Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL
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Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Inge Löhnig (Autorin)

Foto folgtNameInge Löhnig
Linkwww.inge-loehnig.de
Geburtsjahr oder Alter1955
Wohnort
BuchtitelDer Sünde Sold; In weißer Stille; So unselig schön; Schuld währt ewig; Schattenkuss; Scherbenparadies
Genre
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Durch ein Missverständnis. Ich habe vor Jahren einen hoch gelobten Krimi gelesen und ihn anschließend verärgert in die Ecke gepfeffert. Mir hat er nicht gefallen. Das kann ich auch, und das kann ich besser, dachte ich. Für diesen schon etwas überheblichen Plan, habe ich ganz schnell Abbitte geleistet. Man schreibt nicht einfach mal so einen Roman. Ich habe das mehrhundertseitige Desaster meines ersten Versuchs in einer Schreibtischschublade beigesetzt, dann Fachbücher besorgt, Workshops über das Schreiben besucht und so langsam gelernt, wie man einen Roman schreibt. Das Lustige dabei ist, dass ich den Roman, der damals den Anstoß gegeben hat, Jahre später noch einmal gelesen habe. Er ist klasse. Ich habe beim ersten Mal einfach einen falschen Tonfall in meinem Kopfkino gehört.

2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ich lese unheimlich gerne. Leider komme ich seltener dazu, seit ich selbst schreibe. Meine Lieblingsgenres sind Krimi und Thriller und dann habe ich noch eine Schwäche für Familienromane.

3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Eigentlich schon als Schülerin. Richtig losgelegt habe ich allerdings erst vor etwa fünfzehn Jahren.

4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Aber sicher. Am liebsten einen Familienroman
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich schreibe grundsätzlich an meinem Mac. Sogar Notizen schreibe ich nicht mit Hand. Meine Handschrift ist derart grauslich, dass ich oft selbst Mühe habe sie zu entziffern. Meine liebste Schreibzeit ist der frühe Morgen. Oft sitze ich schon um sechs Uhr an meinem Schreibtisch. Immer mit dabei: Eine Kanne grüner Tee.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Das ist sehr unterschiedlich. Die Idee für den ersten Roman kam mir während einer Radtour. Beim zweiten war es ein Zeitungsartikel, beim dritten das Stöbern in alten Rechercheunterlagen. Offenbar sind meine Antennen für Themen ständig auf Empfang gestellt und dann genügt auch eine vierzeilige Zeitungsnotiz, um mich ins Grübeln zu bringen. So war es jedenfalls bei Dühnforts fünftem Fall, der im Dezember erscheint.
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Auch das ist sehr unterschiedlich. Manche Figuren laufen mir zu und sind sofort sehr lebendig und präsent und für mich gut fassbar. Manche sperren sich. Bei denen muss ich dann geduldig sein, bis sie sich öffnen.

Da ich eine Serie mit meinem Ermittler Konstantin Dühnfort schreibe und ihn schon seit fünf Bänden begleite, kenne ich ihn mittlerweile ganz gut. Ebenso sein Team. Gina und Alois, Meo und Buchholz, die Rechtsmedizinerin Ursula Weidenbach und Staatsanwalt Christoph Leyenfels. In Band fünf – so viel verrate ich jetzt schon – kommt eine neue Kollegin dazu, Kirsten Tessmann. Bei den Dühnfort-Romanen habe ich also ein Stammpersonal, das sich eigentlich von ganz alleine weiter entwickelt.

Bei den Jugendthrillern ist das anders. Da schreibe ich keine Serie und muss für jeden Roman alle Figuren neu (er)finden.

Bei meinem ersten Schreibversuch, habe ich einfach ohne große Planung losgelegt. Das endete in einem zweihundertseitigen Desaster. Seither plane ich meine Romane. Ich überlege sehr genau, worauf ich hinaus will, was ich mit der Geschichte zeigen möchte und wie sie enden soll. Dafür lege ich einen Kapitelplan an, den ich dann in schöner Regelmäßigkeit während des Schreibens - mal mehr, mal weniger - über den Haufen werfe, da sich völlig neue Aspekte und Entwicklungen ergeben.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Für einen Dühnfort-Roman benötige ich zwischen 1200 und 1500 Arbeitsstunden. Bei den Jugendbüchern sind es entsprechend weniger, da sie nicht so umfangreich sind.

9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Der erste Satz, bzw. das erste Kapitel ist für mich sehr wichtig. Es gibt den Grundton für den ganzen Roman vor. Ich schreibe es erst, wenn ich merke, dass ich dafür bereit bin. Ich muss dafür in einer besonderen Stimmung sein, sonst wird das nichts. Aufgeregt bin ich daher nicht.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Meinen ersten Roman wollte ich nicht veröffentlichen. Den hatte ich für mich geschrieben und dabei überhaupt erst gelernt, wie man einen Roman schreibt. Die Idee, dann doch einen Verlag, bzw. eine Agentin zu suchen, entstand während eines Workshops des Münchner Literaturhauses für angehende Krimiautoren. Die Leiterin des Kurses riet mir dazu.

11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Nein. Das ist Aufgabe des Verlags.

12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Inzwischen befinde ich mich in der glücklichen Lage vom Schreiben leben zu können. Es ist zu meinem Vollzeitberuf geworden. Dabei ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, den ich ursprünglich gar nicht geträumt habe. Ich beschäftige mich tatsächlich acht Stunden am Tag mit meinen Figuren und Geschichten, mit Schreiben und Überarbeiten, mit Lesungsvorbereitungen und Planungen für kommende Projekte.

13) Mögen Sie Hörbücher?
Eine für mich nicht zu beantwortende Frage. Ich habe tatsächlich noch keines gehört.

14) Was denken Sie über eBooks?
Im Prinzip eine feine Sache. Man hat seine komplette Bibliothek dabei, kann Schriftgrößen anpassen und auch im Dunkeln lesen. Was man noch lösen sollte, sind die Themen Verleihen und Weiterverkaufen. Wenn ich mir heute ein Buch kaufe, kann ich es an Freunde verleihen, gegen andere Bücher tauschen (bspw. bei Tauschticket) oder Secondhand weiterverkaufen. Das geht bei eBooks noch nicht. Da aber viele Leser ihre Bücherkäufe zum Teil durch den Verkauf der gebrauchten finanzieren, sehe ich in diesem Bereich Handlungsbedarf.

Und was mich natürlich stört, sind die so genannten Tauschbörsen, bei denen man im Internet kostenlos eBooks herunterladen kann. Man tauscht dort ja nicht ein Buch, das man gekauft hat, gegen ein anderes ein, das ein anderer gekauft hat. Diese Tauschbörsen sind Vervielfältigungsanstalten. Eine eBook-Datei wird eingestellt und etliche Male kopiert und nicht nur die Autoren, sondern auch unsere Verlage und der Buchhandel gehen leer aus. Da hängen Arbeitsplätze dran. Wenn diese so genannten Tauschbörsen, wie von der Piraten Partei gefordert, legalisiert werden, dann können wir Autoren über kurz oder lang einpacken und unsere Verlage gleich mit. Warum ein Buch kaufen, wenn man das eBook ganz legal und ohne schlechtes Gewissen kostenlos downloaden kann? Da amortisiert sich der eBook-Reader rasend schnell. Bloß wird es irgendwann nichts mehr zu „tauschen“ geben. Denn, warum soll ich 1500 Arbeitsstunden in ein Buch investieren, wenn ich es am Ende verschenken muss?
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Darin bin ich gar nicht gut
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Bisher ist mir immer etwas eingefallen. Ich habe einfach zu viel Phantasie. Hoffentlich bleibt das so.

17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Radfahren. Skifahren. Lesen. Im Garten arbeiten.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Da gibt es gleich mehrere: Die Musik des Zufalls, von Paul Auster; Sommer ohne Männer, von Siri Hustvedt; Melnitz, von Charles Lewinsky; Schatten, von Karen Alvtegen …

19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Mit 55 wünsche ich mir gesund und fit zu bleiben und noch möglichst lange schreiben zu können. In Rente wollte ich schon als Grafik-Designerin nie gehen und als Autorin geht es mir ebenso. Dafür liebe ich meine Arbeit zu sehr. Ich träume ein wenig davon, künftig einen Teil des Jahres in der Bretagne zu leben und dort zu schreiben. Mal gucken, ob draus was wird.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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