Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels

~Ilb & ~BL

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Autoren

Bad Hersfeld

Konrad Duden – ein Mehrteiler – Teil 3

Der Direktor

Dudenfigur vor der Stiftsruine

In der ersten Phase seiner Direktorenzeit am Hersfelder Gymnasium ab 1876 war Duden vor die Aufgabe gestellt, die mangelnde Disziplin der Schüler und das nicht sehr hohe Leistungsniveau zu verbessern.

Ein großes Problem bildeten die nach studentischen Vorbild organisierten Schülerverbindungen, denen vor allem die zahlreichen von außerhalb kommenden älteren Schüler angehörten. Hier war die „Saufwuth“ zum Nachteil der schulischen Leistungen besonders ausgeprägt.

Mit Verboten der Vereinigungen, Strafen bis zu Schulverweisungen, aber auch alternativen Angeboten konnte Konrad Duden die Situation deutlich verbessern.

Auf dieser Grundlage gelang dann auch die Anhebung der Leistungen im Unterricht.

War die Beurteilung des Gymnasiums zu Beginn Dudens Tätigkeit bei einer Revision noch negativ ausgefallen, wurde 1884 „das Gesamtbild der Anstalt recht erfreulich“ eingeschätzt und sein Wirken hervorgehoben:

„An der Spitze steht ein die Interessen der Schüler und der Lehrer mit gleichem Wohlwollen und gleicher Umsicht und Sorgfalt vertretener Direktor von bewährter Einsicht“.

 

Unter Leitung von Konrad Duden entwickelte sich das Gymnasium in Hersfeld zu einer weithin anerkannten schulischen Einrichtung mit stetig steigenden Schülerzahlen. Die Angleichung der städtischen höheren Bürgerschule als Realprogymnasium (1882) und die verschiedenen eingreifenden Schulreformen, mit denen die klassischen Sprachen zugunsten der neuen Sprachen und der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer reduziert werden, konnten ohne Beeinträchtigungen des Schullebens verkraftet werden.

 

Das Grab einen Tag vor seinem 100. Todestag

Der Wissenschaftler

Bei allen Verdiensten um das Gymnasium und der Stadt Hersfeld liegt seine eigentliche Bedeutung im Bereich der Reformierung der deutschen Rechtschreibung. Schon in Schleiz war Duden durch erste Veröffentlichungen zu dieser Problematik in Fachkreisen bekannt geworden.

1880 gab Duden die von ihm erarbeitete Publikation „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ heraus. Unter diesem Titel erschienen die von ihm noch selbst bearbeiteten sechs Neuauflagen bis 1905.

Ab 1915 wurde der Name „Duden“ als Markenname in den Titel aufgenommen.

Nach dem Erscheinen des ersten „Orthografischen Wörterbuches“ äußerte sich Duden noch mehrfach zu den Problemen der Rechtschreibung und legte Verbesserungsvorschläge vor. Dazu gehörte auch der „Buchdruckerduden“ von 1902, mit dem die Vereinheitlichung der Rechtschreibung in Druckerzeugnissen des deutschsprachigen Raumes erreicht wurde.

 

~BA

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Konrad Duden – ein Mehrteiler – Teil 2

Dudens Aktivitäten und Wirkungen in Hersfeld beschränkten sich nicht nur auf seine berufliche Tätigkeit als Gymnasialdirektor.

Er nahm auf verschiedene Weise am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben in Hersfeld teil. Er war stets bemüht, mit seinen pädagogischen und sozialen Idealen Einfluß zu nehmen.

Im Geselligkeitsverein, dem „Verein“, war er als schlagfertiger und humorvoller Unterhalter geschätzt.

Er sorgte dafür, daß ältere Schüler dort zu bestimmten geselligen Veranstaltungen zugelassen werden, auch um sie vom verbreiteten Alkoholkonsum abzuhalten.

Rechts befindet sich das Direktorenhaus

1880 gründete Konrad Duden mit seinem Lehrerkollegen Bruno Berlitt den „Verein gegen Armut und Betteln“. Dieser Verein strebte die materielle Unterstützung bedürftiger Mitbürger in Hersfeld an.

In dem ebenfalls auf Dudens Initiative entstandenen und von ihm lange geleiteten „Allgemeine Bildungsverein“ wurde einem großen Kreis, besonders auch Jugendlichen mit Volksschulabschluß, die Möglichkeit zur Fortbildung gegeben. Hier hielt Duden oft selbst Vorträge, welche dann auch in der „Hersfelder Zeitung“ veröffentlicht wurden.

 

Religion und Liebe zum Vaterland waren für Konrad Duden untrennbar miteinander verbunden.

Auch hier engagierte er sich persönlich durch aktive Mitwirkung im Kirchenvorstand, dem er von 1886 bis 1905 als stellvertretender Vorsitzender angehörte.

So hätte ein Klassenzimmer aussehen können

Als weitere Funktion im öffentlichen Leben wurde Duden bereits 1878 als Geschworener an das Kreisgericht in Rotenburg berufen.

Als begabter Redner wußte Duden seine Zuhörer zu fesseln und trat auch häufig in der Öffentlichkeit auf. Seine bei verschiedenen Anlässen gehaltenen Ansprachen trugen neben den sonstigen Aktivitäten sehr zu seiner Bekanntheit und Popularität in ganz Hersfeld bei.

Schon zu Lebzeiten werden Dudens Leistungen und Verdienste in feierlichen Rahmen gedacht.

1894 beging man sein 25 jähriges Direktorjubiläum und 1904 den 50. Jahrestag seines Schuldienstes.

Die Tafel am ehemaligen Direktorenhaus, in dem heute das Dudenmuseum untergebracht ist

Der Eintritt in den Ruhestand 1905 wurde ebenfalls festlich begleitet. Zu diesem Anlaß wurde die „Duden-Stiftung“ ins Leben gerufen, deren Mittel zur Unterstützung bedürftiger Schüler bestimmt waren.

Von staatlicher Seite erhielt er zuletzt den Roten Adler-Orden 3. Klasse mit der Schleife sowie 1902 den Titel des „Geheimen Regierungsrates“.

 

Der Pädagoge und Gymnasialdirektor

Seine Berufspraxis als Lehrer beruhte  auf klaren Anschauungen über die Aufgaben des Gymnasium.

Den Schülern sollte ein fundiertes Wissen vermittelt werden, dieses war aber unbedingt durch eine christlich geprägte sittliche Bildung zu ergänzen.

Nur die so erreichte charakterliche Reife könnte die mißbräuchliche Verwendung des Wissens verhindern.

In solchen Karteikästen sammelte Duden seine Wörter

Dieser umfassende erzieherische Anspruch erforderte von Lehrern und Schülern Disziplin und Opfer. Dem entsprechend hat sich Duden selbst in seinem gesamten Berufsleben verhalten. Durch seine vorbildliche Haltung und durch seine Begabung, den Unterrichtsstoff interessant zu gestalten, gewann er die Achtung und das Vertrauen seiner Schüler.

~BA
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Konrad Duden – ein Mehrteiler – Teil 1

Bedingt durch buecherloewes Leseleidenschaft befasse ich mich seit geraumer Zeit auch mit Büchern, Autoren und Verlagen. Je tiefer man in die Materie vordringt, um so interessanter werden meist die Ergebnisse. Nehmen wir mal die deutsche Rechtschreibung. Viele werden sich fragen was das ist. Schauen wir mal auf die elektronische Kommunikation, auch Social Media genannt.

Was ist das was da geschrieben wird?

Einen Teil des Textes macht der Computer, in welcher Form auch immer, durch eine Rechtschreibkorrektur kaputt. Aber das macht er nicht von selber. Nein, entweder ist der Benutzer einfach nur zu schnell beim absenden der Nachricht und ignoriert die Vorschläge des Schreibgerätes oder er weiß es nicht besser dank der Globalisierung.

Wenn ich mir so manches Buch ansehe und mir schon auf den ersten Seiten Fehler ins Auge fallen, und das gerade bei Fachbüchern, was soll ich dann von diesem Buch halten?

In der heutigen modernen Zeit, wo man alle Möglichkeiten hat seine eigenen Werke alleine und ohne Lektorat zu veröffentlichen, in einer Zeit wo sich eine eigene Sprache entwickelt hat, das Großstadtesperanto, da wird es Zeit, einen Artikel über einen Kämpfer für die deutsche Rechtschreibung zu schreiben.

Es geht dabei, wer es noch nicht weiß, um Konrad Duden. Da ich selber in Bad Hersfeld  wohne und Duden hier lange Zeit gelebt und gewirkt hat und hier begraben liegt, bietet sich ein Artikel über ihn nur an.

 

Konrad Alexander Friedrich Duden

kommt als Zweites Kind von Johann Konrad Duden und Juliane Charlotte Duden am 3. Januar 1829 auf Gut Bossigt bei Wesel am Niederrhein zur Welt.

Er legt 1846 am Gymnasium in Wesel das Abitur ab und beginnt ein Studium in den Geisteswissenschaften Philosophie, klassische Philosophie, Geschichte, deutsche Sprache und Literatur an der Universität in Bonn.

1848 bricht er sein Studium ab und beginnt eine Tätigkeit als Hauslehrer bei der Familie Souchay in Frankfurt am Main.

1854 legt er dann an der Universität Bonn das Staatsexamen ab und tritt im Archigymnasium in Soest als Lehramtskandidat in den staatlichen Schuldienst ein. In diesem Jahr reicht er an der Universität Marburg sein in Lateinischer Sprache abgefasste Dissertation – De Sophoclis Antigona- ein.

Er übernahm eine Stelle als Hauslehrer bei der Familie Gruber in Genua. Während dieser Zeit erhielt er in Abwesenheit seine Promotion zum Doktor der Philosophie.

1858 wird Duden Lehrer am Archigymasium in Soest.

1861 heiratet er Adeline Sophia Jacob und ein Jahr später erblickt sein Sohn Gustav das Licht der Welt.

1869 – 1876 arbeitet Konrad Duden als Direktor am Gymnasium in Schleiz. Er reorganisiert und modernisiert die Schule erfolgreich.

Dort beschäftigt sich Duden mit der deutschen Rechtschreibung.

1872 veröffentlicht er „die deutsche Rechtschreibung“, welche auch als „Schleizer Duden“ genannt wird.

1876 kam Duden nach Hersfeld, wo er bis 1905 das Gymnasium als Direktor leitet.

Während seiner Dienstzeit wird die Schuldisziplin verbessert und das Leistungsniveau angehoben.

1876 nahm er an der 1. Orthographischen Konferenz zu Vereinheitlichung der Rechtschreibung in Berlin teil.

1880 gibt das Bibliographische Institut in Leipzig das „Vollständige Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden heraus.

1901 findet die 2. orthographische Konferenz in Berlin statt, an der Duden wieder teilnimmt.

Im gesamten deutschen Sprachraum wird die Rechtschreibung vereinheitlicht.

1905 tritt Duden im 77. Lebensjahr in den Ruhestand und siedelt mit der Familie nach Sonnenberg (Wiesbaden) um.

Im Juli 1911 feiert Duden die Goldene Hochzeit und verstirbt am 1. August.

Er wird auf eigenen Wunsch in Hersfeld beigesetzt.

 

 

Herzlich Bedanken möchte ich mich hier für die tolle Unterstützung durch die Mitarbeiter des Duden-Museum in Bad Hersfeld.

~BA
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Rezension “Konrad Duden: Schreibe, wie Du sprichst” von Anke Goldberg

In Erinnerung an Konrad Duden

Teil Eins

 

Da ich selber aus der schönen Stadt Bad Hersfeld komme, lag es nahe Euch auch mal etwas über Konrad Duden den “Mann der Wörter” zu erzählen. Er hat einige Jahre seines Lebens in meiner Heimatstadt verbracht und wurde auch auf seinen Wunsch hin hier begraben. Dies hier soll der Auftakt einer kleinen Serie über das Leben und das Wirken des Konrad Duden sein. Im Rahmen unserer Recherche besuchten wir das Konrad Duden Museum in Bad Hersfeld. Dort erhielten wir eine Menge Informationen und ehe wir uns versahen waren wir gefesselt von der Geschichte. Also habe ich mich mal nach Literatur zu diesem Thema umgesehen. Meine Wahl fiel auf das Buch von Anke Goldberg.

Konrad Duden  Schreibe, wie Du sprichst

Konrad Duden Schreibe, wie Du sprichst

“Verlagsinfo Autorin

Anke Goldberg, Jahrgang 1968 wuchs in der Nähe von Schleiz in Thüringen auf. Sie studierte Deutsch und Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Anglistik an der Gesamthochschule Kassel. Als Stipendiatin der Erasmus-Stiftung verbrachte sie ein Jahr in Pisa. Seit 1995 lebt sie im Kreis Hersfeld-Rotenburg in Hessen und ist an der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld als Studienrätin tätig.”

 

Konrad Duden
Schreib, wie Du sprichst

VerlagsinfoKlappentext
“Kaum etwas erregte die Gemüter in den letzten Jahren stärker als die Reform der deutschen Rechtschreibung. Befürworter und Gegner standen sich teilweise unversöhnlich gegenüber. Erst mit der jüngsten Einigung auf eine überarbeitete Version der Reform scheinen sich die Wogen langsam zu glätten.”Der Duden” ist klassischer Ratgeber in allen Rechtschreibfragen. Man kennt ihn, man vertraut ihm. Wer aber kennt Konrad Duden, den Mann, der fast völlig hinter dem Werk verschwindet, das seinen Namen trägt?
Anke Goldberg hat sich auf Spurensuche begeben. Ihre spannend erzählte Biographie begeleitet Konrad Duden(1829 bis 1911) zu den wichtigsten Stationen seines Lebens. Sie schildert das soziale Umfeld in seiner Gebrtsstadt Wesel, erzählt von seiner Zeit als Hauslehrer in Italien und berichtet über seine Erfahrungen im Schuldienst in Soest, Schleiz und Bad Hersfeld.
Konrad Duden war kein weltfremder Gelehrter, sondern ein Schulmann, der fest im Leben stand. Seine Erfahrungen im Schulalltag bildeten auch den Ausgangspunkt zu seinem wichtigsten Werk, der Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung. Duden wollte damit Hürden abbauen und allen Menschen den Gebrauch der Schriftsprache erleichtern.Unterhaltsam beschreibt die Autorin, wie konrad Duden, der preußische Korrektheit und rheinischen Humor zu vereinen wusste, den Wirrwarr in der deutschen Sprache beendet und schließlich eine normierte Rechtschreibung im gesamten deutschen Sprachgebiet durchsetzte. Der Leser wird bei der Schilderung der gelehrten Streitigkeiten und den Einblicken in die deutsche Bürokratie manch aktuellen Bezug entdecken.”

 

Meine Gedanken zum Buch

Zuerst hatte ich wirklich bedenken, hier auf ein trockenes Lehrbuch zu stoßen, aber was ich dann gelesen habe hat mich doch sehr beeindruckt. Anke Goldberg ist es wahrhaft gelungen das Leben von Konrad Duden bildlich darzustellen. Sie hat es geschafft mir den Menschen näher zu bringen. Ich durfte sehr viel aus seinem Leben erfahren und es handelte sich nicht nur um eine Aneinanderreihung von schlichten Fakten. Frau Goldberg hat mit einem flüssigen Schreibstil viele Stationen in Dudens Leben aufgelistet. Zu keinem Zeitpunkt ist mir dieses Buch zu “trocken” gewesen. Besonders imponiert hat mir die soziale Einstellung, die Duden an den Tag legte. Er war ein strenger Mann, der aber auch immer ein offenes Ohr für die Nöte seiner Schüler hatte. Sein Ansinnen die Rechtschreibung zu vereinfachen war zu seiner Zeit bestimmt gewagt, da ja doch jeder Landstrich seine eigenen Schreibweisen hatte. Meine liebsten Kapitel sind die Nummer 6. “Ein schwungvoller Preuße am Hersfelder Gymnasium” und 7. “Erfolgreiche Jahre in Hersfeld”. Hier habe ich viel entdeckt was zu meiner Heimatstadt gehört, mir aber eigentlich nie so bewusst war. In einem Kapitel wurde über die Karteikästen berichtet, in denen Duden seine Wörter sammelte. In dem Dudenmuseum wurde nachempfunden, wie diese Karteikästen aussahen, das führte mir das Gelesene noch mal bildlich ins Gedächtnis zurück. Zahlreiche Bilder und Abbildungen von verschiedenen Dokumenten runden das Gesamtwerk perfekt ab. So genug geschwelgt. Tolles Buch, sehr informativ, wissenswert und irgendwie auch spannend das Leben vom “Mann der Wörter”.

An dieser Stelle vielen Dank an den Sutton Verlag

~BL

 

 

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