Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL
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wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Dane Rahlmeyer (Autor)

Copyright by Anne-Sophie Wittwer

Copyright by Anne-Sophie Wittwer

NameDane Rahlmeyer
Linkwww.dane-rahlmeyer.de
Geburtsjahr oder Alter33
WohnortBilderlahe, Niedersachsen
Buchtitel“Drachenschiffe über Kenlyn”, “Rückkehr nach Kenlyn”, “Kampf um Kenlyn”, “Der Schatz der gläsernen Wächter”, “Garlyn: Das Schattenspiel”, “Der Mitternachtsdetektiv: Unter Wölfen”
Genre
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Der Berufswunsch „Schriftsteller“ stand für mich mit vierzehn oder fünfzehn Jahren fest, als ich Frank Herberts „Der Wüstenplanet“ las. Fremde Welten und Wesen beschreiben und damit auch noch Geld verdienen? Großartig!
Ganz so einfach war es natürlich nicht; ohne einen „Mentor“ musste ich das Schreiben von der Pike auf lernen. Und das war alles, nur nicht leicht: Selbstzweifel, mangelnder Enthusiasmus der Umwelt, das Unvermögen, mit mehr als zwei Fingern zu tippen – all das musste überwunden werden.

2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Ja, ich lese unglaublich gerne, in einer Vielzahl von Genres: Fantasy, Historisches, Biografien. Aber meine allererste große Liebe gehört der Science Fiction.
Ich wünsche nur, ich hätte mehr Zeit zum Lesen.
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Wie gesagt, mit vierzehn/fünfzehn. Richtig loslegen konnte ich allerdings erst, nachdem ich zu Weihnachten eine eigene Schreibmaschine bekam (glücklicherweise mit Löschfunktion!)
Einige Zeit später kam dann der erste Computer, der vieles einfacher machte, und mir zum Glück früh beibrachte, dass häufige Backups so manche Kopfschmerzen ersparen.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Ja. Tatsächlich habe ich schon Ausflüge in Genres abseits des Phantastischen unternommen. So habe ich mit einem befreundeten Autor an einem Drehbuch für einen Mantel-und-Degen-Film geschrieben, der im Deutschland des 18. Jahrhunderts spielt. Und während meines Gastspiels als Autor für das Deutsche Privatfernsehen (ich schaudere heute noch bei der Erinnerung) habe ich ein Konzept für eine Krimiserie entwickelt.

5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich schreibe direkt am PC; meine Handschrift ist zu furchtbar, als dass ich vorher alles auf Papier festhalten könnte. Meine kreative Phase beginnt meist morgens um acht und hält bis zum frühen Nachmittag, weswegen ich versuche, in dieser Zeit so viel wie möglich zu schaffen. Bestimmte Rituale habe ich nicht, außer ein kurzes Luftholen-und-in-mich-gehen bevor ich die erste Taste drücke.
Wichtig ist mir immer, zu wissen, wohin die Reise geht, weswegen ich vor jedem Buch eine detailierte Outline erstelle, in der oft sogar schon Dialoge skizziert sind – und ganz besonders das Ende. So muss ich nicht jeden Tag das Rad neu erfinden, sondern habe die Outline als Stütze.

6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Oft habe ich das Gefühl, die Geschichte findet mich. Im Fall von „Drachenschiffe über Kenlyn“ wollte ich eine Fantasygeschichte schreiben, deren Protagonisten nicht strahlende, auserwählte Helden sind – sondern Underdogs, die sich mit den Obrigkeiten rumschlagen müssen, Geldprobleme haben und so weiter. Ich weiß nicht wieso, aber plötzlich war da die Idee, dass sie ein Transportunternehmen aufmachen, und mit einem Luftschiff durch ihre Welt reisen könnten. Der Rest – Endriel als Hauptfigur und all die Charaktere um sie herum, sowie die Welt von Kenlyn – flog mir in Windeseile zu. Das klingt vielleicht etwas esoterisch, aber ich glaube, das Unterbewusstsein eines Autoren arbeitet die ganze Zeit an Szenarien und Ideen und irgendwann kommt dann der Augenblick, in dem es „Klick“ macht und plötzlich hat man eine ausgewachsene Geschichte.

7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Nachdem ich die Grundidee habe, setze ich mich hin und versuche, das Ganze weiterzuspinnen. Wo kommen die Charaktere her, was hat sie geprägt, was wollen sie, wo gehen sie hin? Was haben sie für Macken und Schwächen? Was sind ihre Stärken? Oft gehen die Entwicklung des Plots und der Charaktere dabei Hand in Hand.
Zuerst sind dies nur Skizzen, oft noch nicht mal vollständige Sätze. Zum Beispiel: „Protagonist kommt in Heimatstadt, fängt Streit an“. Diese Skizzen verdichten sich dann mehr und mehr, ich gehe wieder und wieder an den Anfang zurück und versuche, dem Grundgerüst mehr Fleisch zu geben. Am Ende steht eine Outline, die sich wie eine extrem gekürzte Version der Geschichte liest. Wenn ich dann sehe, die Entwicklung der Charaktere ist stimmig, die Wendungen sind interessant und unerwartet – wenn die Geschichte sich „rund“ anfühlt – dann beginne ich mit dem ersten Kapitel. Und ich schreibe immer chronologisch; ich kenne manche Autoren, die zuerst mit dem Ende anfangen.
Bis dahin kenne ich die Charaktere und die Story gut genug, dass ich (hoffentlich!) ohne größere Holperer durch das Buch komme.
Bis jetzt hat das sehr gut funktioniert.

8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Das kommt darauf an, wie viel Zeit mir die „richtige Welt“ lässt. „Drachenschiffe“ hatte ich innerhalb eines halben Jahres fertig geschrieben, wobei ich damals den Luxus hatte, nichts anderes machen zu können, als zu schreiben. Die beiden Nachfolger „Rückkehr nach Kenlyn“ und „Kampf um Kenlyn“ brauchten beispielsweise zwei ganze Jahre, in denen ich mich auch um die schon erwähnte Arbeit fürs Fernsehen und diverse Hörspielprojekte kümmern musste.
Mein letztes Buch – „Garlyn: Das Schattenspiel“ – war dann wieder ein „Vollzeitbuch“ und brauchte knapp zwei Monate, bis es ins Lektorat ging.

9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Der Anfang ist immer der schwerste Moment: bin ich dem Projekt gewachsen, habe ich meine Hausaufgaben (Outline, Charakterbiografien) ausreichend gemacht hat? Sollte ich nicht vielleicht doch etwas anderes, leichteres schreiben?
Oft genug merke ich dann aber nach den ersten paar Absätzen, dass ich mir zu viele Sorgen gemacht habe, und besser damit aufhören sollte, wenn ich nicht noch mehr Zeit verschwenden will.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Ich glaube, bei jedem Autoren ist dieser Wunsch noch vor dem ersten Kapitel vorhanden: Man möchte seine Geschichte mit so vielen Menschen wie möglich teilen. So wie man begeistert die Werke anderer Schriftsteller aufgenommen hat, möchte man auch andere begeistern. Zumindest war es bei mir so. Dabei ist der Gedanke, an eine (hoffentlich) breite Leserschaft gleichermaßen berauschend wie beängstigend. Was, wenn die Leser die Geschichte in der Luft zerreißen? Was, wenn niemand die Charaktere mag, die einem selbst so sehr am Herzen liegen?
Das sind natürlich Gedanken, die man beim Schreiben so weit wie möglich von sich schieben sollte. Denn zuallererst zählt nur die Geschichte und dass man sie so gut erzählt, wie es einem möglich ist.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Aber das war nicht immer so.
Mittlerweile veröffentliche ich alle meine Bücher selbst, was mir ein Maximum an kreativer Freiheit gibt, und es mir ermöglicht, allein von meinen Büchern zu leben.
Das war lange Zeit nicht so. Ich hatte über Jahre hinweg einige bittere Erfahrungen mit Verlagen machen müssen. Die Kenlyn-Bücher zum Beispiel sind bei einem kleinen Verlag in Berlin erschienen. Als ich damals den Vertrag unterschrieb, fühlte ich mich wie der König der Welt. Dann begannen die ersten Ärgernisse: Eine erste Auflage, die vor Layout- und Rechtschreibfehlern nur so strotzte, mangelnder Einsatz des Verlages, das Buch unter die Leute zu bringen. Buchhändler, die sich bei MIR über gewisse Unarten des Verlages beschwerten.
Trotzdem verkaufte sich der erste Band gut. Eine zweite Auflage wurde allmählich nötig – die auch drei Jahre später immer noch nicht in Angriff genommen wurde, obwohl ich den neu überarbeiteten Text schon lange geliefert hatte. Und so weiter, und so fort.
Dann erfuhr ich von einer neuen Revolution in der Bücherwelt. Immer mehr Autoren brachten ihre Bücher selbst raus, entweder als Taschenbücher, die im On Demand-Verfahren gedruckt wurden – oder als eBooks.
Dabei bestimmten sie alles selbst, vom Layout bis zum Cover. Und das Schönste: Da sie nicht mit Verlagen, Agenten oder Buchhändlern teilen mussten, blieb am Ende das größte Stück vom Kuchen dort, wo es hingehört: beim Autor.
Zuerst war ich ein bisschen zögerlich, bis eine Freundin – Corinna Rindlisbacher von ebokks – anbot, ein unveröffentlichtes Buch von mir als eBook zu veröffentlichen.
Es dauerte ein bisschen, aber „Der Schatz der gläsernen Wächter“ schlug irgendwann ein wie eine Bombe und schaffte es sogar auf Platz 10 der Kindle-Gesamtcharts. Die Tantiemen, die ich für das Buch erhielt, überstiegen meine kühnsten Träume. Und, laut den Aussagen einiger befreundeter und bekannterer Autoren, auch so manchen Verlagsvorschuss.
Ich war hellauf begeistert. Und noch begeisterter, als ich feststellte, dass der oben erwähnte Verlag es versäumt hatte, sich die eBook-Rechte für die Kenlyn-Bücher zu sichern!
Jahre lang hatte ich vergeblich darum gekämpft, bei einem großen Verlag unterzukommen. Das ging so weit, dass ich mir die Freude am Schreiben fast kaputt gemacht hatte. Gleichzeitig hatte ich immer mehr Horrormeldungen von gekürzten Tantiemen und gestrichenen Vorschüssen aus der Verlagswelt gehört.
Mittlerweile sage ich: Pfeif auf die Verlage. Wir leben in einer Zeit, in der es Autoren nicht nur möglich ist, ihre Werke selbst zu veröffentlichen, ohne teure Auflagen zu drucken – sondern vor allem ganz allein ein größeres Publikum zu finden.
Inzwischen verdiene ich jeden Monat mit den Kenlyn-eBooks so viel, wie ich damals als Vorschuss für den ersten Band bekam. Das beflügelt natürlich die Kreativität ungemein, und es ist ein wunderbares Gefühl, Post von neuen Fans zu bekommen.

12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Da ich inzwischen Vollzeit schreibe, gehört so viel Zeit wie möglich dem Schreiben. Und wie gesagt: von morgens bis zum frühen Nachmittag ist „meine Zeit“. Alles, was mich aus diesem Rhythmus rausbringt, ist ein Ärgernis. Das sind meist alltägliche Dinge, wie zum Beispiel Anrufe, der Gang zum Supermarkt, etc.

13) Mögen Sie Hörbücher?
Ja, sehr. Tatsächlich überlege ich gerade, Hörbuchversionen von „Der Schatz der gläsernen Wächter“ und der Kenlyn-Bücher herauszubringen. Durch meine Arbeit mit diversen Hörspielmachern habe ich zum Glück jede Menge Leute in meinem Umfeld, die mir dabei helfen können.
14) Was denken Sie über eBooks?
Ich bin ein Fan, wie man wahrscheinlich gemerkt hat. Wenngleich ich mich deutlich an das flaue Gefühl im Magen erinnere, als ich vor einigen Jahren von der „digitalen Revolution“ las, und dass das gedruckte Buch auf dem absteigenden Ast sei. Immerhin liebe ich gedruckte Bücher. Daran hat sich nichts geändert.
Dass mir diese gefürchtete digitale Revolution einmal Tausende neuer Leser und ein ordentliches Einkommen bescheren würde, hätte ich niemals für möglich gehalten.
Aber warum auch nicht? eBooks sind praktisch, in Windeseile zu erstehen – und letztlich bleibt ein Roman ein Roman, egal ob auf chlorfrei gebleichtem Papier oder digitaler Tinte. Trotzdem freut es mich, dass ich meine Bücher auch als Paperbacks anbieten kann, für eben jene Leute, noch nicht von eBooks überzeugt sind.

15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Mit mehr Phantasie als praktischem Denken gesegnet. Die meiste Zeit Optimist. Manchmal vielleicht zu hart mit sich selbst. Grauenvoller Pokerspieler.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Früher hatte ich oft mit Schreibblockaden zu kämpfen, häufig ausgelöst durch Selbstzweifel. In diesen Phasen half nichts anderes, als das aktuelle Projekt zur Seite zu legen und den Kopf frei zu kriegen. Und auch das war leider nicht immer eine Patentlösung.
Ich glaube, einen festen Schreibplan zu haben, hat enorm gegen Blockaden geholfen. Und natürlich die Freiheit, die das Selbstverlegen mit sich bringt.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Ich liebe Filme und Comics, und interessiere mich sehr für Geschichte. Früher habe ich viel gezeichnet, aber dieser Muskel ist inzwischen leider völlig atrophiert. Da wir zwei Hunde haben, bin ich oft im Grünen unterwegs und kann neue Kraft und Inspiration tanken.
Ich habe auch zwei Kurzfilme gedreht - der eine davon ist noch in der Mache. Ich würde gern mehr mit dem Medium Film machen, auch wenn es extrem stressig und zeitaufwendig ist.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Ich weiß nicht, ob ich das eine absolute Lieblingsbuch habe – dafür gleich eine ganze Reihe, die ich absolut vergöttere. Gene Wolfes „Das Buch der Neuen Sonne“ gehört dazu, oder Philip Reeves „Mortal Engines“-Reihe. Natürlich immer noch der Wüstenplanet. Die Schatzinsel. China Miévilles „Die Narbe“ – und noch zwei Dutzend weitere.
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Gesundheit und ein langes Leben sind natürlich die Klassiker. Und dass der Erfolg meiner Bücher nicht nur eine vorübergehende Phase und morgen schon wieder vorbei ist.
Außerdem wäre es schön, wenn ich es schaffe, wie geplant dieses Jahr noch zwei Bücher fertig zu schreiben. Das eine davon – „Garlyn: Der Schattentanz“, Teil 2 der Schattenraum-Trilogie – fange ich nächste Woche an. Das andere – „Kailani“ – musste ich vor einem Jahr leider zur Seite legen, seither geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich hoffe, ich kriege das Buch bis März nächsten Jahres fertig, damit ich daraus auf der Wolfenbütteler Jugendbuchwoche lesen kann, wo ich zu Gast bin.
Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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2 Kommentare zu Dane Rahlmeyer (Autor)

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