Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Jochen Frech (Autor)

Copyright by Jochen Frech

Copyright by Jochen Frech

NameJochen Frech
Linkwww.jochenfrech.de
Geburtsjahr oder Alter46
WohnortGanz in der Nähe von Stuttgart ...
BuchtitelHochsommermord, btb-Verlag, 9.12.2013
GenreKriminalroman
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Sehr früh, meine ersten Geschichten waren, wenn man es so sieht Schulaufsätze. Ich mochte das: Geschichten erfinden, und hatte meist gute Noten, also ein positives Feedback und damit von Beginn an ein gutes Gefühl in Verbindung mit Schreiben. Hinzu kam, dass ich wahnsinnig viel gelesen habe. Ich erinnere mich an einen Tag an dem ich in der kleinen Gemeindebücherei, in der wir Sonntags nach der Kinderkirche Bücher ausleihen durften, kein einziges Buch mehr gefunden hatte, das ich nicht schon gelesen hätte. Lange Jahre schrieb ich Kurzgeschichten und befasste mich intensiv mit dem Handwerk des Schreibens, las Bücher zum Thema, besuchte Workshops und suchte den Kontakt zu erfahrenen Autoren.
Den Impuls mich an einen längeren Text zu wagen erhielt ich nach einer tollen Platzierung in einem Kurzgeschichtenwettbewerb 2009 bei dem meine Story explizit von einer Jurorin im Vorwort der Anthologie lobend hervorgehoben wurde. Da dachte ich mir: „Jetzt lasse ich mich auf das Abenteuer ein, mein erstes Buch zu schreiben.“ Und dann habe ich den ersten Satz von Hochsommermord geschrieben ...
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ich lese unheimlich gerne und (sehr) viel. Am meisten interessieren mich natürlich Krimis und Thriller, da ich selbst in diesem Genre schreibe. Aber auch Klassiker und Debütanten, wenn mich entweder der/die AutorIn interessieren oder das Thema mein Interesse weckt. Aktuell lese ich „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joel Dicker und habe großen Gefallen daran.
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Ich denke, dass ich einen Großteil dieser Frage vorhin schon beantwortet habe. Aber ganz konkret: Meine erste Geschichte, die ich in meinem Jugendzimmer auf einer alten Olympia-Schreibmaschine getippt habe entstand im Alter von etwa 10 Jahren. Da ging es um einen Jungen namens Anton Pumpernickel, der ähnlich wie Michel aus Lönneberga, seiner Familie und seiner Umwelt mit lustigen Streichen ordentlich zugesetzt hat. Das ‚Manuskript‘ liegt sicher verwahrt auf dem Speicher.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Vor kurzem wurde ich in einem Interview gefragt, welches Genre ich generell ausschließen würde und da habe ich spontan: „Arztromane!“, geantwortet und meinte natürlich Trivialliteratur jedweder Art. Aber wer weiß ... (lacht)

Ich würde generell gar nichts ausschließen, aber für den Moment möchte ich mir zunächst einmal in der Spannungsliteratur einen Namen machen und mich intensiv dem Schreiben von Kriminalromanen und Thrillern widmen. Da kenne ich mich aus und HOCHSOMMERMORD ist ja der Beginn einer Serie von wenigstens acht geplanten Büchern mit dem jungen Protagonisten Moritz Kepplinger. Mitte des Jahres erscheint bei dotbooks mein erster Polit-Thriller auf den meine Leserinnen und Leser sehr gespannt sein dürfen. Darin geht es um einen geplanten Anschlag auf eine der wichtigsten Persönlichkeiten unseres Planeten, der in naher Zukunft ausgerechnet in Deutschland, während eines Gipfeltreffens der führenden Industrienationen, stattfinden soll. Eine zunächst unscheinbare Kriminalbeamtin gerät zufällig auf die Fährte des übermächtigen Attentäters und heftet sich an dessen Fersen ...

Und auch dieser Titel ist der Beginn einer spannenden Trilogie um die Heldin des Buches.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Das wichtigste während eines Schreibprozesses ist für mich, dass ich mich ausschließlich auf meine Arbeit konzentrieren kann und mich durch nichts ablenken lasse. Dazu gehört ein abgeschiedenes Arbeitszimmer, ein PC ohne Internetzugang, Facebook & Co, ein Notizblock für Gedankenblitze, ab und an eine gute Tasse Kaffee und zuweilen auch die passende Musik. (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Meistens arbeite ich abends oder nachts, da ja voll berufstätig bin und zur Nachtzeit die notwendige Distanz und Ruhe finde. Ich nehme mir für jeden Tag ein gewisses (nicht allzu ambitioniertes) Pensum vor. Das gilt für das Schreiben selbst, wie auch für notwendige Recherchen oder die erforderlichen Redaktionen an meinen Texten.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Das ist eine gute Frage und ich muss sagen, dass es bislang immer so war, dass die Geschichten mich gefunden haben! Das klingt lustig und ich kann das auch nicht erklären, aber die Storys denen ich mich annehme, waren plötzlich da. Kleine Ideenkeime, die sich dann gedanklich weiterentwickelt haben, bis zu dem Punkt, an dem ich anfange mich ernsthaft mit der Geschichte zu beschäftigen ... und in letzter Konsequenz zu schreiben.
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Für meine Protagonisten zeichne ich eine erste Entwurfsskizze. Da entscheidet sich ob es ein Mann oder eine Frau ist, welche Profession er/sie ausübt, das Alter, usw. und bisher war es immer so, dass diese Figuren zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein Eigenleben entwickelt haben. Es kommt zu imaginären Dialogen, in denen wir uns näher kennenlernen und nach und nach entwickelt sich eine (beinahe) real existierende Persönlichkeit.

Ähnlich ging es mir bislang bei der Story selbst. Natürlich entwerfe ich zu jeder Story eine halbwegs plausible Plotskizze, die mir aber – wie die Erfahrung zeigt – höchstens als roter Faden im eigentlichen Schreibprozess dient. In der Realität entwickelt sich die Geschichte immer aus sich selbst heraus und entfernt sich zuweilen meilenweit vom angedachten Handlungsverlauf. Gerade dies macht für mich das Schreiben zu einem unvergleichlichen Experiment und Abenteuer.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Da bislang nur ein einziges Buch von mir veröffentlicht wurde, kann ich auf diese Frage leider keine exakte Antwort geben. Für den ersten Entwurf an HOCHSOMMERMORD habe ich etwa fünf Monate benötigt. Am Thriller –der etwa doppelt so viele Manuskriptseiten hat - habe ich neun Monate an Recherchen und Erstentwurf gearbeitet, jeweils exklusive der Zeit für das Lektorat.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Natürlich! Das ist der spannendste Moment: Wie geht man in die Geschichte hinein und wie gelingt es mir, mit dem ersten Satz das Interesse der Leserinnen und Leser zu wecken. Ich glaube, dass ich mich mit keiner Textstelle so sehr beschäftige, als mit diesen ersten Wörtern, die den Einstieg in eine spannende Story verkörpert.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Im Jahr 2007 habe ich zum ersten Mal an einem Kurzgeschichtenwettbewerb teilgenommen, nachdem ich die Ausschreibung, bzw. das Thema des Wettbewerbs gelesen hatte: Rampenlicht. Ich hatte sofort eine Assoziation, einen Ideenkeim zu diesem Begriff und der dazugehörigen Geschichte. Und nachdem ich sie fertiggeschrieben hatte und nach mehrmaligem Überarbeiten auch sehr zufrieden damit war, habe ich den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt. Das war sehr aufregend, eine Geschichte aus der Hand zu geben und ich konnte es kaum erwarten, was damit passieren würde. Zugegeben, ich rechnete auch damit, dass andere Wettbewerbsteilnehmer das viel besser machen würden, aber interessanterweise bekam ich an meinem darauffolgenden Geburtstag einen Brief aus München indem mit mitgeteilt wurde, dass meine Erzählung zu den dreißig auserwählten gehöre, die in einer Anthologie abgedruckt werden würden. Einen Monat später wurde ich eingeladen auf der Leipziger Buchmesse meine Geschichte vor Publikum vorzutragen.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Natürlich tragen meine Manuskripte während des Entstehungsprozesses einen Arbeitstitel, der auch mit der Agentur besprochen wurde und letztlich auch damit beim Verlag vorgestellt werden. In den wenigsten Fällen – dies haben mir auch befreundete Autoren so geschildert – bleibt es dann bei diesem Arbeitstitel. Bei der endgültigen Suche nach einem Titel spielt man sich mit dem Lektor immer wieder Vorschläge zu bis man zu einem einvernehmlichen ‚Gefällt‘ kommt.
Das Cover wird von einem professionellen Grafiker erstellt, der vom Verlag entsprechend gebrieft wurde und die Ergebnisse sind in meiner bisherigen Erfahrung mehr als zufriedenstellend gewesen.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Das kann ich pauschal gar nicht beantworten. In einem Schreibprozess gehe ich sehr strukturiert vor und sehe zu, dass ich jeden Tag am Text arbeiten kann um den roten Faden nicht zu verlieren. Für gewöhnlich setze ich mir hier ein Limit von 1000 Wörtern am Tag bevor ich den PC ausschalte. Während meiner Recherchen oder während der Lektoratsdurchgänge setze ich mir ein realistisches Tagespensum das gut zu bewältigen ist und Zeit zum Nachdenken lässt.
13) Mögen Sie Hörbücher?
Sehr gerne, vor allem während längerer Fahrten, sei es im Auto oder im Zug. Wenn vorhanden, wähle ich immer eine ungekürzte Fassung des Originaltextes. Perfekt ist es dann, wenn Hans Korte, Joachim Kerzel oder Christian Brückner lesen, dann und nur dann, toleriere ich sogar einen Stau oder längere Wartezeiten am Bahnhof (lacht).
14) Was denken Sie über eBooks?
Für den Buchmarkt im gesamten meiner Ansicht nach einem nicht mehr wegzudenkenden Medium vor dem niemand Angst haben muss, dass es irgendwann keine gedruckten Bücher mehr geben wird. Das ist m.E. völliger Unsinn! Ich plädiere für ein gesundes Nebeneinander und wünschte mir, dass vor allem Buchhändler sich diesem Medium viel mehr öffnen würden. Mir als Autor ist es völlig gleich auf welche Weise meine Leserinnen und Leser meine Texte konsumieren und sich gut unterhalten fühlen. Persönlich bevorzuge ich das papierne Buch, besitze aber einen E-Reader den ich immer dabei habe und regelmäßig nutze.
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Als einen sehr fokussierten Menschen, der – wenn er sich etwas vorgenommen hat – (beinahe) alles daran setzt seine Ziele zu erreichen.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Bislang hatte ich noch nie mit einer Schreibblockade zu kämpfen – Gott sei Dank! Es gab aber Situationen an denen ich an einer gewissen Stelle in einem Text für den Moment nicht weitergekommen bin. Und in solchen Fällen nehme ich mir dann die Freiheit sprichwörtlich Stift und Papier aus der Hand zu legen und mich einer anderen Sache zuzuwenden. Meist gibt es ja genug zu tun: Entweder ich arbeite meine Recherche-Notizen ab oder wende mich einer anderen Textstelle redaktionell zu.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Ich lese unheimlich viel und gerne, spiele Klavier und Gitarre. Ich male und zeichne seit meiner Kindheit und hatte vor einigen Jahren auch eine Ausstellung. Hinzu kommen alle möglichen Facetten des Sports. Leider leiden derzeit alle diese Hobbys ein wenig unter dem Schreiben. Aber ich denke mir, dass alles seine Zeit hat und im Moment ist einfach das Schreiben dran, woran ich auch großen Spaß habe. Als Debütautor will und darf ich mich jetzt auch nicht auf die faule Haut legen und ich habe ganz viele Romanideen, die ich gerne in die Tat umsetzen möchte.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Hui! Sehr schwierige Frage. Beim Hörbuch fällt mir die Antwort leichter. Da ist es definitiv ‚Das Parfum‘ von Patrick Süßkind, gelesen von Hans Korte. Ich war vom Buch selbst schon fasziniert und habe es mehrfach gelesen, aber die Stimme von Hans Korte macht das geniale Werk zu einem akustischen Genuss der Meisterklasse.

Ich glaube, dass ich kein absolutes Lieblingsbuch habe, aber eine handvoll Bücher, die ich schon so oft gelesen habe, dass ich nicht mehr sagen könnte wie oft. Hierzu zählen: ‚Nachtzug nach Lissabon’ von Pascal Mercier, ‚Der Verdacht‘ von Friedrich Dürrenmatt, ‚Der Name der Rose‘ von Umberto Eco und ‚Brot und Spiele‘ von Siegfried Lenz.
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
In erster Linie wünsche ich mir, dass meine Leserinnen und Leser sich gut unterhalten fühlen.

Es wäre schön, wenn meine beiden Verlage auch in Zukunft daran interessiert wären mit mir zusammenzuarbeiten, was nicht zuletzt von den Verkaufszahlen abhängt.

Und natürlich wäre es toll, wenn meine Bücher irgendwann einmal als Filmstoff dienen würden. Davon träumt glaube ich jede Autorin und jeder Autor.
Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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