Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Die Leseleidenschaft-Mädels
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Katja Hirschel (Autorin)

Copyright by Katja Hirschel

Copyright by Katja Hirschel

NameKatja Hirschel
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Geburtsjahr oder Alterletztes Jahrtausend
WohnortMünchen – Bayern - Deutschland
BuchtitelDer Semmelkönig
GenreKrimi mit regionalem Bezug
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Gute Frage! Hm, vermutlich habe ich mich kreativ unterfordert gefühlt und ein Ventil für meine Fantasie gesucht. Schreiben – solange es nicht mit vorgegebenen Strukturen (Erörterungen in der Schulzeit = gähn!) verbunden war - ist mir immer relativ leicht gefallen.

2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ja, sehr! Leider – und da spreche ich vielen aus der Seele – fehlt oft die Zeit dazu. Bei Genres kann ich mich gar nicht so festlegen. Am liebsten lese ich DICKE Bücher! Vielleicht habe ich bei den dünnen Angst, zu schnell fertig zu werden und dann in der Luft zu hängen. Tja, und natürlich sollten sie spannend sein. Da stehen Krimis und Thriller natürlich ganz oben. Aber ich mag auch Historische Romane, Klassiker, Jugend-, Kinderbücher und seit Kurzem habe ich es dank der fantastischen Fernseh-Staffel „Game of Thrones“ mit der Buchreihe von George R. R. Martin aufgenommen, und das sind wirklich dicke Wälzer!

3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Hier kann ich nicht mit Geschichten aufwarten, dass ich bereits in frühster Kindheit nichts lieber tat, als schreiben. Gott bewahre; ich habe dafür aber sehr viel gelesen und meiner kleinen Schwester spannende Geschichten erzählt. Hm, aber das richtige Schreiben kam eigentlich erst vor zehn Jahren, als ich bei diversen Wettbewerben eine persönliche Herausforderung sah und es einfach mal probieren wollte.

4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Dass mein erstes öffentliches Buch ein Krimi geworden ist, betrachte ich als Zufall. Ich sehe mich gar nicht als Krimiautorin. Es war der Reiz des Genres, die Möglichkeit dort meinen Senfklecks zu hinterlassen. Mein persönliches Ziel ist es nach wie vor, alle interessanten Literaturrichtungen auszuprobieren. So überarbeite ich momentan meinen Schauerroman (jetzt heißt das eher Horror) und wer weiß, vielleicht schreibe ich demnächst ein Jugendbuch oder einen Liebesroman.

5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Schreiben ist Disziplin und harte Arbeit – zu dieser Erkenntnis bin ich recht schnell gekommen. Ich habe mal an einem Seminar für kreatives Schreiben teilgenommen, wo wir mit der Hand schreiben mussten. Die tat mir nach diesem Wochenende höllisch weh. Also arbeite ich seitdem nur mit dem PC. Rituale sind vermutlich 2 Liter Kaffee und meine gemütliche Couch.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Ich brauche Impulse. Meist reicht dazu eine Vorgabe/ ein Titel bei einem Schreibwettbewerb. Zum Beispiel gefiel mir vor Jahren das Wort „Hüttenzauber“ und mir kam sofort eine Idee. So ist übrigens auch die Figur des Hauptkommissars Maus entstanden.

7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich überhaupt kein Planer bin und deshalb nie die ganze Geschichte vor mir sehen kann und will. Ich beginne einfach mit einem Ort, einem Ereignis und damit wird dann sozusagen die kreative Lawine losgetreten. Natürlich habe ich meine Hauptdarsteller im Kopf, aber was die dann konkret so machen, welche psychologischen Entwicklungen sie durchlaufen werden, weiß ich auch nicht so genau. Ich erlebe meine Geschichte beim Schreiben selbst erst und bin oft sehr überrascht, wohin sie mich führt.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Keine Ahnung! Der Semmelkönig ist ein Zufallsbuch. Ich hatte bei einem Wettbewerb teilgenommen, wo man mir garantiert hatte, dass das Buch noch nicht fertig sein musste. Aber als ich dann gewann, musste ich es innerhalb von drei Wochen beenden und gleichzeitig überarbeiten. Ich hoffe also nicht, dass das in Zukunft so sein wird, denn das ist wirklich sehr anstrengend. Mir schwebt eine ideale Zeit von 8-12 Monaten vor – je nach Länge der Geschichte. Man darf nämlich nie vergessen: geschrieben ist es schnell, aber dann beginnt der wirklich harte Teil der Arbeit.

9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Nein, der erste Satz wird geschrieben, der Anfang ist gemacht und los geht´s.

10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Von einem ausgeprägten Wunsch auf Öffentlichkeit (momentan ist die ja auch noch nicht sehr groß) kann in meinem Falle nicht die Rede sein. Ich wollte bei Wettbewerben lediglich provozieren, fand es spannend meinen Marktwert bei richtigen Lesern zu testen und bin da so reingerutscht.

11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
„Der Semmelkönig“ ist von mir, der Zusatz „ein Krimi aus Bayern“ vom Verlag. Letzterer ist zwar nicht unbedingt mein Wunsch gewesen - denn ich sehe mich nicht auf der Stufe der großen Alpenkrimiautoren wie Klüpfel und Kobr, Maurer, Förg etc. - jedoch denke ich, dass dies eine clevere Marketingstrategie war, denn, wer Regiokrimis liebt, wird natürlich auch auf mich aufmerksam. Bei dem Cover hatte ich ein eingeschränktes Veto. Jedoch muss ich gestehen – für meine Kurzgeschichten habe ich meine Cover zusammen mit einer befreundeten Grafikdesignerin gemacht – dass mir zu diesem Buch überhaupt keine Idee kam. Ich war daher positiv überrascht und sehr erleichtert, dass es so ungewöhnlich und wunderschön geworden war. Mein Alptraum war eine 08/15 Gestaltung mit karierter-Tischdecke-Edelweiß-Dirndl-Weißwurst-Lebkuchenherz-Dackel-Bergpanorama und ich bin so froh, dass dem nicht so ist. Außerdem finde ich den Kontrast Titel versus Märchenwiedererkennungswert mehr als raffiniert. Ich würde als Kundin daher sofort zu diesem Buch neben den Stapeln von karierter-Tischdecke-Edelweiß-Dirndl-Weißwurst-Lebkuchenherz-Dackel-Bergpanorama greifen.

12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Meine Regel ist eigentlich: mindestens einen Satz pro Tag. Leider ist das nicht immer möglich, wenn man - wie ich diesen Monat - viel Arbeit hat. Ich bewundere Kafka, der das irgendwie hinbekommen hat, nachts zu schreiben, aber dafür ist er auch nicht alt geworden. Längere Pausen sind natürlich schrecklich. Es ist so mühsam, wieder einen Anfang bzw. dort, wo man war, den Anschluss zu finden. Außerdem fühle ich mich tatsächlich sehr unbefriedigt und übellaunig, wenn ich nicht irgendwas schreiben kann. Also, am besten ist es, täglich lieber einmal Mist zu fabrizieren (umschreiben und streichen geht ja immer) als gar nichts!
13) Mögen Sie Hörbücher?
Nein, absolut nicht! Wenn ich ein Buch lese, dann tue ich das, um in dieses einzutauchen, mich auf die Geschichte einzulassen, meine eigenen Gedanken dazu zu hören. Ich möchte Pausen machen, Stellen noch einmal lesen und brauche daher nicht irgendwelche Sprecher, deren Stimme ich oft nicht mag. Lesen kann ich alleine und Vorlesen nur, wenn es „live“ geschieht. Natürlich möchte ich hierbei niemanden auf die Zehen treten, denn es ist eine Mordsarbeit so ein Hörbuch zu machen, aber ich bin eben nicht die Zielgruppe. Anders verhält es sich bei Hörspielen. Ich gebe zu, da bin ich ein bisschen süchtig; z.B. liebe ich Die drei ???, Gruselkabinett, John Sinclair.

14) Was denken Sie über eBooks?
Hach, die Gretchenfrage. Also, ich bin zu 90% die alte Fraktion. Bücher sind nicht zu ersetzen: man hat sie in der U-Bahn, auf Reisen, in der Badewanne, macht Eselsohren rein, pfeffert sie in die Ecke, wenn sie nicht gefallen, leiht sie aus, bekommt sie nie wieder zurück, stellt fest, dass das Regal aus allen Nähten platzt. Mir als Autorin kam erst, als ich mein eigenes Buch in Händen hielt, der erhebende Gedanke, dass ich etwas geschaffen hatte. Das war sozusagen der greifbare Beweis!
Von finanzieller Seite gesehen lohnen sich eBooks für den Verlag und den Autor natürlich mehr. Aber ich hoffe trotzdem, dass es in Zukunft noch viele Bücher geben wird. Zu den 10% kann ich lediglich die offensichtlichen Vorteile der eBooks anmerken. Man muss nicht auf seine Bestellung warten, hat keine unnötigen Extrakilo im Gepäck und kann vergriffene oder nicht mehr aufgelegte Werke lesen. Daher bin ich am Überlegen vielleicht doch…? Aber bis jetzt habe ich mich noch nicht dazu überwinden können, mir ein Lesegerät zuzulegen.

15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Och, das ist doch die klassische und nicht mehr zeitgemäße Frage beim Bewerbungsgespräch! Meine Freunde würden mich als … beschreiben. Gut, drei Adjektive, aber das muss dann auch reichen: kreativ, aufmerksam und (genauso klassisch wie die Frage) perfektionistisch.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Schreibblockaden sind für mich Situationen, in denen ich auf der Stelle trete. Da ich eher „konzeptlos“ arbeite, merke ich irgendwann intuitiv, dass etwas nicht stimmt und ich nicht weiterkomme. Mit dieser Unzufriedenheit im Kopf empfehle ich unbedingt eine Pause. Spazieren gehen, schwimmen, wandern, also irgendwas körperlich Aktives, bei dem man dieses „Kopfproblem“ verarbeiten kann. Gerade der Abstand macht es dann möglich, ganz schnell eine neue Idee zu bekommen.

17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Ich liebe Menschen und Kulturen. Deshalb reise ich gerne. Noch lieber lebe ich eine gewisse Zeit in einem anderen Land. Dann bin ich ein bisschen seriensüchtig, hätte gerne mehr Zeit ins Kino zu gehen und brauche Hörspiele vorzugsweise beim Kochen. Tja, und ich liebe die Natur, was sich gut mit meiner Leidenschaft fürs Wandern verbinden lässt; egal ob Berge oder endlose Wälder, ich bin dabei!
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Was soll ich sagen. Es gibt nur ein Buch, das ich alle 2-3 Jahre immer wieder lese. Jane Austens „Stolz und Vorurteil“. Sie ist für mich einfach die größte Autorin und das ist ihr bestes Buch.
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Große Überraschung: noch mehr Bücher auf den Markt bringen. Auch wenn es anstrengend ist, macht es auch so viel Spaß. Darunter sollte natürlich auch irgendwann ein Bestseller sein, der von Denis Scheck in die Tonne getreten wird (oder auch nicht). Ein Bungalow am Strand wäre auch nicht schlecht. Tja, und wie in meinem offiziellen Autorenporträt schon steht, meine ich das ernst mit dem Hund, der mich auf meinen Weg in den Sonnenuntergang begleitet.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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