Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL
Rezensionsanfragen

Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Seiten

Boris Koch (Autor)

Copyright by Anna Kuschnarowa

Copyright by Anna Kuschnarowa

NameBoris Koch
Linkwww.lesehappen.de und www.boriskoch.de
Geburtsjahr oder Alter1973
WohnortBerlin
BuchtitelVier Beutel Asche (aktuell), Der Drachenflüsterer, Feuer im Blut, Der Königsschlüssel (mit Kathleen Weise), Rückkehr ins StirnhirnhinterZimmer (mit Christian von Aster & Markolf Hoffmann) und andere mehr
GenreViel Jugendbuch und All-Age, aber eigentlich alles querbeet
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe als Jugendlicher alles Mögliche gemacht, Musik, Schreiben, Fußball, Basketball, Tischtennis, usw. Alles als Hobby, manches länger, manches kürzer, aber das Schreiben war irgendwie mehr als Zeitvertreib und ist mir als Erwachsener geblieben.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Sehr gern. Zum Vergnügen und um mich zu bilden; aus Neugier, was die Kollegen machen; und auch, um zu sehen, was man mit Literatur alles machen kann. Dabei interessiert mich die Einteilung in Genres nicht, ich orientiere mich eher an den Themen eines Buchs. Mich interessiert die Erzählweise, die Intensität und das, was hinter der Geschichte steckt. Welches Genre und ob überhaupt eines, ist mir egal.
3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Als Jugendlicher habe ich eigentlich nur für mich geschrieben. Mit Texten, die ich anderen gezeigt habe, oder die gar für eine Veröffentlichung gedacht waren, habe ich erst mit etwa 18, 19 begonnen, sieht man von einer Kurzgeschichte ab, die ich mit 15 in einem Fanzine veröffentlicht habe.
4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?

So ziemlich alles, ja. Solange mich das Thema, die Figuren und die Geschichte an sich reizt.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Ich habe kein Ritual, schreibe aber möglichst daheim im Arbeitszimmer, oft mit bewusst ausgewählter Musik im Hintergrund. Unterwegs (Lesungen, u.ä.) mache ich mir eigentlich nur Notizen auf Papier oder lese manchmal passende Sachbücher.
Wichtig ist aber eigentlich nur die Geschichte; wenn Materialien und Ort nicht ideal sind, sind sie es eben nicht; damit komme ich klar.
6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Jede anders.
Für 300 kByte Angst war ein Artikel über prügelnde Jugendliche ausschlaggebend, von dem ich zu erniedrigenden Handyfilmen und Happyslapping gekommen bin.
Bei Vier Beutel Asche spielten (mindestens) drei unterschiedliche Erlebnisse und zwei kurze Filmszenen eine Rolle, um die Stimmung des Romans zu finden; woher die Kernidee kommt, weiß ich nicht.
Für die Drachen im Drachenflüsterer standen Dinosaurier Pate und die Frage: Was wäre, wenn die Knochen in der Erde nicht die Überreste, sondern der Beginn eines Geschöpfs wären? Die jugendlichen Hauptfiguren sollten keine „prophezeiten Helden“ sein, sondern eher aufmüpfige Rotznasen, die aus eigenem Antrieb handeln, nicht weil es vorherbestimmt ist. Das war keine spontane Idee, sondern eine bewusste Entscheidung, weil ich eine Abneigung gegen Prophezeiungen und „Schicksal“ habe.
Soweit ein paar Beispiele, meist kommt alles zusammen, Beobachtungen im Alltag, eigene Erlebnisse oder die von Bekannten, Zeitungsberichte, „Antworten“ auf andere Erzählungen, Bilder oder Musik. Ein Roman besteht ja aus einer Reihe von Ideen, Figuren, Szenen, Orten, ...

7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)

Von Roman zu Roman, von Erzählung zu Erzählung unterschiedlich. Grob kann man aber sagen, dass ich vor dem Schreiben den Anfang und das Ende kenne, dazu ein paar grobe Situationen und Wendepunkte. Die meisten Details und sogar manche Nebenfiguren entstehen erst während des Schreibens. Da brauche ich den Fluss, die Spontanität, um mich nicht selbst zu langweilen.
8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Das ist von Buch zu Buch verschieden. Vier Beutel Asche basiert etwa auf einer unveröffentlichten Kurzgeschichte, die ich ein paar Jahre vor dem Romanbeginn geschrieben habe, sowie zwei Gedanken, die ich noch früher für ein anderes Buchprojekt hatte, was nun aber gestorben ist, weil es Vier Beutel Asche zu ähnlich wäre. Trotzdem hat die konkrete Arbeit nicht sechs, sieben Jahre gedauert …
Feuer im Blut ist mit etwa 200 Seiten halb so umfangreich wie etwa Das Verlies der Stürme, welches damit viel komplexer ist und länger braucht, um geschrieben zu werden. Da ich dabei - dritter Band des Drachenflüsterers - jedoch auf schon bestehende Figuren und eine mir vertraute Welt zurückgreifen konnte, war die Vorarbeit leichter und kürzer.
Grob kann man aber sagen: ein Jahr pro Buch.
9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Aufgeregt ist der falsche Begriff, aber es ist etwas Besonderes, tatsächlich anzufangen. Und wenn es mit der siebten Fassung des ersten Satz ist …
Aufgeregt bin ich eher in dem Moment, wenn ich weiß: Ja, diese Idee ist die nächste! Das ist nicht nur ein alberner Einfall, das trägt sich einen ganzen Roman!
(Dabei irre ich mich zwar auch, aber das merke ich ja erst später, wenn die Aufregung wieder verklungen ist ...)
10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Zuerst war der Wunsch da, dass meine Geschichten in die Öffentlichkeit gehen, nicht ich als Person. So gern ich öffentliche Lesungen mache, grundsätzlich in die Öffentlichkeit drängt es mich nicht.
11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?

Titel: Ja, die sind alle von mir.
Beim Cover hatte ich manchmal einen (kleinen), manchmal nicht.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Schreiben ist mein Beruf und damit mein Alltag. Ich versuche, möglichst jeden Tag zu schreiben, aber zum Autorenleben gehören ja auch andere Dinge dazu: Messen, Lesungen, Interviews, Recherche … Da wird der Rhythmus schon mal unterbrochen.
13) Mögen Sie Hörbücher?

Wenn sie mit Leidenschaft und Raffinesse gelesen werden, ja.
14) Was denken Sie über eBooks?
Ich habe lieber ein richtiges Buch in der Hand, blätter um, statt zu scrollen. Ich genieße eine schöne Gestaltung, vom (umlaufenden) Cover bis zum Satz. Das kann das eBook nicht bieten.
(Ich gestehe, altmodisch zu sein: Ich kaufe auch noch CDs statt Songs downzuloaden …)
15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Gar nicht. Das findet sich alles indirekt in den anderen Antworten und im Foto.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Die Antwort muss ich zweiteilen.
Während der Romankonzeption schreibe ich ja keine fertigen Seiten, da werde ich auch nicht nervös, wenn ich zwei Tage mal nicht weiterkomme, da gehören Sackgassen und verworfene Möglichkeiten dazu, so nähert man sich ja auch der eigentlichen Geschichte. Ideen habe ich genug; nur muss ich erst mit ihnen ein wenig herumspielen um festzustellen, dass ich damit auch mein nächstes Jahr verbringen will.
Beim konkreten Schreiben geht es an manchen Tagen besser, an anderen weniger gut. Dass ich ein, zwei Tage mal nicht arbeiten will, das gibt es natürlich, aber das ist keine Blockade; ein Zimmermann sagt ja auch nicht: „Ich hab heute eine Sägeblockade.“ Er hat einfach keine Lust und macht entweder blau (vermutlich eher selten) oder arbeitet trotzdem. Und so schreibe ich dann einfach auch. Meist muss ich die erste Seite dann wegwerfen oder intensiv umschreiben, aber dann bin ich drin.
17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?

An erster Stelle Fußball. Ein wenig selbst kicken, gucken und lesen – Zeitschriften und Sachbücher.
Ansonsten interessiere ich mich für viele Dinge, das ist ja das Schöne als Autor: Mit jedem Buch kann man sich für ein neues Thema interessieren, manchmal auch abwegig. Für meinen Justifiers-Roman Sabotage habe ich etwa Tim Weiners dickes Buch CIA gelesen, und das war interessant und inspirierend, obwohl es sich um völlig unterschiedliche „Einsätze“ handelt und sich quasi nichts davon im Roman wiederfindet.
Ich mag Kino und auch Museen, würde gern mehr reisen und interessiere mich stark für die Antike. Und höre viel Musik
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?

Kann ich mich nicht festlegen, zumal ich die wenigsten Bücher mehr als einmal lese. Romane und Erzählungen, die mich beim Lesen intensiv beeindruckten, waren unter anderem: Der Herr der Ringe und Der Hobbit von Tolkien, Der Name der Rose von Eco, Winterbucht von Mats Wahl, Das Totenschiff von Traven, Der Krieg der Knöpfe von Pergaud, Die Schatzinsel von Stevenson, Der Prozess und In der Strafkolonie von Kafka, Der Fall von Camus, Hiobs Spiel von Tobias O. Meißner, Schatten über Innsmouth von Lovecraft, Der Wendigo von Blackwood, Wo die wilden Kerle wohnen von Maurice Sendak, Durch die Wüste bis Der Schut von Karl May, Der alte Mann und das Meer von Hemingway, Ilias von Homer, Der König auf Camelot von T.H. White, Es von King, 1984 von Orwell, Der Fänger im Roggen von Salinger und viele mehr. Bei einigen mag das mit dem Zeitpunkt und dem Ort zusammenhängen, an dem ich gelesen habe, bei manchen erinnere ich mich nicht mehr an vieles vom Inhalt, aber dennoch liebe ich diese Bücher alle. Und noch ein paar mehr auch ...
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)

Gesundheit, ein paar hundert Jahre Leben, vielleicht auch ein paar tausend, und das nicht im Gefängnis, Krankenhaus oder als letzter Überlebender der Apokalypse (beim Wünschen immer vorsichtig sein …)
Also besser weniger egoistisch und für alle: Weltfrieden (natürlich), allgemeiner Wohlstand, eben das übliche Paradies auf Erden (aber FSK 18).
Und dann gibt es noch sehr viele Romane und Erzählungen, die geschrieben, und Comics, die getextet werden wollen. Ferner würde ich gern mal Drehbücher schreiben und ein Theaterstück, überhaupt alles ausprobieren, was man mit Sprache machen kann.

Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)

Print Friendly

Kommentar verfassen

NetGalley-Mitglied
Professioneller Leser
Find us @
Blogverzeichnis - Bloggerei.de

Follow



Neu! News-Anmeldung

Möchten Sie die Neuigkeiten von unserem Blog per eMail erhalten? Dann melden Sie sich bitte an.