Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL
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wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Christine Kabus (Autorin)

Foto folgtNameChristine Kabus
Linkwww.christine-kabus.com
Geburtsjahr oder Alter49 Jahre
WohnortMünchen
Buchtitel“Im Land der weiten Fjorde” (2013); “Töchter des Nordlichts” (2014)
GenreLandschaftsroman, Familiengeheimnisse, Liebe
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Geschichten habe ich mir immer schon gern ausgedacht. Dass ich einmal Romane schreiben würde, hätte ich allerdings lange nicht zu träumen gewagt – da bedurfte es des liebevollen Tritts einer befreundeten Autorin. Sie hat mich nicht nur zu diesem Schritt ermutigt, sondern mir vor allem den Kontakt zu ihrer damaligen Lektorin beim Bastei Lübbe Verlag vermittelt, die mir eine Chance für meinen Debutroman gab.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Seit ich denken kann, bin ich von Büchern umgeben. Mein Großvater war ein leidenschaftlicher Liebhaber und Sammler alter Bücher. Auch bei meinen Eltern waren Bücher ein prägendes Element der Einrichtung. Ein Zimmer ohne Bücher konnte ich mir als Kind nicht vorstellen, ein Leben ohne Lesen bald erst recht nicht mehr. Momentan komme ich allerdings wenig dazu - nicht nur aus Zeitmangel, sondern weil ich mich kaum auf andere Geschichten einlassen kann, wenn ich selber schreibe. Eine Erfahrung, die ich erst einmal verdauen musste, denn ich habe früher in jeder freien Minute ein Buch zur Hand genommen
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Ich habe früher mehrere Jahre als festangestellte Dramaturgin / Lektorin in der Film- und Fernsehbranche gearbeitet. Dabei wurde mir bald klar, dass ich nicht nur die Filmstoffe anderer beurteilen und betreuen, sondern selber welche schreiben wollte. 2003 machte ich mich daher als Drehbuchautorin selbstständig und schrieb für diverse Fernsehserien.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Ja, Krimis und Thriller reizen mich sehr. Oder ein reiner Historienroman. Außerdem stelle ich es mir als interessante Herausforderung vor, ein Jugendbuch zu schreiben.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Die ersten Ideen und den groben Ablauf schreibe ich mit meinem Füller auf einem Klemmbrett. Spontane Einfälle, Fragen und Rechercheaufgaben meistens mit Bleistift auf kleinere Zettel, was dann irgendwann zwangsläufig zur sprichwörtlichen Zettelwirtschaft führt – allen guten Vorsätzen zum Trotz, alles in einem Notizbuch zu sammeln. Dazu kommen noch kleine Blöcke und Blankobücher, die ich immer bei mir habe, falls mir unterwegs ein Gedanke kommt, den ich nicht vergessen möchte.
Das eigentliche Schreiben geht dann am Laptop an meinem Schreibtisch vonstatten.

6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Bisher war es bei jeden Buch anders:
Bei meinem Debut war es ein Wunsch / Vorgabe der Verlagslektorin, dass der Roman in Norwegen und auf zwei Zeitebenen spielen sollte.
Bis dahin hatte ich noch wenig Kenntnis über Norwegens Geschichte. Zu der Zeit stieß ich immer wieder auf Dokumentationen und Berichte von Kindern aus Beziehungen von Wehrmachtssoldaten und Frauen in den von den Deutschen besetzten Ländern. Als ich herausfand, dass auch Norwegen im Krieg unter deutscher Herrschaft gestanden hatte, war schnell kar, dass eine Liebe zwischen einem norwegischen Mädchen und einem Soldaten spannendes Potential bieten würde und obendrein ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen könnte…

Die Idee für den zweiten Roman kam mir während der Arbeit am ersten. Eine der Nebenfiguren und ihre Hintergründe haben mich so beschäftigt, dass ich ihr ein eigenes Buch widmen wollte.

Nach der Abgabe dieses Manuskriptes fragte mich meine Lektorin, ob ich mir eine weitere Geschichte überlegen könnte, die in Norwegen spielt (also genauer zwei, denn es sollten wieder zwei Handlungsebenen sein). Spontan sagte ich, dass mich die Zeit um 1900 sehr reizt, als der Nordpol erforscht wurde und viele Expeditionen in der Arktis stattfanden... Der Lektorin gefiel dieses "Setting" - und so begann ich, mir dazu etwas auszudenken
7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Bevor ich mit dem eigentlichen Manuskript beginne, schreibe ich zunächst eine Inhaltsangabe, die vor allem die Entwicklung der Hauptfiguren und ihrer Geschichten betrifft. Im Laufe der Arbeit verändert sich dann aber immer einiges - was das Ganze für mich sehr spannend macht. Im Nachhinein kann ich oft gar nicht mehr genau sagen, wann und warum mir welche Figur eingefallen ist, manche sind einfach plötzlich da und wollen mitmischen.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Ein Jahr – das steht zumindest im Vertrag. Beim Debut hatte ich davor aber schon monatelang recherchiert, auch beim zweiten war etwas mehr Luft. Jetzt, beim dritten, habe ich tatsächlich „nur“ ein Jahr. Das klingt nach viel Zeit, da ich aber intensiv recherchiere, nicht gerade zu den Schnellschreibern gehöre und nebenbei auch noch andere Aufträge abarbeiten muss, rast die Zeit nur so dahin…
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Aufgeregt trifft es nicht ganz, mir ist eher feierlich zumute.
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Als ich am ersten Roman arbeitete, ahnte ich (zum Glück!) nicht, was neben dem Schreiben auf mich zukommen würde, nämlich die Vermarktung meiner Bücher, um es mal mit einem Schlagwort zusammenzufassen. Eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit, die ich vollkommen unterschätzt hatte, die aber sehr reizvolle und wertvolle Erfahrungen mit sich bringt. Zum Beispiel das Begleiten von Leserunden auf Leserforen, weil ich da direkt mit meinen Lesern kommunizieren, ihre Fragen beantworten und ihre Meinungen erfahren kann.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Nein, als Autor - zumal als Neuling – habe ich da wenig Einfluss. Ich mache Titelvorschläge (im Fall von „Töchter des Nordlichts“ wurde er tatsächlich übernommen), beim Cover werde ich jedoch nicht einbezogen. Bislang bin ich allerdings sehr, sehr glücklich und zufrieden mit der Gestaltung und dankbar, dass sich die zuständige Abteilung im Verlag da solche Mühe gibt!
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Ich sitze meist gegen halb acht am Schreibtisch. Zuerst checke ich Emails und sehe auf Facebook und anderen Netzwerken nach, ob es interessante Neuigkeiten gibt. Wenn ich gerade eine Leserunde begleite, beantworte ich Fragen, die mir die Teilnehmer gestellt haben.
Je nach Stand des aktuellen Buch-Projekts lese und überarbeite ich das Geschriebene vom Vortag und schreibe weiter, falls nicht gerade Recherchearbeit ansteht. Zwischendurch mache ich immer wieder kleine Pausen, gehe um den Block, räume auf, wurstele im Haushalt herum – denn viele Ideen und Lösungen kommen mir, wenn ich Abstand vom Monitor habe. Darum kann ich auch nicht genau sagen, wieviele Stunden ich täglich an einem Roman arbeite. Im Grunde ist es ein permanenter Prozess.
An manchen Tagen wechsle ich die Seiten und kümmere mich als Dramaturgin um die Geschichten und Filmprojekte anderer Autoren oder bin als Dozentin bei der Drehbuchwerkstatt TopTalente tätig.
13) Mögen Sie Hörbücher?
Schon als Kind las ich lieber selber, als vorgelesen zu bekommen. Das ist bis heute so. Bessergesagt vermute ich das, denn ich habe ewig kein Hörbuch mehr verwendet. Vielleicht sollte ich es mal wieder ausprobieren und neu für mich entdecken…
14) Was denken Sie über eBooks?
Ich selbst habe (noch) keinen E-Reader, finde es aber sehr praktisch, die Möglichkeit zu haben, viele Bücher mitnehmen zu können, wenn man z.B. verreist und nicht so viel schleppen möchte.
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Strukturiert, zuverlässig, treu, humorvoll, selbstironisch, ab und zu sehr ungeduldig (zum Beispiel, wenn der PC zickt), zu Selbstzweifeln neigend.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Manchmal helfen mir Recherchen auf die Sprünge, weil sich da oft interessante Details auftun, die mich inspirieren. Manchmal ist es aber am besten, eine Pause zu machen und mich nicht unter Druck zu setzen. Am nächsten Tag flutscht es dann meistens wieder.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Bergwandern, Spazierengehen, klassische Musik hören, kochen und backen, ins Kino gehen, spontane Städtekurztripps…
Mit dem siebenjährigen uigurischen Mädchen, das ich als Mentorin betreue und regelmäßig samstags für ein paar Stunden treffe, neue Dinge auszuprobieren, in den Zoo zu gehen, zu basteln und vor allem ganz viel Quatsch zu machen 😉 Große Freude bereitet es mir auch, als Lesefuchs einmal die Woche in einer Grundschule Kindern aus sogenannten bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund vorzulesen und die Liebe zu Büchern weiterzugeben.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Tut mir leid, ich fürchte, da kann ich keine eindeutige Antwort geben … da gibt es so viele und sehr bunt gemischt...
Neben englischen Krimis (Elizabeth George, Minette Walters, Martha Grimes u.a.) die Romane von Garcia Marquez, Sarah Lark, Amy Tan, Isabel Allende, aber auch Sigfried Lenz, Thomas Mann, Alfred Andersch, Theodor Fontane, die Bücher von Jane Austen und den Bronte-Schwestern, russische Literatur (Anna Karenina, Krieg und Frieden etc.), deutsche und österreichische Romane, die um Zeit der letzten Jahrhundertwende angesiedelt sind... ich höre jetzt lieber auf, sonst platzt die Seite aus allen Nähten 😉
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
Dass ich mir die Fähigkeit erhalte, die kleinen, kostbaren Momente des Glücks, die uns unverhofft geschenkt werden, wahrzunehmen und dankbar zu genießen.
Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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