Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL
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Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Gastrezension

[Gastrezension] Chirú von Michela Murgia

Chirú von Michela Murgia - Cover mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Klaus Wagenbach

Chirú von Michela Murgia – Cover mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Klaus Wagenbach

»Eine ungewöhnliche emotionale Bindung, in der die Spuren der Kindheit wieder auflebten«, meint unser Gastrezensent Michael Reißig.

Zum Inhalt:

Die 38-jährige Theaterschauspielerin Eleonora lehrte in einem Konservatorium Chiru, der zwar kein Kind mehr war, der aber noch nicht die vollständige Reife eines Erwachsenen besaß, die hohe Kunst des Geigens. Eleonora hatte schon viele Talente unter ihre Fittiche genommen, jedoch Chirú schien etwas Eigenartiges an sich zu haben, was sie so noch nicht kannte.

Eleonoras Kindheit im sardinischen Cagliari war geprägt von den autoritären, patriarchisch geprägten Wesenszügen ihres Vaters. Aber auch von ihrer Mutter hatte sie nicht viel, denn diese ordnete sich dessen Regime uneingeschränkt unter. Wenn die Kleine bei Freizeitvergnügen auf Jahrmärkten oder bei sonstigen Ausflügen Wünsche am Herzen lagen, musste sie sich mit der sprichwörtlichen Engelsgeduld erbetteln, was ihrem Bruder glücklicherweise erspart geblieben war. Egal was sie machte: aus der Sicht ihrer Eltern baute sie nur Shit… Weiterlesen

[Gastrezension] Kleine Mutmachgeschichten von Britta Kummer, Christine Erdic, Heidi Dahlsen, Karin Pfolz

KLEINE MUTMACHGESCHICHTEN - Cover mit freundlicher Genehmigung vom Karina Verlag

KLEINE MUTMACHGESCHICHTEN – Cover mit freundlicher Genehmigung vom Karina Verlag

»Endlich kein Außenseiter mehr!
Über die eigenen Grenzen gehen!
12 Geschichten, die Mut machen!«, 

meint unser Gastrezensent Michael Reißig.

Dieses Buch unterstützt Gewaltopfer, die Autorin ist Mitglied im Verein „Respekt für Dich – Autorinnen gegen Gewalt“

Zum Inhalt

  • Christine Erdic leidet mit der Story vom kleinen Nick, der in ein Kobolddorf, in den hohen Norden Norwegens gezogen ist, die kleinen Mutmachgeschichten ein. Aufgrund einer Gehbehinderung, dem ein Unfall vorhergegangen war, fällt es ihm schwer, Anschluss an die anderen Kobolde des Dorfes zu finden. Nepomuck jedoch hat den kleinen Nick schnell ans Herz geschlossen, und er war zutiefst traurig gestimmt, da er beim Fußballspielen nicht mitwirken konnte. Nick verkrümelte sich an einsamen Orten, widmete sich als Zeitvertreib den handwerklichen Künsten. Doch dank des Rollstuhles, jenem völlig unerwarteten Geschenk, erweiterte sich sein Horizont. Erst nach mehreren Umzügen machte Nick erstmalig die Erfahrung, dass eine Beeinträchtigung keine Schande ist…
  • Britta Kummer hat sich den Leidensweg des kleinen, pummeligen Max angenommen. Dieser muss nicht nur verbal Spott und Hohn über sich ergehen lassen. Dessen sportliche Tölpelhaftigkeit sind für die Klassenkameraden ein willkommener Anlass, die Fäuste sprechen zu lassen, wobei Uwe, der Sohn des örtlichen Bürgermeisters besonders „Gefallen“ daran findet. Jedoch im Rahmen eines Praktikums in einem Tierheim wendet sich das Blatt, als es gilt, die Hunde über einen Parcour mit Hindernissen zu leiten…
  • Britta Kummer bringt als nächstes das Eulenkind Jule ins Spiel, das sich beim Fangen von Mäusen ausgesprochen dümmlichl anstellt, worüber sich ihre Artgenossen mächtig amüsieren. Jule erträgt dies nicht mehr und flüchtet in das angrenzende Waldstück, wo sie sich im Geäst eines Baumes versteckt. Plötzlich sorgen sich die Eulen, begeben sich auf die Suche und finden die verängstige Jule, die beginnt, den Grund für ihre scheinbares Unvermögen zu lüften…
  • Heidi Dahlsen nimmt das Schicksal von Johannes, der ein Leben im Schatten seiner beiden Geschwister führt, um die Leser auf fragwürdige Werte und deren Vorstellungen im Rahmen unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Johannes hat keinen Bock noch weiter sich den Gang zum Fußball- und zum Schwimmtraining sich anzutun, weil er einfach keine Erfüllung darin findet. Während ihre Zwillingsgeschwister aufgrund ihrer musikalischen, bzw. sportlichen Erfolge, nach allen Regeln der Kunst in den Himmel gehoben werden, kann Johannes es ihnen nie recht machen. Den Kontakt zu Tristan, dem einzigen Freund, haben die Eltern ihm auch noch strikt untersagt, da dessen Eltern nicht der bürgerlichen Schicht zugeordnet sind. Und auch in der Schule wird Johannes nach Strich und Faden gemobbt. Als er notgedrungen in Tristans Grundstück flüchtet, nimmt er sein Herz in beide Hände und entpuppt sich gar als Lebensretter…
  • Karin Pfolz hat in der Fledermaus Leopoldine eine passende Figur gefunden, die uns verinnerlicht, das es auch gilt, jene Verhaltensmuster zu respektieren, die ein Leben ebseits des hohen Lärmpegels lieben. Sie flüchtete aus der Höhle und freundet sich mit Eichhörnchen Bettina an, und frönt ihren Zeichenkünsten. Leopoldine nutzt ihr Zeichentalent und verpasst der Höhle eine Schönheitskur…
  • Heidi Dahlsen geht das Schicksal des fünf Monate alten Kätzchens Molly besonders tief unter die Haut, die von ihrer Mutter verstoßen worden ist. Eine beherzte Frau nimmt das Kätzchen auf und versucht dessen Seele mit zahllosen Streicheleinheiten zu erwärmen. Die panische Angst vor dem Katzenclo, und die Notwendigkeit, ihr Leben mit zwei weiteren Katzen und gar drei Hunden sich teilen zu müssen, schlug Molly mächtig auf den Magen, sodass Frauchen keine andere Wahl bleibt, als unter tierärztliche Kontrolle zu begeben. Ein dramatisches Ringen um Mollys Leben hält die Leser mächtig in Atem…
  • Christine Erdic nimmt die Ängste des dreizehnjährigen Tobias ins Visier. Dessen panische Angst vor dem Wasser hat der Junge zum Anlass genommen, um von einer Klassenfahrt an die Ostsee Abstand zu nehmen. So blieibt er zu Hause. Jedoch bei einem Ausflug mit der Vater stürzte dieser, sodass sich dessen Gattin um ihn kümmern musste. Ausgerechnet in jener bedrohlichen Situation hört er die Schreie eines kleinen Mädchens, das im nahe gelegenen See zu ertrinken drohte. Und plötzlich geschieht ein Wunder!…
  • Christine Erdic bewegt das Schicksal des im türkischen Anatolien lebenden Mädchens Berna sehr am Herzen. Deren Mutter kann weder Lesen noch Schreiben und Berna droht dasselbe Schicksal zu blühen. Berna wäre so gern in die Schule gegangen, während es Bruder Mehmet oft vorgezogen hat, diese zu schwänzen, um sich anderen Beschäftigungen zu widmen. Als dies dem Lehrer zu bunt geworden ist, sorgt dieser mit einem unangekündigten Besuch für einigen Wirbel, wenn auch nur bei Berna und deren Mutter, nicht aber beim Sohnemann, der – als habe er dies geahnt – kurz vor jenem „Überrraschungsbesuch“ das Weite gesucht hat. Doch als der Lehrer Berna in die Augen schaut, geschieht ein „Wunder“, das zu Freudentränen rührt…
  • Britta Kummer widmet sich in einer weiteren Erzählung dem Jungen Olli, dessen Eltern fast nichts zugetraut haben, weshalb er aufgrund seines unselbständigen Verhaltens von den Klassenkameraden als Zielscheibe auserwählt worden ist. Doch als ein Fremder das Mädchen Pia, das mit Olli die Schulbank drückt, in ein Auto zerrt, wirft das „Muttersöhnchen“ – das plötzlich unbändige Kräfte entwickelt – dessen unerträglichen Ballast ab, ohne dies zuvor ahnen zu können.
  • Britta Kummer lässt in der folgenden Geschichte das Schicksal der kleine Ziege Sina aufleben. Sie träumt auch vom Sieg in jenem Wettkampf, in dem es gilt einen Parcour, der mit anspruchsvollen Hindernissen gespickt ist, zu überwinden. Doch das Handicap mit nur drei Beinen aufgewachsen zu sein, scheint derenTräume zu verblassen…
  • Christine Erdic ist Koboldjunge Leander besonders ans Herz gewachsen. Dessen extremer Kleinwuchs sorgt dafür, dass er Spitznamen wie Erdnuckel mit sich herumschleppen muss, wobei der bullige Oskar Leander besonders auf dem Kieker hat. Als jedoch zwei Mädchen einer Baumhöhle klemmen, kann selbst Oskars „heldenhafte“ Frechheit die Mädchen nicht aus der Klemme befreien…
  • Heidi Dahlsen hält uns den Spiegel der dreizehnjährigen Sabrina vor. Der Umzug in eine andere Stadt behagt ihr überhaupt nicht. Dort stößt sie auf junge Mädchen ihres Alters, die nichts anderes im Sinn haben, als mit teuren Markenklamotten zu protzen, und alle die nicht mithalten können, mit blöden Sprüchen zu erniedrigen. Der tägliche Gang zur Schule – besonders die Fahrt im Schulbus – wird für sie zum Horrortrip. Sabrina kann kaum noch einschlafen und schwänzt sogar mehrmals den Unterricht. Deren Eltern suchen nach Auswegen und beschließen, ihr mit einem Hund als Haustier eine echte Freude zu bereiten. Toby und Sabrina freunden sich schnell an. Als Sabrina bei einem Spaziergang mit Toby ihren Peinigern Maja und Marlen begegnet, scheint jedoch vorerst alles beim Alten zu bleiben. Doch Sabrinas Dressurkünste sind nicht zu verachten…

Fazit

Mein Resümee zu dem Gemeinschaftswerk fällt überwiegend positiv aus. Alle Geschehnisse haben ein ums andere Mal bewiesen, dass ein Ausweg aus den Niederungen des Lebens gibt, obwohl – wie sooft im wahren Leben – der Zufall Pate steht. Einen besonderen Bezug zu den aktuellen Ereignissen, sehe in der Geschichte um das Mädchen Berna. Den patriarchalisch geprägten Lebensstilen, denen sich Mädchen, bzw. Frauen aus fremden Kulturkreisen unterzuordnen hatten, nahm Christine Erdic zum Anlass, uns Lesern zu sagen, dass auch uralte Verhaltensmuster zu knacken sind, was meistens einen langen Atem voraussetzt, der für mich auch die wichtigste Ursache ist, weshalb das Thema Migration die ohnehin schon klaffenden Gräben innerhalb unserer Gesellschaft, noch tiefer gerissen hat. Jenen beängstigen Gräben, die Arm und Reich voneinander trennen, hat sich Heidi Dahlsen in ihrer dramatischen Geschichte verschrieben, die den Spiegel des gepeinigten Johannis uns schonungslos vor die Gesichter hält, zumal dessen Eltern dem Jungen den Kontakt zu dessem einzigen Freund Tristan verboten hatte, weil dieser aus armen Verhältnissen stammte. Frau Dahlsens rührende Story liefert den Beweis, dass auch zufällige Umstände aus Außenseitern Helden werden lassen, und somit bewirken können, dass festgefahrenen Denkweisen in zahllosen Elternhäusern ins Wanken geraten. Ergänzend möchte ich aber noch sagen, dass dies nicht immer in diesen Formen möglich ist. Existent sind leider zahllose Fälle von Mobbing, die an Brutalität und Grausamkeit kaum noch zu überbieten sind. Da kann auf psychologische Hilfen wirklich nicht verzichtet werden. Lobenswert finde ich auch, dass in einigen Erzählungen Tiere zu Helden avancieren. Diese Sache hat aber einen Haken. Die Geschichten mit Tieren, bzw. Kobolden sind mehr auf die Jüngsten zugeschnitten. Jedoch die Storys, in denen Kinder, bzw. heranwachsende Jugendliche eine herausragende Rolle spielen würde ich etwas älteren Kindern, besonders aber auch den Erwachsenen wärmstens empfehlen. Daher halte ich eine Trennung von Tiergeschichten und den Geschichten, die die Schrecken des wahren Lebens dem Leser vor Augen führen, für sinnvoll. Dies ändert aber nur wenig am guten Gesamteindruck des Werkes. Nicht vorenthalten möchte ich jenen Umstand, dass auch Autoren dieses Buches schwere Schicksale über sich ergehen lassen mussten, wobei ich diesbezüglich Heidi Dahlsen besonders hervorheben möchte. Ihre Eltern werfen ihr selbst heute noch an den Kopf, dass sie nur auf die Welt gekommen war, weil sie Langeweile hatten. Eine Aussage, die ich für unfassbar halte. Sie litt unter starken Depressionen, machte ausreichend Bekanntschaft mit der Psychiatrie und als wäre das noch nicht genug gewesen, erkrankte die am Rande von Leipzig lebende Autorin auch noch an Krebs. Schon beim Lesen ihres Lebenslaufs gefriert einem fast das Blut in den Adern.

Meine Bewertung – 4 von 5 Sterne

Bewertung: 4 Sterne

Gastrezensent
~MR

eBook-Informationen

Autorinnen: Heidi Dahlsen, Christine Erdic, Britta Kummer, Karin Pfolz
Umfang: 156 Buchseiten
Verlag: Karina Verlag, Wien
ISBN: 978-3-903056-44-2

[Gastrezension] Spurensuche von Barbara Schwarzl

Spurensuche von Barbara Schwarzl - Cover mit freundlicher Genehmigung vom A. Fritz Verlag

Spurensuche von Barbara Schwarzl – Cover mit freundlicher Genehmigung vom A. Fritz Verlag

Gastrezensent Michael Reißig geht mit der Autorin auf Spurensuche: »Trage womöglich auch ich das Gen meiner Mutter in mir?«

Zum Inhalt

Die Universitätspädagogin Tina Bäck, eine moderne, intelligente Frau begegnete das erste Mal im Alter von 34 Jahren ihrem Vater. Und auch ihre Mutter hatte Tina nicht wirklich kennengelernt. Als sie etwa zwei Jahre alt war, erlag sie an den Folgen eines Autounfalls, der sich später noch als Suizid herausstellen sollte. Als Tina plötzlich auf das Tagebuch ihrer Mutter stieß, wurde ihr die Realität knallhart vor Augen geführt. Zuvor hatten ihr Tante Uschi und Onkel Karl ins Ohr gepredigt, dass Ihr Vater sich von der Gattin getrennt, und er nicht mehr am Leben sei. Aus diesem Tagebuch entnahm Tina, dass in ihrem Vater die heimtückische psychische Erkrankung Schizophrenie steckte, was dessen Gattin total überfordert hatte, was auch der Grund war, weshalb diese mit ihrem Wagen gegen einen Baum raste. Tina glaubte die Welt nicht mehr zu verstehen, als sie von den Ersatzeltern erfuhr, dass ihr Vater noch lebte und in einem Heim lebte. Sie überwarf sich mit Onkel Karl und Tante Uschi, obwohl ihr Tante Uschi besonders ans Herz gewachsen war.

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