Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Bastei Lübbe

Ebookrezension „Die Bruderschaft der schwarzen Masken“ von A. P. Sterling

Bei Bruderschaft der schwarzen Masken ist als ebook Serie im Verlag Bastei Lübbe erschienen.

Insgesamt gibt es bisher 5 Teile der Serie. Ich habe die Teile alle an einem Stück weggelesen. Der Untertitel lautet die BestbariumReihe. Alle Teile greifen ineinander über und erzählen immer wieder ein Stückchen mehr. Ich finde diese Art von „Büchern“ richtig gut. Man fiebert als Leser immer wieder auf die nächste Fortsetzung 🙂

Der Schreibstil ist richtig super!!!

Unterhaltung auf ganzer Linie !!!

Ich kenne die Autorin bereits von einigen anderen Projekten, die allerdings unter einem anderen Namen erschienen sind. Ich war mir ehrlich gesagt bereits im Vorfeld sicher, das mir die Geschichte gefallen würde. Meine Erwartungen wurden definitiv erfüllt.

Angesiedelt ist die Story im Jahre 1794 in Venedig. Die Hauptfiguren sind Rainero, der nach dem Tod seiner Eltern bei einem Onkel ein neues zu Hause findet. Dort wird er aber im besonderen von seinem Cousin Gasparo gestritzt und geärgert. Dies geht zum Teil wirklich sehr an die Grenzen und nicht nur mit dem ekligen Cousin muss sich Rainero rumschlagen, nein auch als Hausangestellter muss er sich verdienen. Zum Schlafen geht es zu den Bediensteten unter das Dach in eine kleine Kammer. Gut das der arme wenigstens einen Freund bei der Belegschaft hat.

Plötzlich geschehen eine Reihe bestialischer Morde in Venedig und schnell wird von einem Werwolf geredet. Während das Ungeheuer in der Stadt sein Unwesen treibt, bekommt Cousin Gasparo seine zukünftige Braut vorgestellt. Beim ersten Besuch von Valeria ist es um Rainero geschehen, man könnte sagen Liebe auf den ersten Blick. Das muss natürlich zu Schwierigkeiten führen.

Die Protagonisten wurde sehr gut ausgearbeitet und man findet schnell seine Lieblinge, genau so schnell weiss man aber auch wen man gerne mal in den Kanal schubsen möchte. Überhaupt haben mir die Beschreibungen des Casa Zon  und der anderen Handlungsorte sehr gut gefallen. Es gelingt der Autorin hier eine sehr bildliche Umsetzung zu finden. Ich bin leider noch nie in Venedig gewesen…

Leider ist der 5. Teil noch nicht das Ende der Serie und so bleibt der Leser mit einem offenen Ende zurück 🙁

Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn es bald mit dem nächsten Teil weiter gehen würde.

Für die bisherigen Teile möchte ich gerne 4 Sterne vergeben, dies ist aber natürlich noch nicht der Gesamteindruck. Da ich das Ende noch nicht kenne, möchte ich die 5 Sterne noch zurückhalten…

 

Bewertung: 4 Sterne

~BL

Rezension zu „Männer und andere Katastrophen“ von Kerstin Gier

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier - Cover mit freundlicher Genehmigung von Bastei Lübbe

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier – Cover mit freundlicher Genehmigung von Bastei Lübbe

Der Roman „Männer und andere Katastrophen“ lässt die Leserschaft an den Lebenswegen der 26-jährigen Germanistik-Studentin Judith teilhaben, die mithilfe ihrer sieben Jahre älteren Schwester Rebecca sich auf die Suche nach dem „echten“ Lebenspartner begibt. Erst recht nach der Trennung von Holger – jenem eigenwilligen Typen, dessen Studienzeiten einfach kein Ende nehmen wollten – nahm dieses beschwerliche Unterfangen seinen Anfang. Mit jenem heiß ersehnten Strahlemann sollte sie jene frei werdende Wohnung beziehen, in der die betagte Kiebig – im Bunde mit ihrem über alles geliebten „Brathund“ wahrlich nicht in helle Begeisterung versetzte. Rebeccas Idee, in Form einer Strichliste, die infrage kommenden Männer von den der Gilde der Taugenichts zu trennen, sollte sich jedoch nicht als besonders geeignet erweisen. Mit besonders skurrilen Verhaltensmustern war beispielsweise Oliver in Erscheinung getreten. Er gaukelte ihr vor, ein unübertrefflicher wilder Hengst zu sein, der schon zahllose Frauen, dank unbeschreiblicher ritterlicher Künste, euphorisch gestimmt hatte, doch seine plumpen Gebärden bewiesen das Gegenteil. Und auch dessen Wohnraum deutete absolut nicht auf eine ehemals gute Kinderstube hin. So fand sich die Sektflasche von Silvester selbst Monate danach noch im Gemüsefach des Kühlschrankes wieder.

Viele Nebenschauplätze, in der Judiths Freundeskreis verwickelt war, prägen des Weiteren das Gesamtbild des Romans nicht unwesentlich. Das Verhältnis zwischen Susanne und Bruno war geprägt von erheblichen Spannungen. Obwohl Bruno Susanne mit dem Wort „Dreckschlampe“ den Bogen überspannt hatte, versöhnten sich die beiden wieder. Besonders lachhaft empfand ich jene Begebenheit, als Judith ihrer Freundin Katja verhalf, dessen Lebensgefährten Jens aus der gemeinsamen Wohnung zu verscheuchen. Katja war außer sich vor Freude und schwärmte sogar von der glücklichsten halben Stunde in der Zeit ihrer sechsjährigen Beziehung!

Diesem Roman verpasste Frau Gier natürlich nicht umsonst den Titel „Männer und andere Katastrophen“! Letztere spiegelten sich auch in Judiths kurzzeitigen Bürojobs wider. Und auch manch‘ Vorurteil, was mit solch einer Stelle verknüpft ist. Da ist von einem Herrn Schimmel Kottenbrocke die Rede, in dem Judith – aufgrund seiner plumpen Gesten – nur noch den Herrn Schimmel Kotzbrocken sah. Und auch Herrn Römers neue Sekretärin, die gleich die Männer aus anderen Büros um sich scharrte, „verführten“ Herrn Kotzbrocken wahrlich nicht zum Kotzen, obwohl deren Blindschreibkünste lediglich in einem chaotischen Buchstaben-und Ziffernsalat ihren Ausdruck fanden. Ihr Name Marode Rodersberg entsprach voll dem Bild ihres Charakters und dem ihrer Fähigkeiten. Frau Mehlig „würdigte“ Judith’s Abschied mit einem Sektfrühstück und dem zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig erscheinenden Trinkspruch: „Auf den Weggang von Frau Dings!“ Derartige Ansprechformen gehörten zur Normalität dieses Büros. Für den leider nicht dahinschimmelnden Herrn Kotzbrocken, galt Judith ohnehin „nur“ als die Frau Eh- eh!…

Auch das Zusammentreffen von Bille und Judith forderte mehrfach den Leser zum Schmunzeln heraus. Beide witzelten über die Inhalte ihrer Handtaschen und erdachten sich selbst ein Quiz aus, um anschließend die „Intelligenzquotienten“ gegenüber zustellen. Dies empfand ich total lustig, sodass sich mancher Leser in eigene pubertäre Zeiten zurückversetzt fühlte.

Judith sah in hundert Prozent der Männer, die ihr bisher begegnet waren nur Psychopathen. Dass nicht nur diese eine Spezie in Judiths Dunstkreis ihr Unwesen trieb, wurde erst dann klar, als das Ende der Handlung bereits abzusehen war. Zuvor jedoch hatte Bruder Mo einige von Judith’s Künsten, mit denen es ihr gelang, ihre Enttäuschungen wenigstens vorübergehend ein bisschen beiseite zu schieben, aus deren Werkstatt geschmuggelt. Judith staunte, als Mo sie plötzlich mit einem Haufen Geld überraschte. Mo war es tatsächlich gelungen, Kontakte zu einem Herrn Radebrecht, einem Mäzen der Kunstszene, zu knüpfen, und sicherte zu, als Manager sie mit all seinen Kräften zu unterstützen. Und als Schwester Rebecca, die selbst Modelle entwarf und Modenschauen initiierte, während einer rundum gelungenen Performance im Rahmen einer Hochzeitsfeier, den Gesprächsfaden zu einem Reporter der örtlichen Presse aufgenommen hatte, riet sie Judith, ihn doch mal anzusprechen. Ausgerechnet in jenem Moment als der Zeitungsmann Schripps seinen Magen anfütterte, gelang es Judith, ihn mit einer unorthodoxen Frage zu überraschen. Judith’s Herz pochte mindestens so laut wie beim Anblick ihres Lieblingsstars Kevin Kostner.

Mein Fazit

Manche Verhaltensweisen mögen dem einen oder anderen Leser zu überzogen erscheinen. Nach meinem Geschmack gestaltet sich aufgrund zu vieler Nebenschauplätze, auf denen sich zahllose Protagonisten tummelten, die Orientierung etwas schwierig, was beim Lesen eine gehörige Portion an Geduld erforderte. Frau Gier verstand es jedoch – dank teils sensationell auserwählter Worte, die manch‘ Leser vermutlich stets aufs Neue vom Hocker rissen, bei Stange zu halten. Ein Beispiel hierfür bildet die Wortwahl: „Weltstars beim Daumenlutschen“, was geschah, als Judith und Oliver einer angeblichen Weltklassedarbietung beiwohnten, die die Tänzerinnen auf diese abstruse Art einläuteten. Aber auch Burghardt’s tänzerischer Esprit, von dem er stets vollmundig schwärmte, der aber auf ein noch schlechteres Urteil traf, als der des vermeintlichen „Rudi Carell-Ballettes“, reizte meine Lachmuskeln.

Meiner Vermutung liegt nahe, dass die Autorin sehr wohl beabsichtigte, die Spannungen zahlloser Reizüberflutungen innerhalb unserer „turbokapitalistischen Gesellschaft“ anhand von vielen, lebendigen Beispielen uns warnend vor Augen zu führen, zumal diese allzu oft Fehlorientierungen geradezu heraufbeschwörten. Die sich schier endlos in die Länge ziehenden Studiengänge (Bsp. Holger), aber auch die in die dramatisch gestiegene Zahl an Lehr- und Studienabbrüchen lieferte nachhaltige Beweise in Bezug auf diese dramatisch ausufernden gesellschaftlichen Brüche. Und dass die Anzahl an jungen Männern, die kaum noch imstande sind, einen geordneten Haushalt in Eigenregie zu führen, sollte uns allen sehr zu denken geben. Diesbezüglich hat Frau Gier die edle Kunst mit Worten zu jonglieren nahezu perfekt zelebriert, wobei dies besonders zwischen den Seiten 100 und 110 etwas zu inflationär geschah. Nicht jedes Hirn ist nämlich imstande, manch‘ im Kopf sich aufgetürmte Wortgeflecht – weit entfernt von Konrad Dudens Schöpfungen – sogleich zu entschlüsseln. Diesbezüglich war auch mir die Konzentration zwischenzeitlich abhanden gekommen.

Dieser Roman zeigte aber auch deutlich auf, dass selbst bei den schrägsten Typen nicht Hopfen und Malz für immer verloren sein muss. Auch Judith’s Freundeskreis lieferte den nachhaltigen Beweis.

Gastrezensent
~MR

Informationen zum Titel

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Kerstin Gier
Format: Taschenbuch
Umfang: 286 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17179-8

Rezension „Das stumme Kind“ von Michael Thode

Verlagsinfo, Klappentext

„In einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide kommen der Kinderarzt Andreas Joost und der Rechtsanwalt Thomas Wilke auf grauenhafte Weise ums Leben. Rasch ist klar, es gibt eine Verbindung zwischen den beiden Männern: Joosts Tochter Anna, ein autistisches Mädchen, das noch nie ein Wort gesprochen hat. Das Geheimnis, das die Beteiligten miteinander verbindet, führt tief in menschliche Abgründe. Und die Zeit zur Aufklärung des Falles drängt – denn der Täter hat bereits sein nächstes Opfer ins Visier genommen …“
379 Seiten
ISBN: 978-3-404-16988-7
Bastei Lübbe
Mein Eindruck vom Buch
Ich bin ja ein großer Fan von Krimis und Thrillern, deren Handlung in Deutschland spielt.  Daher habe ich mich sehr gefreut das  Michael Thode sein Thriller-Debüt in die Lüneburger Heide legt 🙂
Der Schreibstil von Michael Thode gefällt. Flüssig und zügig nimmt er uns Leser mit in die Geschichte. Die Kapitel sind mit Orts und Zeitangaben versehen, was mir persönlich die Orientierung erleichtert hat. Wir haben es mit einer begrenzten Anzahl von Protagonisten zu tun, aber diese sind alle sehr gut beschrieben und ausführlich ausgebaut.  Mir hat das Ermittlerteam sehr gut gefallen. Hauptkommissar Rolf Degenhard, Jens Vorberg als Oberkommissar und dann haben wir noch die Kommissaranwärterin Jana Liebisch. Alle drei sind ganz unterschiedlich in ihrem Wesen und doch bilden sie ein gutes und ausgewogenes Team, so mag ich das. Als die drei zu einem Tatort gerufen werden finden sie die Leiche des Kinderarztes Andreas Joost. Er wurde im Kinderzimmer von Anna umgebracht, war das autistische Mädchen zu diesem Zeitpunkt im Zimmer? Man weiss es nicht, aber Anna ist verschwunden. Die Suche nach Anna beginnt, aber selbst wenn Anna gefunden wird…sie hat noch nie in ihrem Leben gesprochen…Noch während alle mit dem ersten Fall beschäftigt sind taucht der nächste Tote auf, Rechtsanwalt Thomas Wilke, und schnell ist klar das beide Fälle miteinander in Verbindung stehen aber warum und wieso, das versuchen die drei nun herauszufinden.
Vielschichtig und voluminös webt der Autor eine spannende Story, bei der es immer wieder zu der einen oder anderen Überraschung für den Leser kommt.
Auch wenn die Morde zum Teil sehr blutig sind, so ist die Gesamthandlung dann aber nicht mehr auf grausige und blutige Details aufgebaut. Das gefällt mir persönlich gut denn mir ist in der Vergangenheit aufgefallen das der eine oder andere Autor eine Grausamkeit an die nächste hängt nur um die Geschichte voran zu treiben und das macht mir als Leser dann keinen Spaß mehr.
Der Autor streut neben den Kapiteln in denen die Handlung im Erzählstil abläuft auch Kapitel ein in denen Artikel, Mails und Briefe eingefügt sind. Das macht das Lesen interessant und abwechslungsreich.
Leider verläuft dann doch der eine oder andere Handlungsstrang ein wenig ins Abseits und man hätte vielleicht nicht alle gebraucht, aber grundsätzlich haben mich auch diese Bereiche nicht in meinem Lesefluss gestört.
Nur in einem bin ich mir unsicher…ich hätte dieses Buch nicht mit Thriller untertitelt, ich denke fast hier wäre der Begriff Krimi eher angebracht.
Ich gebe gute vier Sterne und freue mich schon auf den nächsten Band aus der Feder von Michael Thode.
Bewertung: 4 Sterne
~BL

 

Rezension „Töchter des Nordlichts“ von Christine Kabus

Verlagsinfo, Klappentext

„DURCH EIN JAHRHUNDERT GETRENNT, DURCH EINE GEMEINSAME GESCHICHTE VEREINT …
Oslo, 2011. Nora ist Mitte dreißig, als sie den Namen ihres Vaters erfährt: Ánok, ein samischer Student, der damals plötzlich aus dem Leben ihrer Mutter verschwand. Nora spürt, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in die Heimat ihres Vaters reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr lange fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft …
Finnmark, 1915: Mit neun Jahren endet das friedliche Nomadenleben des Sami-Mädchens Áilu: Auf der Wanderung zu den Sommerweiden wird sie von norwegischen Beamten verschleppt und in ein Internat gesteckt, wo sie zu einem zivilisierten Mädchen geformt werden soll. Tatsächlich verleugnet Áilu lange ihre Herkunft. Doch der Ruf ihrer Heimat lässt sich nicht für immer zum Verstummen bringen …“
ISBN: 978-3-404-16884-2
Bastei Lübbe
Mein Eindruck zum Buch
Ich bin einfach hin und weg, was soll ich sagen …schlicht überwältigt…
Ich habe mich lesetechnisch bisher noch nie in Norwegen herumgetrieben oder mich gar  mit dem Leben der Sami beschäftigt und bin daher ganz unvoreingenommen an das Buch herangegangen. Zuerst ist mir das schöne Cover aufgefallen. Wir sehen einen See, im Hintergrund schneebedeckte Berge und im Vordergrund ein Ren. Ein wunderschönes Bild welches für mich eine tiefe Ruhe ausstrahlt.
Der Klappentext ist in diesem Fall wirklich sehr stimmig und aussagekräftig.
Gleich mit den ersten Seiten taucht man als Leser ab in den hohen Norden. Hier lesen wir eine alte Sage der Sami, eine wirklich schöne Einstimmung.
Das Buch gliedert sich in zwei Handlungsstränge. Wir haben auf der einen Seite das Leben der kleinen Áilu. Wir steigen hier im Jahre 1915 ein und dürfen sie  in der Finnmark begleiten. sie ist jetzt neun Jahre alt und erlebt ein Leben welches sich stark an der Natur ausrichtet. Mir hat der Einblick in diese Kultur sehr gefallen. Ich denke hier wurde stimmig recherchiert.
Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit der Gegenwart. Hier treffen wir auf Nora, eine junge Frau die irgendwie auf der suche nach ihren Wurzeln ist. sie kennt ihren Vater nicht und entschliesst sich nach langem Überlegen mit ihrer Mutter Bente nach Nord Norwegen zu fahren. Hier will sie sich auf die Suche nach ihrem Vater machen. Leider ist das Schicksal gegen sie, der Vater ist kurz vor ihrer Ankunft verstorben, aber der große Teil der Familie nimmt sie gerne und freundlich in ihrer Mitte auf.
Im Laufe des Buches wechseln sich beide Sequenzen immer wieder ab und der Leser springt immer zwischen beiden „Leben“. Für mich war es beim Lesen immer so eine Sache, war ich im Moment bei Nora und es ging mit Áilu weiter, wollte ich aber schnell wieder zu Nora zurück und umgekehrt genauso…Wobei mich die Szenen mit Áilu schon tief berührt haben. Das kleine Mädchen wird quasi entführt, sie wird ihren Eltern entzogen und in ein Kinderheim gesteckt. Hier sollen alle Samikinder die norwegische Sprache lernen und werden mit viel Drill und Schlägen erzogen. Áilu versucht aus dem Heim mit einer Freundin zu flüchten, allerdings gelingt es leider nicht und sie wird in ein anderes Haus verlegt. Dort hat sie auch kein glückliches Leben, allerdings findet sie einen Freund. Dort arbeitet Jonte als Knecht. Er ist durch eine Hasenscharte gezeichnet und wird von allen gemieden…aber in Áilu findet er eine gute „Freundin“…
Über viele Seiten dürfen wir das Leben der beiden mitverfolgen. Mir sind die Seiten wirklich nur so durch die Finger geflattert. Das kenne ich sonst nur von Krimis, aber ich konnte und wollte hier das Buch nicht aus den Händen legen. Ich bin immer noch ganz begeistert. Auch wie es der Autorin gelingt die Leben der beiden am Ende hin so schlüssig miteinander zu verweben ist einfach nur lesenswert.
Was soll ich anderes sagen, fünf Sterne und mehr 🙂
Bewertung: 5 Sterne
~BL

Rezension „Der raffinierte Mr. Scratch“ von Michael Poore

Klappentext, Verlagsinfo

„John Scratch ist der berühmteste Fernsehmoderator der Welt. Vor laufenden Kameras klingelt er an einem Haus, in dem ein glücklich verheiratetes Paar lebt. Als die beiden ihm öffnen, sagt er: „Sie bekommen 10.000.000 Dollar, wenn Sie sich jetzt trennen und nie mehr wiedersehen.“ Der Mann lehnt ab. Die Frau nicht. Niemand bekommt Geld, doch die Ehe ist zerstört. Manche behaupten, nur der Teufel könne eine solche Show moderieren. Nun, sie haben Recht …“

ISBN 978-3-7857-6101-4
Bastei Lübbe
Mein Leseeindruck:

Durch den Newsletter von Bastei Lübbe wurde ich auf diese Neuerscheinung aufmerksam. Wow – hörte sich das gut an!!! Also – kaum den Newsletter durchgelesen, war ich schon in meiner hiesigen Buchhandlung und habe mir bei der Buchhändlerin meines Vertrauens diese tolle Neuerscheinung holen wollen. „Haben wir nicht da – kann ich Dir aber bestellen, kein Problem“…
Beim Bestellvorgang – „hoppla, das ist ja ab 12 – ist das ein Jugendbuch“? Keine Ahnung, davon hatte ich nichts im Newsletter gelesen. Aber egal – die Zusammenfassung hörte sich so genial an – dieses Buch musste ich einfach haben. Es gibt ja auch sehr viele sehr gute Jugendbücher.

Beim Lesen dann leider, leider, leider die Ernüchterung.

Die Sprache ist leicht, einfach, leider nicht besonders fesselnd. Die Geschichte an sich erzählt die Geschichte des Teufels – von Anfang an. Teilweise in der Gegenwart, ganz oft gibt es Sprünge in die Vergangenheit. Es wird quasi keine der großen Katastrophen der Weltgeschichte ausgelassen, die jedoch trotz alledem immer nur kurz gestreift sind.

Es gibt den Versuch, den Teufel menschlich darzustellen – auch er zweifelt, auch er ist unglücklich verliebt – auch er weiß manchmal nicht, was das Richtige sein soll…

Doch – vielleicht bin ich da auch einfach zu prüde – wenn es zu Sodomie kommt und dabei lapidar heißt: „Kühe liebten ihn“… Dann kann ein solches Buch nicht ab 12 sein!!! Auch wenn es vielleicht Satire sein soll – sorry, bei mir ist die nicht angekommen…

Ein Hoch denjenigen, die Klappentext und Newsletter geschrieben haben! Mit deutlicheren Texten hätte ich das Geld für dieses Buch nicht ausgegeben.

Von daher: von mir 2 von 5 Sternen.

Ein Stern dafür, dass die Grundidee eigentlich ganz gut war und 1 Stern dafür, dass Sprache und Ausdruck auch nicht schlecht waren.

Stern_Bewertung_2

~LS

Rezension „Inferno“ von Dan Brown

Klappentext, Verlagsinfo

„übersetzt von Axel Merz, Rainer Schumacher

Mein Geschenk ist die Zukunft.

Mein Geschenk ist die Erlösung.

Mein Geschenk ist … Inferno.
Robert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen.
Dante Alighieris »Inferno«, Teil seiner »Göttlichen Komödie«, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.“   Quelle Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-7857-2480-4
Bastei Lübbe
Preisvergleich bei : http://www.preis.de
Meine Gedanken zum Buch
Diesmal fällt es mir besonders schwer meine eigenen Gedanken hier für euch aufzuschreiben.
Eigentlich habe ich überall nur gutes über das Buch gehört. Alle wollten es sofort und gleich lesen und haben sich zum Teil schon einen Tag nach dem Erscheinungstermin in höchsten Tönen lobend ausgelassen. Hm…da mir Sakrileg und Illuminati eigentlich auch super gut gefallen haben, und ich die Figur von Robert Landon auch nicht uninteressant finde wollte ich mir nun auch meine eigene Meinung bilden. Ich gebe zu es ist schon einige Tage her, dass ich es mit „Inferno“ aufgenommen habe 😉 Wo andere mit dem Lesen nicht aufhören konnten, das Buch in einem Rutsch verschlingen haben…habe ich mich einfach nur gequält 🙁
Ich habe das Buch sehr oft aus der Hand gelegt, ein anderes gelesen um dann erneut den Einstieg zu wagen…In der Zwischenzeit las ich eine positive Rezi nach der nächsten. Ich habe mir gedacht mach weiter, der Knoten platzt bestimmt auf der nächsten Seite und du wirst wie alle anderen dahinschmelzen.
Je weiter ich las, umso genervter wurde ich für mich. Von mir selbst, von der Story und von Landon.
Dan Brown bringt wieder viele interessante kulturgeschichtliche Aspekte im Roman unter. Klar das hat mir schon gefallen. Auch ich habe schon mal von Dante s Inferno gehört, aber mich bisher noch nie wirklich damit beschäftigt. Viele Leser haben als besonders reizvoll hervorgehoben, dass sie neben dem Lesen immer wieder im Internet bestimmte Sachen recherchiert haben, sich Bilder aufgerufen haben, um sie genau zu studieren. Das möchte ich auch positiv bewerten. Wie in den Vorgänger Bänden ist es Dan Brown auch hier gelungen meine Neugier zu wecken. Auch ich habe definitiv das eine oder andere Stichwort in die Suchmaschine eingegeben. Aber das allein macht dieses Buch für mich nicht zum „Überflieger“ .
Ich habe mich beim Lesen einfach nur gehetzt gefühlt. Gut ich wußte bereits vorher, dass Landon meist nicht gemütlich auf dem Sofa sitzen kann, sondern eher wild von hier nach da hetzt. Aber diesmal war es für mich ein einziges Hetzen, und dann läuft er auch noch von einer, ihm eigentlich bekannten „Sackgasse“ in die nächste. Es hat mich einfach nur genervt. Und das Dan Brown viele Sachverhalte wie zum Beispiel den hohen IQ von Sienna Brooks auf jeder zweiten Seite erneut erwähnt hat die Sachlage für mich nicht verbessert.
Ich brauchte über zwei Monate für dieses Buch. Jedes andere hätte ich zur Seite gelegt und nicht beendet, aber hier habe ich bis zum Schluss auf den großen Kracher gehofft. Ich dachte da kommt doch noch was… Mich konnte das Buch nicht packen, und ich habe im Gegensatz zu vielen anderen nicht wirklich das Gefühl eines „großen Buches“ empfunden 🙁 Die Beschreibungen der verschiedenen Städte haben mich ein wenig aufrecht gehalten, hier bekommt man wirklich Fernweh…
Der Grundgedanke der Geschichte hat mich schon fasziniert, aber was Dan Brown daraus gemacht hat war einfach zu großen Teilen nicht meins.
Vielleicht liegt es ja einfach an mir und ich habe die große Kunst des Dan Brown einfach nicht gesehen 🙁
Von mir gibt es leider nur zwei Sterne
Stern_Bewertung_2
~BL
Vielen Dank an Preis.de , durch die es mir möglich war diesen Titel zu lesen.

Rezension „Der letzte Paladin“ von Richard Dübell

Verlagsinfo, Klappentext

Historischer Roman

„Anno 777. Für den jungen Frankenkrieger Roland ist es eine große Ehre, als er in den erlauchten Kreis der Paladine von König Karl aufgenommen wird; und sein Glück scheint perfekt, als Karl ihm die schöne Arima als Frau verspricht. Doch Arimas Herz gehört einem anderen: ausgerechnet Afdza Asdaq, dem Heerführer der Mauren – und damit einem  Feind der Franken.

Dennoch entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine tiefe Freundschaft – bis sie einander in ihrer größten Schlacht als Feinde gegenüberstehen. Doch keiner der beiden ahnt, dass ihre Schicksale eng miteinander verbunden sind. Und dass Arima den Schlüssel zur Wahrheit in Händen hält …“
ISBN 978-3-7857-2469-9
Bastei Lübbe
Richard Dübell mit Buecher Loewe auf der Leipziger Buchmesse 2013

Richard Dübell mit Buecher Loewe auf der Leipziger Buchmesse 2013

Was ich gelesen habe
In gewohntem Stil nimmt uns Richard Dübell mit in die Vergangenheit. Diesmal hat er seine Geschichte an die Rolandsage,  das Rolandlied angelehnt. Auch hier verbindet Richard einige geschichtliche Ereignisse mit einer schönen Randgeschichte.
Da ich über die Zeit Karl des Großen nicht viel wußte, ist auch dieser historische Roman erneut lehrreich für mich. Ich mag es wenn ich mit dem Lesen von guten Geschichten ganz nebenbei mein Allgemeinwissen aufbessern kann. Der Begriff Paladin hat mir vor dem Buch eigentlich auch nichts gesagt…nun bin ich um viele Erkenntnisse reicher und habe zudem eine wunderbare Geschichte von Liebe und Freundschaft lesen dürfen.
Seine Hauptprotagonisten hat Richard sehr schön angelegt und sehr ausführlich beschrieben. Der Frankenkrieger Roland wächst dem Leser im Laufe der Geschichte sehr ans Herz. Und man bangt und leidet förmlich mit, wenn Roland durch Intrigen und Ränke gehen muss.
Die ausführlichen Beschreibungen der Kampfhandlungen haben mich nicht wirklich gestört, im Gegenteil mir als Krimitante war es doch ein Lesevergnügen 😉
Am meisten schätze ich aber an Richard Romanen den Humor, den er immer wieder zum rechten Zeitpunkt einsetzt. In allen seinen Romanen, die ich bisher gelesen habe, gab es diese Momente in denen ein zartes Schmunzeln über mein Gesicht glitt. Ich werde demnächst meinen ersten Krimi  „Allerheiligen“ von ihm lesen und bin doch sehr gespannt ob ich auch da ein Schmunzeln für mich entdecken werde. Ihr werdet es erfahren 😉
Das Titelbild gefällt mir sehr gut. Es ist in leichten Sephia -Tönen gehalten und zeigt einen Saal, oder eine Kirche. Sonnenstrahlen durchfluten den Raum und man sieht eine zerstörte Statue oder Figur .
Ich vergebe gute 4 Sterne
Bewertung: 4 Sterne
~BL

Rezension „Schattenfreundin“ von Christine Drews

Verlagsinfo, Klappentext

„Wo ist Leo? Charlotte Schneidmann, Kommissarin in Münster, setzt alles daran, den kleinen Jungen zu finden, bevor es zu spät ist. Denn nicht nur die Sorgen der verzweifelten Mutter lassen sie fieberhaft ermitteln, auch die Erinnerungen an die eigene traumatische Kindheit machen diesen Fall für die engagierte Kommissarin zur ganz besonderen Bewährungsprobe. “

ISBN: 978-3-404-16746-3

Meine Meinung

Christine Drews wirft den Leser gleich mitten ins Geschehen, die Zusammenhänge erklären sich erst im Laufe des Buches. Da der Schreibstil recht locker und flüssig ist, fällt es dem Leser leicht am Stück zu lesen. Wir treffen Katrin, die ziemlich überfordert ist. Es gab vor einigen Tagen einen Umzug nach Münster, dort hat Katrin ihre Jugend verbracht, aber Freunde aus der damaligen Zeit hat sie keine mehr. Ihr Mann Thomas hat dort eine gute Anstellung gefunden, die ihn aber auch dermaßen einbindet, dass er nicht in der Lage ist Katrin bei der täglichen Arbeit zu helfen. Auch das einrichten und ausräumen der Umzugskisten bleibt allein an ihr hängen. Katrins Eltern wohnen auch in Münster, aber das Verhältnis zu ihnen scheint im ersten Eindruck auch sehr angespannt zu sein. So von allen allein gelassen, reibt sich Katrin zwischen Kind, Job und Haushalt völlig auf. Als sie dann eines Tages vor dem Kindergarten auf Tanja trifft, verstehen sich beide auf Anhieb und Katrin ist froh endlich eine Freundin gefunden zu haben. Das sich dies als großer Fehler erweist, kommt auf den nächsten Seiten ans Tageslicht.

Insgesamt hat mich das Buch  gut unterhalten, aber ich finde dass es auch einige Schwächen gab. Ich persönlich finde das Ende irgendwie sehr unrealistisch und auch sonst gab es für mich doch den einen oder anderen Knackpunkt. Wie gesagt, ohne näher darüber nachzudenken hat mich das Buch unterhalten, aber wer es gerne richtig schlüssig und stimmig hat ist hier eventuell nicht ganz richtig.

Ich vergebe gute drei Sterne

Stern_Bewertung_3

~BL

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