbung für meine Bücher, mit der Erstellung eines Trailers oder dem Aufpolieren und Ergänzen meiner Internetseiten. Oder ich schalte den Computer ganz aus und gehe mit dem Hund raus, lese ein Buch, schaue mir ein paar Folgen meiner Lieblingsserie auf DVD an.
Schreibblockaden dauern bei mir selten lange. Einen oder zwei Tage, manchmal eine Woche. Die längste hatte ich 2010 – sie dauerte fast einen Monat. Das war hart, aber auch sie habe ich überstanden. Und danach ging das Schreiben umso besser. Blockade wollen einem Autor immer etwas sagen. Entweder, dass er zu viel gearbeitet hat oder dass etwas mit dem Plot oder den Figuren (noch) nicht stimmt. Oder dass er eine Geschichte schreibt, die er eigentlich nicht schreiben will. Man muss in sich hineinhorchen, dann findet man den Grund meistens heraus. Und in diesem Sinne kann man eine Schreibblockade durchaus als etwas Positives ansehen: Wenn man weiß, dass etwas nicht stimmt, kann man sich überlegen, wie man es ändern könnte. Aber man darf sich nicht unter Druck setzen. Das mag das Unterbewusstsein überhaupt nicht. Wenn man lernt, loszulassen und akzeptiert, dass man gerade eine Blockade hat, vergeht sie nach meiner Erfahrung viel schneller, als wenn man dumpf darüber brütet und sich womöglich selbst in Panik versetzt.


17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Natürlich habe ich noch andere Interessen: Ich beschäftige mich viel mit meinem Hund, gehe mit meinem Mann Paul gerne ins Kino und an den Wochenenden schon mal wandern, bin privat in einem amerikanischen Forum zu einer TV-Serie sehr aktiv, koche und backe unheimlich gerne. Und manchmal tue ich auch am liebsten überhaupt nichts.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Es gibt nicht nur eines, sondern eher zwei signifikante Autorinnen, deren Bücher ich immer und immer wieder lesen kann: Jane Austen und Nora Roberts
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Ich wünsche mir, dass ich all die Ideen, die in meinem Kopf sind (und sich ständig zu vermehren scheinen), für meine Leser in Worte fassen kann.
Und natürlich wünsche ich mir auch entsprechenden Erfolg in form von hohen Verkaufszahlen.
Privat möchte ich irgendwann mal gerne für drei Monate mit meinem Mann in einem Camping-Trailer kreuz und quer durch die USA reisen.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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2 Kommentare zu Petra Schier (Autorin)

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