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[Gastrezension] Crystal – Zu den Sternen fliegen von Erik D. Schulz

Crystal – Zu den Sternen fliegen von Erik D. Schulz - Cover mit freundlicher Genehmigung Delfy International Publishing

Crystal – Zu den Sternen fliegen von Erik D. Schulz – Cover mit freundlicher Genehmigung Delfy International Publishing

»Hätte ich mich doch auf diese Droge nicht eingelassen!«

Zum Inhalt:

Die Mutter des Zehntklässlers Niklas hatte als Oberärztin einen finanziell lukrativen Job in München angenommen, und auch dessen Vater pendelte als IT-Spezialist nach Hamburg, sodass er wochentags in Berlin mit Schwester Anni allein auf sich gestellt war. Niklas schulische Leistungen sanken seit Beginn seiner Pubertät in den Keller. Das Abitur war jedoch eine unabdingbare Voraussetzung, um das Studium nicht gefährden, wobei Student Menzel ihm Nachhilfe gewährte. Nach Anders hingegen Schwester Anni, die mit sehr guten Noten glänzte, die ihr Musikstudium fest im Auge hatte. Die Eltern warfen Niklas laufend Annis Spiegel auf den Präsentierteller, und sorgten für erhebliche Spannungen zwischen den Geschwistern.

Als Nachhilfelehrer Menzel sich wegen seiner Drogensucht in Therapie begeben musste, beauftragte er Niklas, Menzels „tierische Lieblinge“ zu füttern. Dabei enttarnte der Junge jene geheimnisvolle Welten, die Menzel zwischen Rattenkäfig und Wanne raffiniert deponiert hatte, und stieß dabei auf die berüchtigte Teufelsdroge Crystal und beachtlichen Mengen an Bargeld.

Niklas Neugier war so groß, dass er sich den Tütchen, in denen der weiße Stoff sich befand, aber auch einen Teil des Bargeldes einfach bemächtigte.

Als eines Tages Lydia und Niklas die Abwesenheit von Lydias Mutter nutzten, die Nachtdienst schieben musste, zogen beide eine Linie Crystal in sich rein. Beim Sex steigerte das Paar in einen Glücksrausch, den Lydia und Niklas so noch nicht gekannt hatten. Jedoch das universelles Glück, das die beiden bei jenem mitreißenden „Flug zu den Sternen“ verspürten, währte nur kurz. Das Gefühl von Abgeschlagenheit, begleitet von stark pochendem Kopfschmerz, Übelkeit, Schläfrigkeit führte die beiden viel zu schnell auf den knallharten Boden der Realität zurück. Als Niklas in Menzels Wohnung weilte, um der ihm auferlegten „Fürsorgepflicht“ in Bezug auf das Rattenvölkchen nachzukommen, kündigte sich plötzlich überraschender Besuch an. Die gut aussehende Ariella vermutete natürlich Tobias in dessen Wohnung. Niklas glaubte zunächst, dass es sich um Tobias Menzels Freundin handelte. Kurz nachdem die beiden den Gesprächsfaden aufgenommen hatten, erfuhr Niklas, dass Ariella nebenbei in einem Escord-Service jobbte. Und Menzel gehörte zu ihrer Stammkundschaft. Ariella, die ebenfalls auf dem schmalen Grat der Abhängigkeit wandelte, warf Niklasbetörende laszive Blicke zu, denen er nur verdammt kurz standhielt. Niklas rauschte auch mit Ariella durch jene Welt voll Glück, die er auch vom Zusammensein mit Lydia erfuhr, obwohl er zu Beginn dieses Techtelmechtels noch mit seinem Gewissen rang. Als jedoch das Hochgefühl ihm allmählich entglitt und sein bestes Stück total erschlaffte, wurde Ariella wütend. Sie betitelte Niklas als Schlappschwanz und knallte ihm noch weitere fiese Sprüche ins Gesicht…

Trotz dieser erotischen Eskapade liebte Niklas Lydia über alles. Als er sie suchte, weilte Lydia nicht in ihrem Zuhause, und auch deren Mutter wusste nicht, wo sich gerade herumtrieb. Geistesgegenwärtig schnappte sich Niklas den Schlüssel zum Gartenhaus, wo Niklas und Lydia schon des Öfteren ineinander verschmolzen waren. Als Niklas gewohnte Geräusche vernahm, stemmte er sich mit vollem Power gegen die Tür, sodass er mit dieser förmlich ins Haus geflogen kam. Der blank gezogene Körper von Jonas, der in einer Parallelklasse die Schulbank drückte, rollte sich erschrocken von Lydia. Es entbrannte ein heftiger Disput, der in eine wüste Schlägerei mündete…

Ungeachtet dessen war ihm Lydia nach wie vor stark ans Herz gewachsen, obwohl Niklas unter dem Kapitel seiner Beziehung den einst nie für möglich gehaltenen Schlussstrich sah…

Jedoch kam es völlig anders…

Niklas und Anna predigten so lange auf Lydia ein, bis sie dem Drängen, eine Therapie zu beginnen, folgte. Lydias Mutter setzte sich anfangs noch vehement zur Wehr. Niklas hatte in dieser Zeit bereits der Droge abgeschworen, obwohl dessen Körper aufgrund der schmerzhaften Entzugserscheinungen unbarmherzig nach dem Crystal bettelte. Dennoch hielt sein Herz dem permanenten Druck mutig stand. Lydias Erstbehandlung begann in einem Klinikum. In einem speziellen Therapiezentrum im brandenburgischen Storkow stellte sich Lydia den Härteprüfungen des Entzugs.

Jedoch zehrte der unabdingbare Kampf gegen die allgegenwärtige Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit gnadenlos an den Kräften der Sechzehnjährigen. Als Niklas sie besuchte, und die beiden sich kurz danach auf Lydias Bett wie wild die Kleidung vom Leib rissen, glaubte das Paar an jenes Rauschen durch die Galaxien, das ihnen das „Crystaline“ einst bescherte . Jedoch der gleißende Schein jener Glücksoase flutete viel zu früh aus Lydias Kopfkino. Stattdessen riss das gefürchtete „schwarze Loch“ Lydia wie einen Strudel in das Down, dass die Versuchung eine Linie Crystal vom Display des Handys zu ziehen, durch ihr Hirn geisterte. Als Lydias beste Freundin Marlen überraschend aufkreuzte, und sogleich mit einer Linie Crystal warb, legte sich der Schalter ihrer Drähte automatisch um. Die „Glückseligen“ lebten in der benachbarten Sporthalle den ersehnten wilden Rausch an der Tischtennisplatte aus. Die Jugendlichen schmetterten sich die Bälle um die Ohren, dass es, umhüllt vom wilden Kichern, nur so krachte. Und dann kam das, was kommen musste!…

Dem Personal wurde dies zu bunt. Lydia musste sofort die Rehastätte verlassen!

Als Niklas von einer Klassenausfahrt aus Weimar zurückkam, zog es den Besorgten sogleich zu Lydia. Als er bereits in Wohnungsnähe sich befand, traute er seinen Augen nicht. Er musste mit anschauen, wie Lydia in den Krankenwagen abtransportiert wurde. Die Zeit der Klassenfahrt hatte Lydia auf ausschweifenden Partys „überbrückt“.

Wie wird es Lydia im Krankenhaus ergehen?…

 

Mein Fazit:

Ein prickelnder Roman mit hohem Zündstoff, der qualitativ nahtlos an das Werk des Autors Herrn Erik D. Schulz – „Frühaussteiger“ anknüpft. Und auch in diesem Werk hält der Autor dem Leser schonungslos jene Tatsache vor’s Gesicht, die klarstellt, in welch beängstigend Kreisen sich diese apokalyptische Droge, besonders in der Anonymität von Metropolen, ausgeweitet hat. Eine äußerst gewichtige Rolle spielen hierbei Zwänge, die sich viele Heranwachsende aufgrund des immensen Druckes innerhalb und außerhalb ihrer Cliquen auferlegt haben. An scheinbar kleinen Ursachen reihen sich viel zu oft verheerende Wirkungen, die gleich ganze Bündel voller Fragen generieren. Wäre Lydia in die in die Drogenfalle getappt, wenn Niklas nicht dem crystalsüchtigen Nachhilfelehrer Menzel begegnet wäre? Hätten straffere Einlasskontrollen, Marlens Drogenschmuggel verhindern können? Hätte eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern diesen permanenten Drogenkonsum eindämmen können? Waren sich die Jugendlichen bezüglich der Gefahren für ihr eigenes Leben vollends bewusst? Ist es dieser in unserer Gesellschaft weit verbreitete Egoismus, der das Kochen des eigenen Süppchens geradezu fördert? Sorgt das ausschließlich auf die beruflichen Karriere gerichtete Leben vieler Eltern dafür, dass immer mehr Heranwachsende auf schiefe Bahnen gelangen? Ist es Jugendlichen in der Pubertät zuzumuten, die gesamte Woche über allein auf sich gestellt zu sein? Lydias Mutter litt als Folge ihrer Scheidung unter einem Zwangssyndrom, dessen Folgen die gemeinsame Wohnung in eine Müllhalde verwandelten. Inwiefern hätte das Jugendamt Beschlüsse geltend machen können oder gar müssen, um Lydia nicht noch weiter zu schädigen? Herr D. Schulz hat in Form seiner bildhaften Erzählungen, die nicht selten die Grenzen des Erträglichen tangieren, diese schwergewichtigen Fragen aufgeworfen. Dieser Roman zeichnet sich durch seinen flüssigen Schreibstil, gespickt mit fantasievollen Wortspielen, aus, die den Leser die volle Bandbreite an Dramatik hautnah spüren lassen. Diese gönnt dem Leser kaum mal eine Atempause, womit es Herrn D. Schulz auf beeindruckende Art gelungen ist, die mahnenden Wirkung der Appelle zu verstärken und nicht etwa verpuffen zu lassen. Ein in die Untiefen des Lebens dringender Roman, den ich vor allem Eltern, aber auch Teenagern wärmstens empfehlen kann, um weitere Tragödien zu ersparen, die meistens auch lange Schatten auf künftige Generationen werfen!

Mein aufrechter Dank gebührt Herrn Erik D. Schulz für diesen tollen, hoch spannenden Roman!

 

Meine Bewertung – 5 von 5 Sterne

Bewertung: 5 Sterne

Gastrezensent
~MR

Jugendbuch-Informationen:

Titel: Crystal – Zu den Sternen fliegen
Autor: Eric D. Schulz
ISBN: 978-3-9814022-6-1
Umfang: 192 Seiten
Verlag: Delfy International Publishing Berlin

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