Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Andy Lettau (Autor)

Copyright by Andy Lettau

Copyright by Andy Lettau

NameAndy Lettau
Linkwww.andy-lettau.de
Geburtsjahr oder Alter1966
WohnortEssen
BuchtitelDefcon One – Angriff auf Amerika, Neversleep, Balkanblut u.a.
GenreThriller, Krimi
1) Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Zunächst besten Dank für die Möglichkeit, mich hier einem erweiterten Kreis vorstellen zu dürfen!

Ich war mehr als ein Jahrzehnt Geschäftsführer einer Werbe- und Consulting-Agentur und somit beruflich dem Schreiben und Texten verbunden. Gerade in der Werbung müssen Produkte und Dienstleistungen griffig auf den Punkt gebracht werden. Es ist dort unabdingbar, präzise Formulierungen zu schaffen, Neugierde zu wecken und zielgruppengerecht Aussagen von Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit zu Papier zu bringen. Gute Werbung muss einen Gefühlsnerv treffen, unterhalten und informieren – ebenso wie ein guter Roman.
2) Lesen Sie selber gerne? (wenn ja welches Genre)
Nach über 1000 gelesenen Romanen erlahmt irgendwann das Interesse (zumal ja alles schon mal dagewesen ist und ich beruflich, als Hörbuchverleger, ohnehin permanent mit neuen Manuskripten bzw. Lizenzwerken konfrontiert bin). Lese ich aber „privat“, dann in erster Linie Sachbücher, gut recherchierte Politthriller und die Literaturklassiker aus längst vergangenen Zeiten.

3) Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?
Grundschule, 1. Klasse (lacht). Ernsthaft: Wie unter Punkt 1 bereits erwähnt, stand am Anfang das reine Erlernen der handwerklichen Grundlagen. Sozusagen Basisarbeit am Text, das Arrangement der Wörter, das Erzeugen von Stimmungen. Erst mit circa 40 Jahren, nach diversen Höhen und Tiefen im Leben, sah ich mich in der Summe meiner persönlichen Erfahrungen reif genug, mich an einen umfassenden Roman zu begeben. Ich nahm mir eine Auszeit vom Job und bereitete mich akribisch auf meinen ersten Thriller vor. Mein Ziel waren 1000 Seiten sowie eine umfassende Analyse der deutschen Verlagslandschaft (ich erkannte jedoch in einem schmerzhaften Prozess, dass mein Thema hierzulande keinen Großverlag begeistern würde. Dazu hätte ich erstens als US-Amerikaner geboren werden müssen und zweitens dauerhaft in die genremäßige Schublade springen müssen. Das wollte ich aber nicht).
Ich flog dennoch um die Welt, trieb mich bei der NASA in Texas und Florida rum, recherchierte in Washington, New York und in diversen Ländern außerhalb der USA. Eine Zufallsbegegnung bei einem Space Shuttle Start auf Cape Canaveral führte mich mit einem netten Kerl zusammen, der als Sicherheitsberater für die USA-Raumfahrtbehörde tätig war und unter Pseudonym zu meinem technischen Stichwortgeber wurde. DEFCON ONE – ANGRIFF AUF AMERIKA entstand und durch allerlei verrückte Umstände im Nachgang eine erfolgreiche Audiobook-Fassung sowie der eigene Hörbuchverlag. Geplant war das so zwar alles nicht, aber erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt (lacht).
Wie auch immer: Ich kehrte nicht in die Werbung bzw. in den angestammten Job zurück, sondern widmete mich fortan dem Schreiben unter Realname oder Pseudonym – bzw. dem Aufbau des Hörbuchverlages.

4) Können Sie sich vorstellen in einem anderen Genre zu schreiben?
Mache ich bereits seit längerer Zeit, allerdings unter diversen Pseudonymen bzw. als beauftragter Ghostwriter.
5) Wie gestalten Sie das Schreiben? (Ritual, per Hand/PC, bestimmter Ort/Zeit, bestimmte Materialien wie Kugelschreiber, Füller, Notizbuch, Zettelchen) Was ist Ihnen wichtig?
Laptop an, Kopfhörer auf, instrumentale Soundtracks oder Klassik/Orchestrales in den Player geladen (meist dramatisch, episch, pompös, jedenfalls die Grundstimmung des Buches treffend), einen guten Tropfen ins Glas und los geht`s.

6) Wie wird die Geschichte gefunden? (z. B. Erlebnisse aus dem Alltag)
Mein Problem ist es nicht, eine Geschichte zu finden. Mein Problem ist eher jenes der mangelnden Zeit, diese auch umzusetzen. Hätte ich die nötigen finanziellen Mittel, würde ich vorgehen wie seinerzeit Andy Warhol in seiner berühmten New Yorker Factory: Statt Auftragsmaler würde ich einen Haufen Auftragsschreiber beschäftigen und diese meine Ideen tippen lassen. (lacht)

7) Wie entsteht und entwickeln sich die Protagonisten/Geschichte? (vorheriger Plan, haben Sie die Geschichte/Charaktere bereits vor Augen?)
Schreiben ist nach meiner Auffassung in erster Linie Handwerk, welches Disziplin erfordert. Ich bin nicht der Typ, der einfach mal drauf los schreibt, sich auf halbem Weg verzettelt und dann am Ende viel Zeit aufwendet, um seine eigenen Fehler zu korrigieren. Das würde ich als verschenkte Lebenszeit empfinden. Bei mir muss die Story von Anfang bis Ende durchkomponiert sein, damit es flüssig wird und der Leser später den Drang verspürt, dranzubleiben. Mir genügt im Vorfeld eine einfache excel-Tabelle, um alle Cliffhanger und Plot Points und Handlungsfäden miteinander zu verknüpfen. Die Protagonisten werden bzgl. ihrer Äußerlichkeiten, ihrer Sprache und ihrer Charaktereigenschaften an Schauspielern bzw. deren verkörperter Figuren aus mehr oder minder bekannten Spielfilmen angelegt (wobei dabei natürlich auch Charaktere entstehen, die nicht 1:1 irgendwelchen Filmfiguren entsprechen). Konkret sieht es dann so aus, dass in meinem Arbeitszimmer auf diversen Flipcharts eine Art Tatort-Bürokulisse entsteht: Lauter Steckbriefe, lauter Hollywood-Köpfe, ein (scheinbar) wirres Durcheinander von Pfeilen, Kringeln, Unterstreichungen und gelben Notizzetteln. Ist alles schlüssig, wird die bereits erwähnte excel-Liste aufgebaut.

8) Wie lange brauchen Sie für ein Buch? (von der Idee bis zum Druck)
Das hängt vom Umfang der Recherche, der Anzahl der Protagonisten und natürlich der prognostizierten Seitenzahl ab. Und von terminlichen Faktoren, egal ob beruflich oder privat. Eine Pauschalaussage lässt sich deshalb nur schwer treffen. Zwischen erster Zeile und fertigem Produkt im Handel können zwei Jahre vergehen.

9) Sind Sie aufgeregt bevor Sie anfangen bzw. den ersten Satz schreiben?
Nein, ich weiß ja was auf mich zukommt. Aufgeregt wäre ich, wenn ich in einem defekten Flugzeug über dem Pazifik säße und mein Sitznachbar der bewaffnete Anführer einer Gruppe von Terroristen wäre.

10) Wie und wann entstand der Wunsch an die Öffentlichkeit zu gehen?
Kurz nach dem vierzigsten Geburtstag. Es war aber nie der Wunsch oder das Bedürfnis nach Rampenlicht, viel Geld, tollen Presseartikeln oder irgendwelchen fragwürdigen Auszeichnungen, sondern der Wunsch es sich selber zu beweisen – von der ersten Romanidee, über den langwierigen Prozess des Schreibens bis hin zum fertigen Produkt im Handel. Verkaufszahlen von eigenen Werken haben mich ehrlich gesagt nie interessiert.

11) Haben Sie Einfluss auf Titel und Cover?
Ja, meistens zumindest. Falls zeitlich machbar, liefere ich das erste Layout selber.
12) Wie viel Zeit räumen Sie dem Schreiben bzw. wie binden Sie es in Ihren Alltag ein? Gibt es einen bestimmten Rhythmus?
Die Arbeit im Hörbuchverlag, diverse Ghostwriter-Jobs sowie auch (gerne) wahrgenommene private Verpflichtungen haben meine Möglichkeit des Schreibens/Veröffentlichens unter eigenem Namen sehr eingeschränkt. 2012 wird noch ein längerer Thriller fertig, mehr ist aber dieses Jahr nicht drin. Zur Zeit kann ich nur in den späten Abendstunden schreiben, an 1-2 Tagen in der Woche.

13) Mögen Sie Hörbücher?
Ich selber höre keine Hörbücher. Es gibt aber m.E. keinen Grund, Hörbücher nicht zu mögen. Hörbücher sind ja nichts anderes, als eine Möglichkeit, während einer parallelen Tätigkeit (Autofahren, Kochen, Joggen etc.) Geschriebenes zu konsumieren.

14) Was denken Sie über eBooks?
E-Books sind E-Books. Sie ändern im Vergleich zu gedruckten Büchern nichts am jeweiligen Inhalt. Ob durch E-Books bzw. der Möglichkeit des verlagsfernen Privat Publishing der Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorsteht, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist jedenfalls: Es werden mehr und mehr E-Books an die Leser gebracht – auch solche von unterirdischer Qualität in puncto Inhalt und Stil. Weil es aber der nachvollziehbare Wunsch der Industrie ist, Lesegeräte zu verkaufen, wird der Hype nicht aufhören. Irgendwann kosten die Geräte nur noch 10 Euro oder werden von Verlagen umsonst an sich verpflichtende Abo-E-Book-Leser ausgegeben. Entscheidend ist doch letztendlich, was man liest – und nicht wie man es liest.

15) Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Unverkrampft, weltoffen, geerdet, gesellig, neugierig, streitlustig, vielseitig interessiert. Mit beiden Beinen im Leben stehend und die altersmäßigen Gebrauchsspuren beim Blick in den Spiegel fasziniert betrachtend.
16) Was machen Sie, wenn Ihnen mal nichts einfällt? Haben Sie Tricks/Übungen gegen Schreibblockaden?
Mein Problem ist, dass mir stets zu viel einfällt und mich das Chaos im Kopf blockiert. Ich muss mich dann selber zur Disziplin ermahnen und auf die jeweilige Sache konzentrieren. Aktuell helfen mir dabei ein Paar Boxhandschuhe und dieser fette Sandsack, auf den ich wie geistesgestört eindresche, bis alles Ablenkende ausgeschwitzt ist und die kalte Dusche für Abkühlung gesorgt hat.

17) Haben Sie noch andere Hobbys / Interessen? Welche?
Ich schaue mir gerne die weite Welt an und erweitere meinen Horizont. Politik, Geschichte und die gesellschaftliche Entwicklung interessieren mich. Ich habe ein Faible für Luft- und Raumfahrtgeschichte sowie historische Sportwagen und die Formel 1. Gelegentlich betreibe ich Modellbau. Alles rund um 007 begeistert mich. Ebenso Filmklassiker, am liebsten schwarz-weiß oder in Technicolor und von Alfred Hitchcock, Howard Hawks oder John Huston. Ich bin Taucher (und Raucher) und setze mich im doppelten Wortsinn für Sixpacks ein. Ich halte meinem Fußballverein die Treue. Bricht der Weltschmerz über mich ein, verfasse ich Lyrik für den eigenen Tresor oder reite im Cabrio durch die Nacht. Bei Karten – oder Gesellschaftsspielen packt mich immer der Ehrgeiz, ich will unbedingt gewinnen (und verliere dennoch in schöner Regelmäßigkeit). Die Pflege meines Gartens beschränke ich auf das Beseitigen von Maulwurfhügeln. Und wenn ich das Vieh erwische, plastiniere ich es und tackere es zur Warnung an seine Kumpel in den Hauptverkehrstunnel (lacht). Wichtig sind mir Freunde und gute Gespräche. Sowie zufriedene Leser/innen und ehrliche Kritiken.
18) Welches ist Ihr Lieblingsbuch/-hörbuch?
Ich habe weder ein Lieblingsbuch, noch ein Lieblingshörbuch.
19) Was wünschen Sie sich für die Zukunft; welche Pläne haben Sie noch? (Gerne auch utopische Wünsche/Vorstellungen)
In einer globalisierten Welt, wo der Mainstream und die Medien das Geschehen bestimmen, ist man in erster Linie um das eigene Überleben bemüht, als um das Flüchten in Phantastereien (geht zumindest mir so). Vielleicht wandere ich aber irgendwann nach Afrika aus, um das hektische Grundrauschen in unseren Breitengraden hinter mir zu lassen.
Vielen herzlichen Dank für das Interview.
Monica (~Buecherloewe) & Nicole (~I_love_books)
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Ein Kommentar zu Andy Lettau (Autor)

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