Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft
Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL
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Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Gastrezensenten

[Gastrezension] Chirú von Michela Murgia

Chirú von Michela Murgia - Cover mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Klaus Wagenbach

Chirú von Michela Murgia – Cover mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Klaus Wagenbach

»Eine ungewöhnliche emotionale Bindung, in der die Spuren der Kindheit wieder auflebten«, meint unser Gastrezensent Michael Reißig.

Zum Inhalt:

Die 38-jährige Theaterschauspielerin Eleonora lehrte in einem Konservatorium Chiru, der zwar kein Kind mehr war, der aber noch nicht die vollständige Reife eines Erwachsenen besaß, die hohe Kunst des Geigens. Eleonora hatte schon viele Talente unter ihre Fittiche genommen, jedoch Chirú schien etwas Eigenartiges an sich zu haben, was sie so noch nicht kannte.

Eleonoras Kindheit im sardinischen Cagliari war geprägt von den autoritären, patriarchisch geprägten Wesenszügen ihres Vaters. Aber auch von ihrer Mutter hatte sie nicht viel, denn diese ordnete sich dessen Regime uneingeschränkt unter. Wenn die Kleine bei Freizeitvergnügen auf Jahrmärkten oder bei sonstigen Ausflügen Wünsche am Herzen lagen, musste sie sich mit der sprichwörtlichen Engelsgeduld erbetteln, was ihrem Bruder glücklicherweise erspart geblieben war. Egal was sie machte: aus der Sicht ihrer Eltern baute sie nur Shit… Weiterlesen

[Gastrezension] Susanne, verzweifelt gesucht!

Susanne verzweifelt gesucht - Cover mit freundlicher Genehmigung vom Frieling-Verlag

Susanne verzweifelt gesucht – Cover mit freundlicher Genehmigung vom Frieling-Verlag

»Susanne – gezeichnet durch die Wirren des 2. Weltkrieges«

Die 13-jährige bildschöne Susanne radelte jeden Morgen zur Schule, und zog gierige Männeraugen, die aus dem nur einen Steinwurf entfernten Waldstück glotzten, magisch an.

Und auch als ihr Weg an der Schmiede entlang führte, machten sich die „Galionsfiguren“ deren Schönheit „zunutze“, und die endorfinbesessenen Hirne gaben den „Grünschnäbeln“ den „Befehl“, ganze Ladungen lasziven Wortgeschwaders ihr gegen‘s Gesicht zu ballern. Susanne wohnte im Rittergut eines Dorfes an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen. Der drei Jahre jüngere Gottfried, der die knapp bemessene Freizeit meistens mit Susanne verbrachte, lieferte den Klatschtanten im Tante Emma-Laden die neuesten „Nachrichten“. Das Schicksal hatte es so gewollt, dass Susanne im Rittergut hart schuften musste, während ihr kriegsversehrter Vater es vorzog, in der Dorfkneipe den Frust mit Hochprozentigem herunterzuspülen. Den Vater von der Kneipe abzuholen, und diesen auf dem Nachhauseweg notfalls zu stützen. In der Zeit des Weltkrieges verband Susannes Mutter Doris eine tiefe Freundschaft zu der wesentlich älteren Gertrud, da beide Männer fern der Heimat in „Adolfs Wehrmacht“ dienten. In jener Zeit als Doris Ehemann Peter noch als verschollen galt, erblickten zwei „Fremdkörper“ das Licht der Welt. Eines „schenkte“ ihr ein verletzter, von Adolfs Wehrmacht geflüchteter Soldat und zu dem zweiten „verhalf“ ihr ein „Befreier“der siegestrunkenen, meistens unter Vodkavollrausch stehenden „ruhmreichen Sowjetarmee“ , wobei nicht gänzlich klar war, ob der Akt auf freiwilliger Basis beruhte. Peters innere Stimme schrie jedoch; “ Zum Kuckuck mit den Kuckuckskindern! die beiden unehelichen „Gaben“. Und danach benahm er sich auch. Peter ließ diesen unnötigen Ballast einfach liegen wie taubes Gestein. Lediglich Susanne akzeptierte er halbwegs, da sie ja dessen Tochter war, die er kurz vor seiner Einberufung gezeugt hatte. Weiterlesen

[Gastrezension] Kleine Mutmachgeschichten von Britta Kummer, Christine Erdic, Heidi Dahlsen, Karin Pfolz

KLEINE MUTMACHGESCHICHTEN - Cover mit freundlicher Genehmigung vom Karina Verlag

KLEINE MUTMACHGESCHICHTEN – Cover mit freundlicher Genehmigung vom Karina Verlag

»Endlich kein Außenseiter mehr!
Über die eigenen Grenzen gehen!
12 Geschichten, die Mut machen!«, 

meint unser Gastrezensent Michael Reißig.

Dieses Buch unterstützt Gewaltopfer, die Autorin ist Mitglied im Verein „Respekt für Dich – Autorinnen gegen Gewalt“

Zum Inhalt

  • Christine Erdic leidet mit der Story vom kleinen Nick, der in ein Kobolddorf, in den hohen Norden Norwegens gezogen ist, die kleinen Mutmachgeschichten ein. Aufgrund einer Gehbehinderung, dem ein Unfall vorhergegangen war, fällt es ihm schwer, Anschluss an die anderen Kobolde des Dorfes zu finden. Nepomuck jedoch hat den kleinen Nick schnell ans Herz geschlossen, und er war zutiefst traurig gestimmt, da er beim Fußballspielen nicht mitwirken konnte. Nick verkrümelte sich an einsamen Orten, widmete sich als Zeitvertreib den handwerklichen Künsten. Doch dank des Rollstuhles, jenem völlig unerwarteten Geschenk, erweiterte sich sein Horizont. Erst nach mehreren Umzügen machte Nick erstmalig die Erfahrung, dass eine Beeinträchtigung keine Schande ist…
  • Britta Kummer hat sich den Leidensweg des kleinen, pummeligen Max angenommen. Dieser muss nicht nur verbal Spott und Hohn über sich ergehen lassen. Dessen sportliche Tölpelhaftigkeit sind für die Klassenkameraden ein willkommener Anlass, die Fäuste sprechen zu lassen, wobei Uwe, der Sohn des örtlichen Bürgermeisters besonders „Gefallen“ daran findet. Jedoch im Rahmen eines Praktikums in einem Tierheim wendet sich das Blatt, als es gilt, die Hunde über einen Parcour mit Hindernissen zu leiten…
  • Britta Kummer bringt als nächstes das Eulenkind Jule ins Spiel, das sich beim Fangen von Mäusen ausgesprochen dümmlichl anstellt, worüber sich ihre Artgenossen mächtig amüsieren. Jule erträgt dies nicht mehr und flüchtet in das angrenzende Waldstück, wo sie sich im Geäst eines Baumes versteckt. Plötzlich sorgen sich die Eulen, begeben sich auf die Suche und finden die verängstige Jule, die beginnt, den Grund für ihre scheinbares Unvermögen zu lüften…
  • Heidi Dahlsen nimmt das Schicksal von Johannes, der ein Leben im Schatten seiner beiden Geschwister führt, um die Leser auf fragwürdige Werte und deren Vorstellungen im Rahmen unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Johannes hat keinen Bock noch weiter sich den Gang zum Fußball- und zum Schwimmtraining sich anzutun, weil er einfach keine Erfüllung darin findet. Während ihre Zwillingsgeschwister aufgrund ihrer musikalischen, bzw. sportlichen Erfolge, nach allen Regeln der Kunst in den Himmel gehoben werden, kann Johannes es ihnen nie recht machen. Den Kontakt zu Tristan, dem einzigen Freund, haben die Eltern ihm auch noch strikt untersagt, da dessen Eltern nicht der bürgerlichen Schicht zugeordnet sind. Und auch in der Schule wird Johannes nach Strich und Faden gemobbt. Als er notgedrungen in Tristans Grundstück flüchtet, nimmt er sein Herz in beide Hände und entpuppt sich gar als Lebensretter…
  • Karin Pfolz hat in der Fledermaus Leopoldine eine passende Figur gefunden, die uns verinnerlicht, das es auch gilt, jene Verhaltensmuster zu respektieren, die ein Leben ebseits des hohen Lärmpegels lieben. Sie flüchtete aus der Höhle und freundet sich mit Eichhörnchen Bettina an, und frönt ihren Zeichenkünsten. Leopoldine nutzt ihr Zeichentalent und verpasst der Höhle eine Schönheitskur…
  • Heidi Dahlsen geht das Schicksal des fünf Monate alten Kätzchens Molly besonders tief unter die Haut, die von ihrer Mutter verstoßen worden ist. Eine beherzte Frau nimmt das Kätzchen auf und versucht dessen Seele mit zahllosen Streicheleinheiten zu erwärmen. Die panische Angst vor dem Katzenclo, und die Notwendigkeit, ihr Leben mit zwei weiteren Katzen und gar drei Hunden sich teilen zu müssen, schlug Molly mächtig auf den Magen, sodass Frauchen keine andere Wahl bleibt, als unter tierärztliche Kontrolle zu begeben. Ein dramatisches Ringen um Mollys Leben hält die Leser mächtig in Atem…
  • Christine Erdic nimmt die Ängste des dreizehnjährigen Tobias ins Visier. Dessen panische Angst vor dem Wasser hat der Junge zum Anlass genommen, um von einer Klassenfahrt an die Ostsee Abstand zu nehmen. So blieibt er zu Hause. Jedoch bei einem Ausflug mit der Vater stürzte dieser, sodass sich dessen Gattin um ihn kümmern musste. Ausgerechnet in jener bedrohlichen Situation hört er die Schreie eines kleinen Mädchens, das im nahe gelegenen See zu ertrinken drohte. Und plötzlich geschieht ein Wunder!…
  • Christine Erdic bewegt das Schicksal des im türkischen Anatolien lebenden Mädchens Berna sehr am Herzen. Deren Mutter kann weder Lesen noch Schreiben und Berna droht dasselbe Schicksal zu blühen. Berna wäre so gern in die Schule gegangen, während es Bruder Mehmet oft vorgezogen hat, diese zu schwänzen, um sich anderen Beschäftigungen zu widmen. Als dies dem Lehrer zu bunt geworden ist, sorgt dieser mit einem unangekündigten Besuch für einigen Wirbel, wenn auch nur bei Berna und deren Mutter, nicht aber beim Sohnemann, der – als habe er dies geahnt – kurz vor jenem „Überrraschungsbesuch“ das Weite gesucht hat. Doch als der Lehrer Berna in die Augen schaut, geschieht ein „Wunder“, das zu Freudentränen rührt…
  • Britta Kummer widmet sich in einer weiteren Erzählung dem Jungen Olli, dessen Eltern fast nichts zugetraut haben, weshalb er aufgrund seines unselbständigen Verhaltens von den Klassenkameraden als Zielscheibe auserwählt worden ist. Doch als ein Fremder das Mädchen Pia, das mit Olli die Schulbank drückt, in ein Auto zerrt, wirft das „Muttersöhnchen“ – das plötzlich unbändige Kräfte entwickelt – dessen unerträglichen Ballast ab, ohne dies zuvor ahnen zu können.
  • Britta Kummer lässt in der folgenden Geschichte das Schicksal der kleine Ziege Sina aufleben. Sie träumt auch vom Sieg in jenem Wettkampf, in dem es gilt einen Parcour, der mit anspruchsvollen Hindernissen gespickt ist, zu überwinden. Doch das Handicap mit nur drei Beinen aufgewachsen zu sein, scheint derenTräume zu verblassen…
  • Christine Erdic ist Koboldjunge Leander besonders ans Herz gewachsen. Dessen extremer Kleinwuchs sorgt dafür, dass er Spitznamen wie Erdnuckel mit sich herumschleppen muss, wobei der bullige Oskar Leander besonders auf dem Kieker hat. Als jedoch zwei Mädchen einer Baumhöhle klemmen, kann selbst Oskars „heldenhafte“ Frechheit die Mädchen nicht aus der Klemme befreien…
  • Heidi Dahlsen hält uns den Spiegel der dreizehnjährigen Sabrina vor. Der Umzug in eine andere Stadt behagt ihr überhaupt nicht. Dort stößt sie auf junge Mädchen ihres Alters, die nichts anderes im Sinn haben, als mit teuren Markenklamotten zu protzen, und alle die nicht mithalten können, mit blöden Sprüchen zu erniedrigen. Der tägliche Gang zur Schule – besonders die Fahrt im Schulbus – wird für sie zum Horrortrip. Sabrina kann kaum noch einschlafen und schwänzt sogar mehrmals den Unterricht. Deren Eltern suchen nach Auswegen und beschließen, ihr mit einem Hund als Haustier eine echte Freude zu bereiten. Toby und Sabrina freunden sich schnell an. Als Sabrina bei einem Spaziergang mit Toby ihren Peinigern Maja und Marlen begegnet, scheint jedoch vorerst alles beim Alten zu bleiben. Doch Sabrinas Dressurkünste sind nicht zu verachten…

Fazit

Mein Resümee zu dem Gemeinschaftswerk fällt überwiegend positiv aus. Alle Geschehnisse haben ein ums andere Mal bewiesen, dass ein Ausweg aus den Niederungen des Lebens gibt, obwohl – wie sooft im wahren Leben – der Zufall Pate steht. Einen besonderen Bezug zu den aktuellen Ereignissen, sehe in der Geschichte um das Mädchen Berna. Den patriarchalisch geprägten Lebensstilen, denen sich Mädchen, bzw. Frauen aus fremden Kulturkreisen unterzuordnen hatten, nahm Christine Erdic zum Anlass, uns Lesern zu sagen, dass auch uralte Verhaltensmuster zu knacken sind, was meistens einen langen Atem voraussetzt, der für mich auch die wichtigste Ursache ist, weshalb das Thema Migration die ohnehin schon klaffenden Gräben innerhalb unserer Gesellschaft, noch tiefer gerissen hat. Jenen beängstigen Gräben, die Arm und Reich voneinander trennen, hat sich Heidi Dahlsen in ihrer dramatischen Geschichte verschrieben, die den Spiegel des gepeinigten Johannis uns schonungslos vor die Gesichter hält, zumal dessen Eltern dem Jungen den Kontakt zu dessem einzigen Freund Tristan verboten hatte, weil dieser aus armen Verhältnissen stammte. Frau Dahlsens rührende Story liefert den Beweis, dass auch zufällige Umstände aus Außenseitern Helden werden lassen, und somit bewirken können, dass festgefahrenen Denkweisen in zahllosen Elternhäusern ins Wanken geraten. Ergänzend möchte ich aber noch sagen, dass dies nicht immer in diesen Formen möglich ist. Existent sind leider zahllose Fälle von Mobbing, die an Brutalität und Grausamkeit kaum noch zu überbieten sind. Da kann auf psychologische Hilfen wirklich nicht verzichtet werden. Lobenswert finde ich auch, dass in einigen Erzählungen Tiere zu Helden avancieren. Diese Sache hat aber einen Haken. Die Geschichten mit Tieren, bzw. Kobolden sind mehr auf die Jüngsten zugeschnitten. Jedoch die Storys, in denen Kinder, bzw. heranwachsende Jugendliche eine herausragende Rolle spielen würde ich etwas älteren Kindern, besonders aber auch den Erwachsenen wärmstens empfehlen. Daher halte ich eine Trennung von Tiergeschichten und den Geschichten, die die Schrecken des wahren Lebens dem Leser vor Augen führen, für sinnvoll. Dies ändert aber nur wenig am guten Gesamteindruck des Werkes. Nicht vorenthalten möchte ich jenen Umstand, dass auch Autoren dieses Buches schwere Schicksale über sich ergehen lassen mussten, wobei ich diesbezüglich Heidi Dahlsen besonders hervorheben möchte. Ihre Eltern werfen ihr selbst heute noch an den Kopf, dass sie nur auf die Welt gekommen war, weil sie Langeweile hatten. Eine Aussage, die ich für unfassbar halte. Sie litt unter starken Depressionen, machte ausreichend Bekanntschaft mit der Psychiatrie und als wäre das noch nicht genug gewesen, erkrankte die am Rande von Leipzig lebende Autorin auch noch an Krebs. Schon beim Lesen ihres Lebenslaufs gefriert einem fast das Blut in den Adern.

Meine Bewertung – 4 von 5 Sterne

Bewertung: 4 Sterne

Gastrezensent
~MR

eBook-Informationen

Autorinnen: Heidi Dahlsen, Christine Erdic, Britta Kummer, Karin Pfolz
Umfang: 156 Buchseiten
Verlag: Karina Verlag, Wien
ISBN: 978-3-903056-44-2

[Gastrezension] Spurensuche von Barbara Schwarzl

Spurensuche von Barbara Schwarzl - Cover mit freundlicher Genehmigung vom A. Fritz Verlag

Spurensuche von Barbara Schwarzl – Cover mit freundlicher Genehmigung vom A. Fritz Verlag

Gastrezensent Michael Reißig geht mit der Autorin auf Spurensuche: »Trage womöglich auch ich das Gen meiner Mutter in mir?«

Zum Inhalt

Die Universitätspädagogin Tina Bäck, eine moderne, intelligente Frau begegnete das erste Mal im Alter von 34 Jahren ihrem Vater. Und auch ihre Mutter hatte Tina nicht wirklich kennengelernt. Als sie etwa zwei Jahre alt war, erlag sie an den Folgen eines Autounfalls, der sich später noch als Suizid herausstellen sollte. Als Tina plötzlich auf das Tagebuch ihrer Mutter stieß, wurde ihr die Realität knallhart vor Augen geführt. Zuvor hatten ihr Tante Uschi und Onkel Karl ins Ohr gepredigt, dass Ihr Vater sich von der Gattin getrennt, und er nicht mehr am Leben sei. Aus diesem Tagebuch entnahm Tina, dass in ihrem Vater die heimtückische psychische Erkrankung Schizophrenie steckte, was dessen Gattin total überfordert hatte, was auch der Grund war, weshalb diese mit ihrem Wagen gegen einen Baum raste. Tina glaubte die Welt nicht mehr zu verstehen, als sie von den Ersatzeltern erfuhr, dass ihr Vater noch lebte und in einem Heim lebte. Sie überwarf sich mit Onkel Karl und Tante Uschi, obwohl ihr Tante Uschi besonders ans Herz gewachsen war.

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Rezension zu „Männer und andere Katastrophen“ von Kerstin Gier

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier - Cover mit freundlicher Genehmigung von Bastei Lübbe

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier – Cover mit freundlicher Genehmigung von Bastei Lübbe

Der Roman „Männer und andere Katastrophen“ lässt die Leserschaft an den Lebenswegen der 26-jährigen Germanistik-Studentin Judith teilhaben, die mithilfe ihrer sieben Jahre älteren Schwester Rebecca sich auf die Suche nach dem „echten“ Lebenspartner begibt. Erst recht nach der Trennung von Holger – jenem eigenwilligen Typen, dessen Studienzeiten einfach kein Ende nehmen wollten – nahm dieses beschwerliche Unterfangen seinen Anfang. Mit jenem heiß ersehnten Strahlemann sollte sie jene frei werdende Wohnung beziehen, in der die betagte Kiebig – im Bunde mit ihrem über alles geliebten „Brathund“ wahrlich nicht in helle Begeisterung versetzte. Rebeccas Idee, in Form einer Strichliste, die infrage kommenden Männer von den der Gilde der Taugenichts zu trennen, sollte sich jedoch nicht als besonders geeignet erweisen. Mit besonders skurrilen Verhaltensmustern war beispielsweise Oliver in Erscheinung getreten. Er gaukelte ihr vor, ein unübertrefflicher wilder Hengst zu sein, der schon zahllose Frauen, dank unbeschreiblicher ritterlicher Künste, euphorisch gestimmt hatte, doch seine plumpen Gebärden bewiesen das Gegenteil. Und auch dessen Wohnraum deutete absolut nicht auf eine ehemals gute Kinderstube hin. So fand sich die Sektflasche von Silvester selbst Monate danach noch im Gemüsefach des Kühlschrankes wieder.

Viele Nebenschauplätze, in der Judiths Freundeskreis verwickelt war, prägen des Weiteren das Gesamtbild des Romans nicht unwesentlich. Das Verhältnis zwischen Susanne und Bruno war geprägt von erheblichen Spannungen. Obwohl Bruno Susanne mit dem Wort „Dreckschlampe“ den Bogen überspannt hatte, versöhnten sich die beiden wieder. Besonders lachhaft empfand ich jene Begebenheit, als Judith ihrer Freundin Katja verhalf, dessen Lebensgefährten Jens aus der gemeinsamen Wohnung zu verscheuchen. Katja war außer sich vor Freude und schwärmte sogar von der glücklichsten halben Stunde in der Zeit ihrer sechsjährigen Beziehung!

Diesem Roman verpasste Frau Gier natürlich nicht umsonst den Titel „Männer und andere Katastrophen“! Letztere spiegelten sich auch in Judiths kurzzeitigen Bürojobs wider. Und auch manch‘ Vorurteil, was mit solch einer Stelle verknüpft ist. Da ist von einem Herrn Schimmel Kottenbrocke die Rede, in dem Judith – aufgrund seiner plumpen Gesten – nur noch den Herrn Schimmel Kotzbrocken sah. Und auch Herrn Römers neue Sekretärin, die gleich die Männer aus anderen Büros um sich scharrte, „verführten“ Herrn Kotzbrocken wahrlich nicht zum Kotzen, obwohl deren Blindschreibkünste lediglich in einem chaotischen Buchstaben-und Ziffernsalat ihren Ausdruck fanden. Ihr Name Marode Rodersberg entsprach voll dem Bild ihres Charakters und dem ihrer Fähigkeiten. Frau Mehlig „würdigte“ Judith’s Abschied mit einem Sektfrühstück und dem zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig erscheinenden Trinkspruch: „Auf den Weggang von Frau Dings!“ Derartige Ansprechformen gehörten zur Normalität dieses Büros. Für den leider nicht dahinschimmelnden Herrn Kotzbrocken, galt Judith ohnehin „nur“ als die Frau Eh- eh!…

Auch das Zusammentreffen von Bille und Judith forderte mehrfach den Leser zum Schmunzeln heraus. Beide witzelten über die Inhalte ihrer Handtaschen und erdachten sich selbst ein Quiz aus, um anschließend die „Intelligenzquotienten“ gegenüber zustellen. Dies empfand ich total lustig, sodass sich mancher Leser in eigene pubertäre Zeiten zurückversetzt fühlte.

Judith sah in hundert Prozent der Männer, die ihr bisher begegnet waren nur Psychopathen. Dass nicht nur diese eine Spezie in Judiths Dunstkreis ihr Unwesen trieb, wurde erst dann klar, als das Ende der Handlung bereits abzusehen war. Zuvor jedoch hatte Bruder Mo einige von Judith’s Künsten, mit denen es ihr gelang, ihre Enttäuschungen wenigstens vorübergehend ein bisschen beiseite zu schieben, aus deren Werkstatt geschmuggelt. Judith staunte, als Mo sie plötzlich mit einem Haufen Geld überraschte. Mo war es tatsächlich gelungen, Kontakte zu einem Herrn Radebrecht, einem Mäzen der Kunstszene, zu knüpfen, und sicherte zu, als Manager sie mit all seinen Kräften zu unterstützen. Und als Schwester Rebecca, die selbst Modelle entwarf und Modenschauen initiierte, während einer rundum gelungenen Performance im Rahmen einer Hochzeitsfeier, den Gesprächsfaden zu einem Reporter der örtlichen Presse aufgenommen hatte, riet sie Judith, ihn doch mal anzusprechen. Ausgerechnet in jenem Moment als der Zeitungsmann Schripps seinen Magen anfütterte, gelang es Judith, ihn mit einer unorthodoxen Frage zu überraschen. Judith’s Herz pochte mindestens so laut wie beim Anblick ihres Lieblingsstars Kevin Kostner.

Mein Fazit

Manche Verhaltensweisen mögen dem einen oder anderen Leser zu überzogen erscheinen. Nach meinem Geschmack gestaltet sich aufgrund zu vieler Nebenschauplätze, auf denen sich zahllose Protagonisten tummelten, die Orientierung etwas schwierig, was beim Lesen eine gehörige Portion an Geduld erforderte. Frau Gier verstand es jedoch – dank teils sensationell auserwählter Worte, die manch‘ Leser vermutlich stets aufs Neue vom Hocker rissen, bei Stange zu halten. Ein Beispiel hierfür bildet die Wortwahl: „Weltstars beim Daumenlutschen“, was geschah, als Judith und Oliver einer angeblichen Weltklassedarbietung beiwohnten, die die Tänzerinnen auf diese abstruse Art einläuteten. Aber auch Burghardt’s tänzerischer Esprit, von dem er stets vollmundig schwärmte, der aber auf ein noch schlechteres Urteil traf, als der des vermeintlichen „Rudi Carell-Ballettes“, reizte meine Lachmuskeln.

Meiner Vermutung liegt nahe, dass die Autorin sehr wohl beabsichtigte, die Spannungen zahlloser Reizüberflutungen innerhalb unserer „turbokapitalistischen Gesellschaft“ anhand von vielen, lebendigen Beispielen uns warnend vor Augen zu führen, zumal diese allzu oft Fehlorientierungen geradezu heraufbeschwörten. Die sich schier endlos in die Länge ziehenden Studiengänge (Bsp. Holger), aber auch die in die dramatisch gestiegene Zahl an Lehr- und Studienabbrüchen lieferte nachhaltige Beweise in Bezug auf diese dramatisch ausufernden gesellschaftlichen Brüche. Und dass die Anzahl an jungen Männern, die kaum noch imstande sind, einen geordneten Haushalt in Eigenregie zu führen, sollte uns allen sehr zu denken geben. Diesbezüglich hat Frau Gier die edle Kunst mit Worten zu jonglieren nahezu perfekt zelebriert, wobei dies besonders zwischen den Seiten 100 und 110 etwas zu inflationär geschah. Nicht jedes Hirn ist nämlich imstande, manch‘ im Kopf sich aufgetürmte Wortgeflecht – weit entfernt von Konrad Dudens Schöpfungen – sogleich zu entschlüsseln. Diesbezüglich war auch mir die Konzentration zwischenzeitlich abhanden gekommen.

Dieser Roman zeigte aber auch deutlich auf, dass selbst bei den schrägsten Typen nicht Hopfen und Malz für immer verloren sein muss. Auch Judith’s Freundeskreis lieferte den nachhaltigen Beweis.

Gastrezensent
~MR

Informationen zum Titel

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Kerstin Gier
Format: Taschenbuch
Umfang: 286 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17179-8

Buchrezension „Liebe auf leisen Sohlen“ von Emilia Licht

Bereits im Jahre 2012 hat Buecherloewe den Titel „Liebe auf leisen Sohlen“ von Emilia Licht als E-Book auf der Leseleidenschaft rezensiert und heute möchten wir euch die Buchvariante aus der Sicht von unserem Gastrezensenten Michael Reißig vorstellen:

Der Roman „Liebe auf leisen Sohlen“ erzählt die bewegende Geschichte des Ehepaares Hollstein. Josi, die es von Thüringen aus zu ihrem Gatten David nach Dresden verschlug, hielt im gemeinsamen Hotel die Zügel fest in der Hand. Davids Belange und Gefühle blieben dabei meistens auf der Strecke. Wen wunderte es da, dass sich Josi des Öfteren mit ihrer Schwiegermutter Gisela überwarf. Und auch ihre pubertierenden Kinder trugen wahrlich nicht dazu bei, die Wogen in ihrer Beziehung zu glätten. Eine gewichtige Rolle spielte auch Ulrikes Freundin Ulrike. Was deren Geschmacksrichtungen, bezüglich des modischen Schicks, aber auch in Bezug auf die Ansprüche an einen Partner, lagen die beiden des Öfteren gar nicht auf einer Wellenlänge.

Als aber Josi selbst einen anonymen Erpresserbrief verfasste, und in diesem mit einem Anschlag auf das Hotel drohte, was natürlich nur um einen Bluff sich erweisen konnte, um David herauszufordern, schien das Ende der Ehe nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was er selbst nicht mal im traum erahnen konnte. David erstattete eine Anzeige bei der Polizei, was Josi freilich mit aller Macht zu verhindern suchte. In jener Zeit rollten noch viele andere gefahrvolle Momente wie eine unaufhaltsame Walze auf die beiden zu. Sohnemann Finn – schon von Natur aus ein gewisser Querdenker – fand sich nach einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung in der Notaufnahme eines Dresdener Krankenhauses wieder. Aber auch Tochter Isabel, die dem Nachhilfeunterricht einige Male fernblieb, bereitete den Eheleuten großes Kopfzerbrechen. Die Meinungen der beiden, was die Zukunft der gemeinsamen Kinder anbetraf, spiegelten die Zerwürfnisse innerhalb ihrer Ehe besonders stark wieder.

Doch in jener Zeit, als die beiden bereits nicht mehr im Ehebett gemeinsam nächtigten, veränderten sich Josis charakterliche Züge. Ehe sie eine entscheidung traf, kontaktierte sie David, was er selbst nicht mehr von ihr kannte. An einem ehemaligem Autokino, unweit des Dresdener Flughafens, an dem die beiden in jungen Jahren viele schöne Stunden miteinander verbrachten, nahm der Roman ein kaum zu erwartendes versöhnliches Ende, bei dem auch nicht mehr sonderlich ins Gewicht fiel, dass das zuständige Amtsgericht Josi, wegen Vortäuschung einer Straftat, zur Zahlung von dreißig Tagessätzen verdonnert worden war.

Mein Fazit

Ein spannender kurzweiliger Roman der Dresdener Autorin Emilia Licht, bei dem ich die zahllosen spannenden Dialoge, aber auch die bildhaften Erzählungen, die den Leser ständig in Spannung hielten, besonders hervorheben möchte. Wie schwer es im Leben doch sein kann, eine leitende Position, mit den Wünschen und Begehrlichkeiten einer Ehe in Einklang zu bringen, ohne dabei die gegensätzlichen Interessen pubertierender Kinder zu vernachlässigen, macht Emilias Roman auf besonders eindrucksvolle Art deutlich. Dieser erfuhr das gewünschte Happy-End, mit dem der Leser wahrlich nicht mehr rechnen konnte.

~MR

Buch Informationen

Autorin: Emilia Licht

Verlag: Amrun Verlag

Genre: Romantik

ISBN 978-3-94-472943-5

Rezension „Die Frauen von Clare Valley“ von Monica McInerney

Verlagsinfo, Klappentext

„Der neue große Familienroman der australischen Bestsellerautorin.

Das Valley View Motel im idyllischen südaustralischen Clare Valley wird von der irischen Familie Quinlan geführt, deren unangefochtenes Oberhaupt die liebenswert eigenwillige 84-jährige Lola ist. Sie spannt nicht nur die Brigade ihrer Freundinnen ein, um für das seelische Wohl ihrer Enkelinnen zu sorgen, sondern verkuppelt auch gerne einsame Herzen. Nur ihre eigenen Herzensangelegenheiten sind ein wohlgehütetes Geheimnis. Doch Lolas Freundinnen und die Frauen von Clare Valley sind sich einig: Für die große Liebe ist es nie zu spät.“

ISBN: 978-3-442-47899-6

Goldmann

Die Frauen von Clare Valley von Monica McInerney, Cover mit freundlicher Genehmigung von Goldmann

Die Frauen von Clare Valley von Monica McInerney, Cover mit freundlicher Genehmigung von Goldmann

 

Meine Meinung:
Ein wunderbares Buch zum runterkommen, abschalten und einfach nur genießen…
Wir lernen Lola Quinlan kennen. Lola lebt in Südaustralien, ist 84 Jahre alt,
vor über 60 Jahren aus Irland ausgewandert und sie ist das unangefochtene
Familienoberhaupt der ganzen Familie, die von ihrem Sohn bis zu ihren Urenkeln
reicht.
Sie ist eigenwillig, dies jedoch auf eine ganz bezaubernde Art. Sie hat einen
tollen Freundeskreis anderer betagter Damen und ein Herz aus Gold. Lola ist den
neuen technologischen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen, geht regelmäßig
ins Internet, arbeitet ehrenamtlich in einem Wohltätigkeitsladen und hat einen
äußerst (!) eigenwilligen Kleidungsstil. Sie steht dazu, auch wenn manch andere,
allen voran ihre ungeliebte Schwiegertochter, sie am liebsten ins Altenheim
abschieben würden.
Kurzum – eine alte Frau mit einer jungen Seele, so jemand, wie ihn sich jeder
als Großmutter wünscht.
Von ihr und ihren Ideen, Gedanken und natürlich ihrer ganzen großen Familie und
Familiengeschichte wird hier berichtet.
Monica McInerney hat einen wunderbar warmherzigen, flüssigen Schreibstil, der
einen sofort in die Handlung hineinzieht. Zugegebenermaßen keine hohe Literatur,
aber durchaus ansprechend und fesselnd.
Von mir sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen.
Bewertung: 4 Sterne
~LS

Rezension „Die unverhofften Zutaten des Glücks“ von Deborah McKinlay

Verlagsinfo, Klappentext

„Ein Rezept zum Verlieben

Aus einer Laune heraus schreibt die Britin Eve dem amerikanischen Bestsellerautor Jack Cooper einen Leserbrief. Und er antwortet! So beginnt eine wunderbare Freundschaft. Beide teilen die große Leidenschaft für das Kochen und gutes Essen – und beide stecken mitten in einer existenziellen Lebenskrise. Sie spenden sich gegenseitig vorsichtig Trost und Rat, wodurch ihre Beziehung immer inniger wird. Schließlich schlägt Jack ein Treffen in Paris vor. Doch das, fürchtet Eve, kann niemals stattfinden . . .

Eigentlich sollte die Verlobung ihrer einzigen Tochter ein wunderschönes Ereignis für die sechsundvierzigjährige Eve sein. Stattdessen brechen jedoch alte familiäre Konflikte auf und drohen alles zu zerstören. Hilfe kommt von gänzlich unvermuteter Seite: Ganz spontan hat Eve dem Bestsellerautor Jack Cooper einen lobenden Leserbrief geschrieben – und er hat geantwortet. Beide teilen die große Liebe zum Kochen, das für sie Lebensfreude, Trost und ein fester Anker in unruhigen Zeiten ist. Über ihre Briefe entwickelt sich langsam eine immer tiefere Beziehung. Eve offenbart Jack ihre familiären Probleme – und auch Jack spricht offen über seine Lebenskrise: drohender 50. Geburtstag, dazu Scheidung und Schreibblockade. Sie können sich gegenseitig helfen; aber sie können, fürchtet Eve, niemals zusammenkommen.“

Heyne

ISBN 978-3-453-26905-7

 

Die unverhofften Zutaten des Glücks von Deborah McKinlay, Cover mit freundlicher Genehmigung von Heyne

Die unverhofften Zutaten des Glücks von Deborah McKinlay, Cover mit freundlicher Genehmigung von Heyne

Mein Leseeindruck:

Wow. Was für eine Überraschung.
Endlich mal wieder ein Buch, das mich berührt hat…

Hauptpersonen sind die Mittvierzigerin Eve und der Endvierziger Jack.

Eve ist eine geschiedene, nach dem Tod ihrer Mutter allein lebende Britin, deren Tochter plant zu heiraten. Über lange Jahre ihres Lebens hat sich Eve von ihrer dominanten, wenig herzlichen Mutter unterdrücken lassen und so niemals Selbstvertrauen aufbauen können. Noch dazu leidet sie unter lange Zeit nicht erkannten Panikattacken. Sie ist eine waschechte Britin, die auch so geschildert wird: kochen, Gartenarbeit und ehrenamtliche Arbeit. Und natürlich finanziell abgesichert. In dieser Hinsicht wird tatsächlich kaum ein Klischee ausgelassen. Kommt sie ausnahmsweise mal auf die Idee, ein schickes Kleid anzuziehen, so entscheidet sie sich dann doch wiederum für ein Twinset. Trotzdem erscheint sie einem als eine wunderbar warmherzige Frau mit der Fähigkeit zu großer Empathie.

Jack ist ein amerikanischer Bestsellerautor, der gerade von seiner zweiten Frau verlassen wurde, die ihn auch noch ausgerechnet wegen einer anderen Frau verlassen hat… Kurz vor seinem 50. Geburtstag gerät er in eine Sinnkrise, die in einer zeitweiligen Schreibblockade endet. Auch bei ihm werden wenig Klischees ausgelassen: der erfolgreiche Autor lebt natürlich in einer Villa in einem mondänen Ort, hat einen erfolgreichen Schauspieler zum besten Freund und muss sich den Avancen alleinstehender Nachbarinnen erwehren. Auch er kocht für sein Leben gern.

Irgendwann schreibt Eve aus einer Laune heraus einen Leserbrief an Jack. Daraus entwickelt sich nach und nach eine Brieffreundschaft, in der es vor allem um kochen, gutes Essen und nach und nach auch um persönliches geht.

Wenn man sich dessen bewusst ist und sich einfach mal auf eine leichte Story einlassen will, so ist dies eine wunderbare Geschichte zum abschalten und runterkommen.

Herzerwärmend, leicht und einfach nur schön. Trotz all der Probleme und trotzdem sie sich nicht einmal persönlich kennen, wird die Beziehung der beiden immer inniger… Ob und was sich daraus dann entwickelt, wird hier natürlich nicht verraten…

Keine große Literatur, aber mich hat die Geschichte ganz tief drinnen berührt.

Daher deutliche 4 von 5 Sternen.

Bewertung: 4 Sterne

~LS

Rezension „Das Haus am Hyde Park“ von Monica McInerney

Verlagsinfo, Klappentext

„Ein schrecklicher Unfall zerstört das Leben der jungen Australierin Ella O’Hanlon. Bei Nacht und Nebel verlässt sie daraufhin ihre große Liebe Aidan, den sie für die Tragödie verantwortlich macht. Ihr liebenswerter, weiser Onkel Lucas Fox überredet sie schließlich, zu ihm nach London zu kommen. Der Professor lebt in einer alten Villa am Hyde Park, die voller Bücher und wundervoller Erinnerungen steckt. Was Ella nicht weiß, gemeinsam mit dem Rest der kunterbunten Fox-Familie schmiedet Lucas einen Plan, um seiner Nichte die Freude am Leben zurück- und sie wieder mit der Liebe ihres Lebens zusammenzubringen.“

ISBN 978-3-442-47997-9

Goldmann

Das Haus am Hyde Park von Monica McInerney, Cover mit freundlicher Genehmigung von Goldmann

Das Haus am Hyde Park von Monica McInerney, Cover mit freundlicher Genehmigung von Goldmann

Mein Leseeindruck:

Wir begegnen hier der jungen Australierin Ella O’Hanlon und begleiten sie auf einigen Jahren ihres Lebens. Ella, zunächst als Einzelkind aufgewachsen, muss sich einige Zeit nach der Trennung ihrer Eltern mit der neuen Liebe ihrer Mutter und mit zwei Halbgeschwistern arrangieren und hat als einzige wirklich dauerhafte Konstante in ihrem Leben ihre Mutter und ihren Onkel Lucas – und später ihre große Liebe Aidan. Der Mutter entfremdet sie sich schon als Jugendliche durch deren neue Beziehung und die darauf folgende Geburt der viel jüngeren Halbschwester, der Onkel lebt weit entfernt in England – im „Haus am Hyde Park“.

Genau dort trifft sie den Iren Aidan – Ellas große Liebe. Die beiden führen eine Traumbeziehung, die mit der Geburt ihres Sohnes Felix gekrönt wird – und mit einer Katastrophe fast zwei Jahre später ihr abruptes Ende findet.

Wir als Leser erfahren dies alles in Rückblenden aus Ellas Sicht.
Weitere Details kommen durch weitere Erzählstränge zutage, zum einen durch eine wöchentliche Mail ihres Stiefbruders, zum anderen durch Tagebucheinträge ihrer Halbschwester.

Sämtliche Charaktere sind wie immer sehr liebevoll gestaltet und man kommt gut in die erzählte Geschichte hinein.

Trotz alledem ist es mir diesmal leider etwas schwerer gefallen, diese Neuerscheinung Monica McInerneys zu lesen und mich in ihr zu verlieren…

Von mir 4 von 5 Sternen.

Bewertung: 4 Sterne

~LS

Rezension „T – Tödliche Spur“ von Lisa Jackson

Verlagsinfo, Klappentext

„Weihnachtsabend auf Church Island, einer kleinen Insel vor der Küste Washingtons. Ein kleiner Junge verschwindet spurlos. Da er zuletzt am Bootsanleger gesehen wurde, wird ein tragischer Unfall vermutet. Nur seine Mutter Ava will das nicht glauben, sie erleidet einen Zusammenbruch und wird in die Psychiatrie eingewiesen. Zwei Jahre später darf Ava nach Hause – und fühlt sich dort seltsam fremd. Sie beschließt, sich auf die Suche nach Spuren zu begeben. Niemals hat sie an die Geschichte des tragischen Unfalls geglaubt, die man ihr immer über das Verschwinden ihres Sohnes erzählt hat. Auf ihrer Suche gerät sie in ein bizarres Netz aus Lügen und Intrigen, Rache und Hass.“

Knaur
ISBN 978-3-426-51405-4

 

 

Mein Leseeindruck:

Wow – endlich wieder ein neuer Thriller von Lisa Jackson!
Klasse, dachte ich mir in der Buchhandlung meines Vertrauens und hab gar nicht groß überlegt. Das Buch musste einfach mit.

Von Lisa Jackson habe ich bisher fast alles gelesen und war noch nie enttäuscht.

Leider hat sich das mit dieser Neuerscheinung geändert.
Was ich ganz selten mache und was bei mir im Jahr vielleicht einmal vorkommt, das hat diesmal Lisa Jackson erwischt: ich habe nach 100 Seiten abgebrochen… 🙁

So eine langweilige, nichtssagende, wenig unterhaltende Story habe ich lange nicht in Händen gehabt. Ich bin richtiggehend enttäuscht.

Es geht um Ava Garrison, die vor zwei Jahren auf tragische Weise ihren zweijährigen Sohn verlor. Durch diesen Verlust wurde aus der erfolgreichen, zielgerichteten und selbstbewussten Frau ein Wrack, das zeitweise sogar in stationärer psychischer Behandlung war.

Gerade wieder aus der Klinik entlassen und zurück in dem Herrenhaus auf der Insel „Church Island“, das sie gemeinsam mit ihrer Familie bewohnt, meint Ava, ihren Sohn noch immer zu sehen und zu hören, wird jedoch von niemandem ernst genommen.

Nicht ein einziges Mal während dieser 100 Seiten, durch die ich mich im wahrsten Sinn des Wortes gekämpft habe, habe ich mich auch nur annähernd gut unterhalten gefühlt. Ich musste mich regelrecht zwingen, das Buch in die Hand zu nehmen und weiter zu lesen – aber sorry: dafür ist mir meine Zeit mittlerweile zu schade.

Im Umschlag heißt es, dies wäre Lisa Jacksons persönlichster Roman. Schade, mich hat er überhaupt nicht berührt.

Vielleicht habe ich was verpasst, vielleicht hätte ich dem Buch noch eine Chance geben müssen – aber nach 100 Seiten sollte man davon ausgehen, dass man zumindest annähernd in der Story angekommen ist. Da dies nicht gegeben war: sorry, Frau Jackson, das war nix!
Wäre dies das erste Buch gewesen, das ich von ihr gelesen hätte, würde ich nie wieder zu einem Buch von ihr greifen. So bekommt sie mit der nächsten Neuerscheinung dann doch noch eine allerletzte Chance.

Eigentlich müsste es null Sterne geben.

Da Lisa Jackson mich aber in der Vergangenheit immer sehr gut unterhalten hat und ich noch Hoffnung habe: 1 von 5 Sternen.

Stern_Bewertung_1

~LS

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