Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Die Leseleidenschaft-Mädels
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Elke Pistor (Autorin)

Copyright by Barbara Hentschel

Copyright by Barbara Hentschel

NameElke Pistor
Linkwww.elke-pistor.de
Geburtsjahr oder Alter46
WohnortKöln
BuchtitelGemünder Blut (2010), Luftkurmord (2011), Eifler Zorn (10/2012),
Das Portal (2011)
GenreKrimi & Mystery
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Mit 40 suchte ich nach einer neuen Beschäftigung, neuen Impulsen, die ich „nur für mich“ machen konnte. Ich habe mir einige Fortbildungsangebote angeschaut und stand zum Schluss vor der Wahl, endlich richtig Schwedisch zu lernen (mein Mann ist Schwede) oder einen Kurs zum kreativen Schreiben an der VHS zu wählen. Um es kurz zu machen – mein Schwedisch ist immer noch sehr rudimentär.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ich lese immer und überall, wo es irgendwie geht und wo ich Zeit dazu haben. Auch mal kurz zwischendurch – so, wie andere eine Zigarettenpause machen. In diesem Jahr „muss“ ich sogar noch mehr lesen, da ich Jurymitglied in zwei Krimi-Preisen bin. Einmal dem Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Debut und zum anderen beim Jaques-Berndorf-Preis, dem Eifel-Krimi-Förderpreis.
Natürlich stehen Krimis auf meiner Liste ganz weit oben. Aber ich mag auch sehr gerne Mystery und seit eine Kollegin mit ihr sehr gutes Saga-Manuskript zum Testlesen gegeben hat, interessiere ich mich auch für diese Sparte.

3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Als Hobby mit 40, wie ich es schon erzählt habe. Zuerst sollte es auch nur ein Hobby bleiben, aber die Entscheidung, es zu meinem Beruf zu machen kam schneller, als ich selbst damit gerechnet hatte.

4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Das mache ich bereits. Neben den(Eifel-)Krimis habe ich eden Mystery „Das Portal“ geschrieben, der mir sehr am Herzen liegt. Zurzeit arbeite ich an einem Kinderbuch, das in Schweden spielt, das übernächste Projekt ist ein nicht regional gebundener Krimi und ich bewege den Gedanken an eine Saga in Herz und Hirn. Schubladen-Genre-Denken mag ich nicht, auch wenn ich weiß, dass ich damit meinen Agenten manchmal in die Verzweiflung treibe. Aber eine gute Geschichte hat immer mehrere Aspekte, die nur unterschiedlich stark gewertet werden.

5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich arbeite sehr diszipliniert – sieht man von gelegentlichen Ausflügen in Soziale Netzwerke ab (wie gut, dass niemand sieht, wie ich jetzt rot werde … ) auf Neudeutsch heißt das wohl „ich prokastiniere“ 😉 . Mein Arbeitstag beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und besteht aus Schreibphasen, Zeiten in denen ich meine Organisationsarbeiten erledige und Recherchephasen. Ich versuche, am Nachmittag, wenn meine Kinder schulfrei haben, den Computer herunterzufahren.
Die Arbeit am Buch selbst beginnt mit einem Haufen bunter Postits, die ich farblich den einzelnen Figuren zuordne und mit denen ich die Handlung Schritt für Schritt an meiner Wand entstehen lasse. Im Anschluss fasse ich alles als Exposé zusammen. Daraus entwickele ich eine Szenenabfolge, an die ich mich während der Schreibarbeit auch mehr oder minder halte. Dabei bleiben die Postits die ganze Zeit über hängen und werden „abgearbeitet“. Wenn alle – auch die während der Arbeit neu entstandenen, weg sind, ist das Buch fertig.

6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Bei mir sind es ganz oft Auslösermomente, die den Anstoß geben. Beim Mystery „Das Portal“ war es die Steinfigur eines Engels am Portal des Kölner Doms, die ich gesehen und im Buch zum Leben erweckt habe. Beim „Luftkurmord“ waren es Lücken in einem alten Fotoalbum meines Großvaters und das Kindergedicht der „Drei Spatzen“ von Christian Morgenstern.
Beim „Eifler Zorn“, meinem neuen Buch, das im Oktober erscheint, war es eine Abrissbaustelle in der Eifel, die ich im Vorbeifahren gesehen habe. Sofort schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass man doch da jetzt wunderbar eine Leiche entdecken könnte.
Zuhause angekommen, habe ich im Netz über das Gebäude recherchiert und bin auch unglaubliche Fakten gestoßen. Damit war das Thema des Krimis klar.
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Meine Figuren sind mir sehr, sehr wichtig. Mit ihnen steht und fällt die Geschichte. Die Eifel-Krimis sind eine Reihe, die bisher 3 Bände hat und von der auch noch mehr erscheinen sollen. Da brauchen die Hauptpersonen ein Leben über die eigentliche Geschichte hinaus, sie müssen sich entwickeln an und mit dem was ihnen im Lauf der Geschichte widerfährt. Damit fange ich immer an. Manchmal nehme ich auch Anregungen aus dem richtigen Leben.

8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Die Ideen schwirren lange in meinem Kopf und reifen. Oft , während ich noch an einem anderen Projekt arbeite. Die „Postit-Phase“ dauert meist zwei Wochen und das eigentliche Schreiben drei bis vier Monate.

9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Nein. Ich freue mich auf das Neue, weiß aber auch, dass es mich jetzt wieder lange Zeit gefangen halten wird. Ich bin eher aufgeregt, wenn es dem Schluss zu geht und ich nur noch einige Szenen schreiben muss. Dann kann ich oft nicht aufhören.

10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Der Wunsch nach Veröffentlichung kam mit den positiven Feedbacks meiner Mitstreiter in den Schreibkursen. Den letzten Anstoß bekam ich, als ich 2009 erfuhr, dass in meinem Heimatstädtchen Gemünd 2010 die Criminale –das größte deutschsprachige Krimifestival – stattfinden sollte. Die Chance wollte ich mir als geborene Gemünderin mit einer Gemünder Kommissarin nicht entgehen lassen. Und es hat geklappt!

11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Beim meinem Hausverlag für die Eifel-Krimis, dem Emons-Verlag habe ich die Möglichkeit der Mitbestimmung. Ich mache eigene Vorschläge, höre aber auch gerne auf den Rat der Vertriebsmannschaft. Besonders stolz bin ich auf das Cover des neuen Buches, dem „Eifler Zorn“ – hier stammt das Coverfoto aus meiner eigenen Kamera.

12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Es ist mit einem Bürotag zu vergleichen. Inklusive Mittagspause. Allerdings habe ich keine Stechuhr an der Tür meines Arbeitszimmers angebracht ☺

13) Mögen Sie Hörbücher?
JA! Unbedingt! Sie ermöglichen einem das Lesen, wenn es eigentlich nicht geht. Ich höre Hörbücher auf langen Autofahrten, z.B. zu Lesungen, ich höre sie beim Bügeln, beim Sport. Mich fasziniert es, was die Stimmen aus den Geschichten machen.
14) Was denken Sie über eBooks?
EBooks sind nur ein weiteres Medium um gute Geschichten an den Mann/die Frau/das Kind zu bringen. Meiner Meinung nach ist es weniger das Medium, das zählt, sondern die Qualität. Solange ein Text gut ist, d.h. auch professionell geschrieben, lektoriert und korrigiert, ist es egal, in welcher Form er daher kommt. Die Gefahr im EBook sehe ich in einer Flut von Texten, die diese Punkte eben nicht erfüllen.
Für mich persönlich sind sie unattraktiv, weil ich den ganzen Tag auf den Bildschirm schaue und das haptische Erlebnis des Papierbuches mag. Außerdem lese ich gerne in der Badewanne …

15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
1,76; mindestens, wenn nicht noch mehr Kilos zu viel; rote Brille.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Ich sitze nicht und warte auf die Muse. Deswegen habe ich auch keine Schreibblockaden in dem Sinne. Wenn ich merke, es fließt nicht richtig, weiß ich, dass die Geschichte an diesem Punkt nicht stimmt. Dann sitzt die Blockade im Plot, nicht in meinem Kopf. Oft hilft dann erneute Recherche vor Ort. Das stößt sehr viel an und bringt neue Ideen und Impulse.

17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Ich habe eine große Familie, liebenswerte Freunde, zwei verrückte Kater und ein Haus samt Garten, die mich alle schwer auf Trab halten. Als Hobby betreibe ich die Beruhigung meines schlechten Gewissens darüber, dass ich eigentlich viel mehr Sport machen müsste.

18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Immer das, welches ich gerade höre. Zurzeit liegt in meinem Auto „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“, gesprochen von Otto Sander – wunderbare Erzählkunst, fantastischer Sprecher.
Auf meinem Lesestapel liegen die Debut-Krimis des Jahres 2012. Ich habe Lieblinge darunter, darf aber nichts dazu sagen.
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Um es zusammen zu fassen: Ich möchte meinen Kindern irgendwann einmal ein Buchregal voll mit den Geschichten vererben, die noch alle in meinem Kopf sind.
Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)

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