Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Die Leseleidenschaft-Mädels
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Janet Clark (Autorin)

Copyright by Janet Clark

Copyright by Janet Clark

NameJanet Clark
Linkwww.janet-clark.de
Geburtsjahr oder Alter45
WohnortMünchen; Bayern
BuchtitelRachekind (Thriller, Heyne, 2013); Ich sehe dich (Thriller, Heyne, 2012); Schweig still, süßer Mund (Jugendthriller, Loewe, 2012); Sei lieb und büße (Jugendthriller, Loewe, 2013)
GenreAntwort
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Über das Erzählen und auf Drängen meiner Mutter, die sich schon seit Jahren für die Geschichten begeistern konnte, die ich meinen Kindern erzählte oder ihr zum Geburtstag schenkte. Auf ihre Aufforderung hin habe ich bei einem Schreibwettbewerb mitgemacht. Die Geschichte hat mich den letzten Nerv gekostet und mir bestätigt, dass Schreiben ein Handwerk ist, das gelernt sein will. Aber, die Geschichte gewann den zweiten Preis, wurde veröffentlicht und weitere angefragt. Das war der noch sehr zögerliche Beginn meines Autorenlebens.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ich liebe Bücher und gehe fast nie ohne eines aus dem Haus – ich könnte ja irgendwo fünf Minuten Zeit finden, ein paar Seiten zu lesen ☺ - mein Mann musste deswegen einmal Schätzings Hardcoverausgabe „Der Schwarm“ auf einer siebenstündigen Wandertour im Rucksack schleppen. Als er bei der ersten Rast den Rucksack öffnete und das Buch sah (und begriff, warum der Rucksack so schwer war), hat er mich für völlig verrückt erklärt. Aber als Gentleman hat er das Buch brav durch den Rest des Urlaubs getragen und achtet seitdem darauf, dass ich nur Taschenbuchausgaben mit auf Reisen nehme…
Eigentlich lese ich fast alles, ob literarisch, lustig, ernst oder spannend, solange die Geschichte und die Figuren mich fesseln. Als Thrillerautorin lese ich besonders viele Thriller und Jugendthriller, zum Einen, weil sie mich natürlich interessieren, zum Anderen, weil ich den Markt kennen muss.

3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Mit Elf. Meinen ersten Roman habe ich meiner Schwester zum Geburtstag geschenkt, er hatte 12 Seiten und spielte in Indien. Dann gab es eine Pause von 26 Jahren, in denen ich ab und zu lustige Geschichten für die Familie schrieb, ohne jegliche Ambition, Autorin zu werden. Mitte dreißig erwachte dann der Wunsch, einen richtigen Roman zu schreiben. Ich habe ein Schreibseminar besucht und erkannt, dass man Schreiben erst erlernen muss, bevor man sich an ein Buch setzt. Daher blieb es zwei Jahre beim Traum vom Schreiben und der Lektüre von Schreibratgebern, da ich neben Kindern und meinem Job als Marketingchefin schlicht keine Zeit fand, auch nur eine Zeile zu Papier zu bringen – bis zu dem Tag, als meine Mutter mir die Ausschreibung brachte.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Absolut. Privat habe ich nur lustige Geschichten geschrieben, den Kindern habe ich immer fantastische Geschichten erzählt. Eine haben wir über Jahre bei jeder Bergtour und jedem Joggen weitergesponnen und diese Figuren wohnen alle noch in meinem Kopf und warten darauf, endlich aufs Papier zu hüpfen!
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Grundsätzlich gehöre ich zu den Menschen, die Rituale nur haben, um sie sofort wieder zu verwerfen. Ungeschönt könnte man auch sagen, ich bin zu chaotisch für feste Rituale, bestimmte Zeiten oder bestimmte Materialien – ich würde viel zu viel Zeit mit dem Suchen verbringen... Allerdings habe ich beim Schreiben eine Regel und das ist: Schreibe nie eine Szene, ohne sie zuvor genau geplottet zu haben und daraus ergibt sich, dass ich in der Schreibphase selbst ein Romantagebuch führe, in dem ich vor dem Schreiben all meine Gedanken zu der Szene niederschreibe und ordne. (Die Schreibphase kommt nach der Plotphase, d.h. zu dem Zeitpunkt stehen Buchplot und Szenenplan bereits.) In das Romantagebuch schreibe ich per Hand. Text schreibe ich auf Laptop oder PC, je nachdem ob ich in meinem Arbeitszimmer schreibe oder in der Küche oder im Kinderzimmer, z.B. wenn ich bei meiner Tochter sitze, bis sie einschläft. Oft arbeite ich bis spät nachts, um die „Kinderpausen“ tagsüber auszugleichen.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Immer angeregt durch etwas, das ich höre oder lese oder erlebe und mich so nachhaltig beschäftigt, dass ich darüber schreiben muss. Ich möchte mit meinen Büchern zwei Dinge erreichen: 1. Unterhalten 2. Zum Nachdenken anregen. Wenn mich ein Thema besonders beschäftigt, betrifft das oft eine Ungerechtigkeit und dann wünsche ich mir, dass viele Menschen darauf aufmerksam werden. Z.B. Bei „Ich sehe dich“ erfährt man etwas über häusliche Gewalt, wie versteckt sie stattfindet, welche Formen sie haben kann und warum Frauen oft in einer Gewaltspirale gefangen sind. Wenn mir dann jemand schreibt, dass er aufgrund des Buches diese Frauen jetzt in einem anderen Licht sieht, freut mich das.

7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Die sehr grobe Geschichte habe ich zumeist vor Augen, dann suche ich mir das Grundthema der Geschichte und plotte sie nach dramaturgischen Vorgaben durch. Dabei verändert sich die Geschichte zumeist noch einmal sehr stark. Es kann Wochen, sogar Monate dauern, bis ein Plot sitzt. Dann kommt der Szenenplan, gefolgt von der Figurenentwicklung. Auch hier habe ich die Charaktere bereits zu Beginn schemenhaft vor Augen, aber bevor ich losschreibe, muss ich sie richtig kennenlernen. Dazu gibt es viele Übungen.

8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Ein gutes Jahr. „Rachekind“ etwas länger, allerdings mit Phasen, in denen ich bereits an „Sei lieb und büße“ gearbeitet habe. Die reine Roh-Schreibphase ist etwa 6 Monate. Der Rest ist plotten, entwickeln, überarbeiten. Meist schreibe ich 7 Tage die Woche, um mein Pensum zu schaffen.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Nein. Denn die Geschichte konnte ja schon wochenlang in meinem Kopf reifen und der erste Satz ist meist das Ergebnis von stundenlangem Denken, denn er ist ungeheuer wichtig.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Mit dem Schreiben von „Ich sehe dich“ – ich habe über zwei Jahre an dem Buch neben meinem damaligen Job geschrieben – allerdings hatte ich dafür meine Arbeitszeit auf Teilzeit heruntergefahren. Ich wollte wissen, ob ich als Autorin arbeiten können würde oder nicht. Schließlich ist dies bei den meisten Autoren nicht der Fall, warum sollte ich es also schaffen? Ich habe lange gezögert, aber mein Mann hat mich bestärkt den Schritt zu gehen und einen Versuch zu starten. Er meinte, wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich mich immer fragen, ob ich es nicht doch hätte schaffen können.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
In geringem Maße. Ich bin aber immer am Brainstorming beteiligt. Der Titel „Rachekind“
stammt von mir, das Cover vom Verlag und ich finde es absolut großartig.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Ich schreibe hauptberuflich, insofern ist mein Alltag das Schreiben mit all dem Drum-Herum, was zum Schreiben gehört (plotten, lesen, Lesereisen und Öffentlichkeitsarbeit, Treffen mit Agent und Verlag etc.). Da ich zu Hause arbeite, habe ich an den Tagen, an denen meine Tochter zu Hause betreut wird oft „Besuch“ ☺ Aber das ist schön, ich genieße meine kleine Nachzüglerin in vollen Zügen. Natürlich brauchen meine großen Kinder auch immer wieder meine Zeit, obwohl sie sehr selbständig sind. Wenn ich dann nicht so recht zum Arbeiten komme, schreibe ich eben nachts länger, was sich gut trifft, denn meine kreativste Phase ist meist nach acht Uhr abends.
13) Mögen Sie Hörbücher?
Ja, auch wenn sie oft zu stark gekürzt sind. Ich finde sie eine wunderbare Ergänzung zum Lesen und höre sie vor allem beim Autofahren, beim Aufräumen und beim Gartenarbeiten.

14) Was denken Sie über eBooks?
Ich glaube, e-Books sind die logische Antwort auf den digitalen Fortschritt. Ich persönlich habe noch keinen e-Book-Reader, ich bevorzuge Bücher in Papierform und ich liebe es, in Buchläden von Tisch zu Tisch zu wandern und die Bücher in die Hand zu nehmen und anzulesen. Aber das ist Geschmackssache. Natürlich wird dies die Verlage und Autoren vor eine Herausforderung stellen, doch wirklich bedenklich finde ich die Situation vor allem für den Buchhandel. Dort wird ein strategisches Umdenken stattfinden müssen.

15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Hmm. Da ist diese Schere zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung…

16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Oft klappt: Schreibtisch von überfälligen Terminsachen freimachen (sprich: bearbeiten) und mit den Figuren einen schriftlichen Dialog zu beginnen. Wenn das nicht funktioniert, dann hilft nur noch Sachen packen und weg. Aus dem Alltag und der permanenten Ablenkung raus in Klausur und mich nur noch mit dem Buch beschäftigen. Manchmal ist eine Schreibblockade jedoch auch okay. Mein weiser Agent hat einmal gesagt: Schreiben ist wie atmen, man muss einatmen, um ausatmen zu können. Übertragen heißt das: wenn man schreiben will, muss man sich auch schreibfreie Zeit zugestehen, in der man Kopf und Seele mit neuen Eindrücken füllt, die man verarbeitet dann wieder schreibend „ausatmen“ kann.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Lesen ist jetzt ja Teil meines Berufs und für andere Hobbys bleibt eigentlich keine Zeit. Ich mache regelmäßig Sport, aber das ist mehr eine gute Angewohnheit als ein Hobby. Bleibt mein großes Interesse für Menschen und ihre Geschichten.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Schwer zu sagen – das wechselt immer wieder, je nachdem, in welcher Lebensphase ich mich befinde und je mehr ich darüber nachdenke, desto größer wird die Liste der Bücher, die um den Toptitel rangelt. Am nachhaltigsten beeindruckt haben mich in meiner Kindheit: Die Kinderkarawane von Ann Rutgers; in meiner Jugend: Exodus von Leon Uris; in meiner Zeit in England: Acid Road von Minette Walters; nach der Geburt meiner Tochter: Leichenraub von Tess Gerritsen und in der letzten Zeit: Adams Erbe von Astrid Rosenfeld und Der Mann aus Zelary von Kveta Legátová
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
An erster Stelle: dass meine Familie gesund bleibt. Das ist die Ausgangsbasis für alle weiteren Pläne. Natürlich wünsche ich mir, dass ich weiterhin für meine Verlage schreiben darf und dass ich mit jedem Buch mehr Leser überzeugen und somit meinen Namen in der Bücherwelt etablieren kann. Und dann wäre da noch dieser Traum, mit meinem Mann zusammen auf dem Motorrad quer durch Amerika und Australien zu tingeln und überall dort, wo es besonders schön ist, ein Weilchen zu bleiben …

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)

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