Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Monatsarchive: August 2016

Rezension „Die Hexentochter“ von Hans-Peter Lorang

Verlagsinfo, Klappentext

„Im Jahre 1552 wird in Trier der Kunstmaler Philipp Böttcher vor den Augen seiner Tochter Barbel vom kurfürstlichen Baumeister Lutzen erstochen. Barbel gelobt ihrem sterbenden Vater, sich für den Mord und die erpresserische Beziehung des Mörders zu ihrer Mutter Alesia zu rächen. Mutter und Tochter finden mit Hilfe des Benediktinermönches Balduin als Mägde auf einem Gehöft eine Bleibe. Bald geraten die attraktiven Frauen aus Trier in das Gerede des Gesindes. Jeder Anlass wird genutzt, um Alesia Schlechtigkeiten anzuhängen. Schließlich gelingt es den intriganten Zeitgenossen, die Mutter der Hexerei zu verdächtigen und anzuklagen. Nach einem grausamen Hexenprozess auf der Grimburg, wird Alesia gehängt und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Barbel flüchtet in das Kloster Wüstenbrühl. Hier findet sie Aufnahme durch Prior Balduin, der zwischenzeitlich die Leitung des Klosters übernommen hat. Balduins platonische Liebe zu Barbel wird erneut entfacht. Unter den Laienmönchen im Kloster sorgt die Anwesenheit der jungen Frau für Unruhe. Während einer Reise des Priors nach Mainz wird Barbel sexuell missbraucht. Nach seiner Rückkehr erfährt er durch Barbels Beichte von der ihr widerfahrenen Schändung. Der Versuch, den ruchlosen Mönch zur Rechenschaft zu ziehen, endet mit Prior Balduins Ermordung. Barbel gelingt die Flucht aus Kloster Wüstenbrühl. Auf dem Weg zurück nach Trier trifft sie den Wanderhändler Zacharias, der sie mit schändlicher Absicht geschickt betört und an einen Frauenwirt verkuppelt. Noch bevor Barbel als Hure zu arbeiten beginnt, wird sie von dem Trierer Badehausbesitzer Jan Marthes freigekauft. Während sie als Hübschlerin für Jan arbeitet, empfindet sie für ihn große Zuneigung. Bedrückt durch ihr Gelöbnis, versagt sie sich jedoch seiner Begierde. Schließlich erkennt und nutzt Barbel die lang ersehnte Gelegenheit, sich an Lutzen für die erpresserische Beziehung zu ihrer Mutter und den Mord an ihrem Vater zu rächen.“

ISBN: 9783981505474

 

Die_Hexentochter_von_Wuestenbruehl

 

 

Ich habe es bereits mehrfach erwähnt, ich bin ja eigentlich die Krimitante schlechthin, aber hier und da ein Ausflug in das historische Genre muss einfach sein 😉

Dann bin ich über diesen Titel gestolpert. Das Titelbild hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Selten spricht mich ein Cover dermassen an. Als ich dann den Klappentext gelesen habe wollte ich gerne mehr…Beim ersten durchblättern habe ich gesehen, das ich auch im Buch selber einige Zeichnungen befinden. Immer zum Beginn eines neuen Kapitels finden wir eine zum Inhalt passende Zeichnung. Ich muss sagen, das mir das wirklich gut gefallen hat.

Kommen wir nun zum Inhalt. Naja, wer den Klappentext gelesen hat wird von der eigentlichen Geschichte nicht wirklich überrascht. Alles startet mit einem Prolog, der den Klappentext zu großen Teilen spiegelt, ich finde dies jetzt aber nicht dramatisch. Wer bereits den einen oder anderen historischen Roman über das Hexenwesen gelesen hat wird merken, dass sich alle ein wenig gleichen, das ist aber auch gar nicht anders möglich. Immerhin beziehen sich die meisten Autoren auf historisch belegte Daten und die sind nun mal so wie sie sind 😉

Ich finde hier liegt die hohe Kunst des Autors mir genau diese Frau und ihr Schicksal eingehend zu beschreiben damit es mir gelingt in ihr Leben und ihre Gefühle einzutauchen. Klar ähneln sich hier die Handlungen, aber das weiss ich im Vorfeld. Ich habe mich in der Geschichte von Hans-Peter Lorang gut aufgehoben gefühlt. Für mich hat er einen flüssigen Schreibstil, in den er hier und da das eine oder andere „alte“ Wort einbringt. Er übertreibt es nicht, sondern streut diese Worte in meinen Augen ganz gezielt, dadurch wird der Lesefluss nicht unterbrochen.

Ich für mich habe das Gefühl, dass der Autor sehr gut recherchiert hat.

In meinen Augen ist dies ein sehr unterhaltendes Buch. Auch wenn es vielleicht keine grundsätzlich neue Geschichte ist, so kann dieses Buch doch mit vielen anderen namhaften historischen Romanen mithalten.

Bewertung: 4 Sterne

~BL

 

 

Rezension „Klios Archive: Historische Kurzgeschichten“ von Astrid Rußmann

Verlagsinfo, Klappentext

„Haben Sie Lust auf einen Trip durch die Weltgeschichte? Wollen Sie gerne dabeisein, wenn Claudius auf seltsame Weise römischer Kaiser wird, wenn der erste Raucher nach Europa kommt und drei Pariserinnen in den Zeiten der Französischen Revolution ihrem außergewöhnlichen Hobby frönen? Dann lesen Sie dieses Buch. Klios Archive – das sind 14 fiktive Miniaturen über weltgeschichtliche Ereignisse von Format, mit denen uns die Autorin einlädt auf eine Zeitreise vom alten Orient in die Moderne. Wenn Sie mehr wollen als immer nur Mittelalter, dann lassen Sie sich ein auf ein Spiel mit den Jahrhunderten …“

KlioCover

Geschichtliche Themen kommen in vielen Büchern schon mal sehr trocken und unpersönlich daher. Hier dürfen wir 14 unterschiedliche Geschichten aus dem historischen Bereich entdecken, die so gar nicht langweilig und „schulbuchähnlich“ daher kommen. Dank der Autorin Astrid Rußman können wir mit diesem Buch einen ganz anderen Einblick in die Geschichte nehmen.

Auch wenn mich das Titelbild jetzt vielleicht nicht gleich im ersten Augenblick aus den „Socken“ gehauen hat, so deutet es doch bereits ein wenig auf den Inhalt hin.

Das Buch beinhaltet 14 verschiedene Geschichten die sich mit unterschiedlichen Zeiten beschäftigen. Man kann so wie ich immer wieder eine kleine Geschichte geniessen um dann am nächsten Tag neu einzusteigen. (Für mich war das die richtige Art, da ich mich erst mit dem sprachlichen Stil anfreunden musste, der aber sehr gut zum Buch passt!!! ) Es ist aber natürlich auch wunderbar am Stück zu geniessen.

Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch die Zeit und durch verschiedenen Länder. Ganz besonders finde ich, dass hier nicht nur über die großen Helden der Geschichte berichtet wird, sondern das auch der „kleine“ Mann hier zu Wort kommt. Auch wenn man vielleicht nicht ganz sicher sein kann, ob sich alles wirklich zu zugetragen haben könnte, so scheint doch jede Geschichte für sich sehr authentisch und ich empfinde alles als sehr „real“.

Es gelingt der Autorin die Szenen sehr lebendig zu schildern, schnell ist man immer wieder in der jeweiligen Epoche angekommen. Egal ob wahrhafte historische Persönlichkeit oder ein ausgedachter Charakter, alle Protagonisten sind schön und treffend ausgearbeitet.

Es gibt einen Anhang in dem verschiedene Begriffe dann noch erläutert werden. So etwas finde ich immer sehr wichtig.

Wirklich ein sehr schönes Buch, welches auch ein klein wenig einen „Lerneffekt“ beinhaltet. Locker und flüssig lassen sich die 264 Seiten lesen.

Ich denke nicht nur Histofans kommen hier auf ihre Kosten.

Bewertung: 4 Sterne

~BL

 

Rezension „Zersetzt“ von Michael Tsokos und

Verlagsinfo, Klappentext

„True-Crime-Thriller

BKA-Rechtsmediziner Dr. Fred Abel arbeitet unter Hochdruck an einem großen Fall: Ein winziger Einstich in der Kniekehle eines Toten verrät ihm, dass einer der gefährlichsten Killer der letzten Zeit weiterhin sein Unwesen treibt. Doch bevor Abel ihn stoppen kann, wird er in heikler Mission in den osteuropäischen Pseudostaat Transnistrien geschickt. Dort soll er zwei Mordopfer identifizieren, die in Kalkfässern gelagert wurden und fast vollständig zersetzt sind. Plötzlich steht Abel im Fadenkreuz eines politischen Komplotts. Während einer mörderischen Verfolgungsjagd durch das transnistrische Grenzland muss er seine ganz besonderen Fähigkeiten einsetzen. Und gleichzeitig kämpft in Deutschland das jüngste Opfer des Psychopathen in einem Keller um sein Leben …“

Seiten: 432

ISBN:  978-3-426-51877-9

Droemer Knaur

Zersetzt von Michael Tsokos und Andreas Gößling, Cover mit freundlicher Genehmigung von Droemer Knauer

Zersetzt von Michael Tsokos und Andreas Gößling, Cover mit freundlicher Genehmigung von Droemer Knauer

 

 

Dies ist bereits der zweite Fall, in dem der Rechtsmediziner Fred Abel  seinen Job machen darf. Man muss aber „Zerschunden“ nicht gelesen haben um mit „Zersetzt“ klar zu kommen. Die Protagonisten werden auch hier ausreichend beschrieben. Beide Teile sind in sich abgeschlossen.

Auch in diesem Teil geht es wieder sehr direkt und blutig einher, daher ist auch dieses Buch ganz sicher nichts für „Warmduscher“ !

Man merkt auch diesmal das Michael Tsokos schon weiss von was er schreibt. Als Rechtsmediziner erlebt er bestimmt sehr viel und nichts ist erschreckender als die Realität.

Der Schreibstil ist flüssig und man ist als Leser bereits mit den ersten Seiten mitten drin. Die Kapitel sind eher kurz und daher möchte man doch immer noch schnell ein weiteres lesen 😉 Mir hat hierbei besonders gut gefallen, das die Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind. Auch wenn dies nicht immer einfach ist, kann man doch gut umschalten und die jeweilige Sicht der Personen auf sich wirken lassen. Aber wie gesagt, es geht hier wirklich blutig und heftig her. Ich habe bei der einen oder anderen Szene echt eine Pause machen müssen, obwohl ich sonst eher zu der „harten“ Fraktion gehöre…

Eigentlich besteht der Thriller aus drei einzelnen Geschichten, die aber doch miteinander verwoben sind.

Abel wird in den  osteuropäischen Pseudostaat Transnistrien geschickt. Dort soll er zwei männlicher Leichen identifizieren…Leider steht Abel dann sehr schnell mitten in einem politischen Komplott. Mir war es dann zeitweise ein wenig zu viel, wie Abel da versucht seine Haut zu retten. Aber gut, ein Thriller darf, muss und soll für mich auch nicht wirklich nur authentisch daher kommen 😉

Aber auch in Deutschland geht das morden in Abel Abwesenheit weiter. Waterboarding, eine Foltermethode die grausamer nicht sein könnte.

Der dritte Handlungsstrang beschäftigt sich mit einer jungen Frau, die in einem Keller um ihr Leben kämpft. Besonders diese Kapitel sind mehr als eindringlich.

Rasant, grausam und blutig sind für mich die Stichworte zu diesem Buch.

Ich bin schon sehr gespannt auf den dritten Teil, der eventuell schon Anfang 2017 erscheinen wird.

Stern_Bewertung_4-5

~BL

Hörbuchrezension „Bin ich denn der Einzigste, wo hier Deutsch kann?“ von Andreas Hock

Verlagsinfo, Klappentext

„Es war einmal eine Sprache , die vor lauter Poesie und Wohlklang die Menschen zu Tränen rührte. Die von Dichtern und Denkern immer weiter perfektioniert wurde. Die um ein Haar auf der ganzen Welt gesprochen worden wäre. Das aber ist lange her – und ein für alle Mal vorbei.

Heute ist Deutsch ein linguistisches Auslaufmodell! Wie konnte es nur so weit kommen, dass unsere Kids zwar wissen, wer der Babo ist – aber keine Ahnung haben, wer dieser Goethe war? Warum wundern wir uns nicht, wenn uns die Werbung von Care Companys, Createurs d’Automobiles oder Sense and Simplicity erzählt? Und wieso, verdammt noch mal, nennen wir unsere Kinder Justin, Cheyenne oder Jeremy?

Andreas Hock fand Antworten auf diese und viele anderen Fragen über den Niedergang unserer Sprache – der eigentlich vor Hunderten von Jahren schon begann und an dem nicht nur Friedrich der Große, Adolf Hitler oder Helmut Kohl Schuld sind. Sondern voll wir alle, ey!“

ISBN 978-3-86883-690-5
riva
Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? von Andreas Hock, Cover mit freundlicher Genehmigung von riva

Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? von Andreas Hock, Cover mit freundlicher Genehmigung von riva

Deutschunterricht in der Schule…ich denke mit Grauen daran zurück. Es steht und fällt besonders in diesem Fach viel mit dem Lehrer.
Die Deutsche Sprache, man sagt gerne sie sei schwierig, das mag auch zu einem gewissen Teil stimmen.
Für mich ist es meine Muttersprache und doch bin ich mir sicher, das ich nicht alle ihre Raffinessen beherrsche 😉 aber ich bemühe mich um die korrekte Anwendung.
Dieses Hörbuch hat mich wirklich beeindruckt.
Wer hier den trockenen Stoff der einstigen Schulstunden erwartet, der täuscht sich ungemein. Hier wird mit viel Wortwitz und einem Augenzwinkern alles was zur deutschen Sprache gehört aufgearbeitet.
Der Autor Andreas Hock spannt einen breiten Bogen und entführt uns in die jüngere Vergangenheit unserer Muttersprache. Die Kapitel sind durchweg recht kurz und somit ist das Hörbuch kurzweilig und spannend. Das Grundthema ist immer das gleiche, aber er bringt uns in unterschiedlichen Abschnitten alle „Feinheiten“ der Sprache näher. Sei es das „Beamtendeutsch“ oder gar die Geschichten der Gebrüder Grimm und deren Herkunft. Alles wird hier eingehend beleuchtet. Auch der momentane Verfall der Sprache hat seinen Platz. Egal ob es sich um Texte der momentan angesagten Rapper oder sonstiger musikalischer Künstler handelt, oder um die glasklare Sprache unserer Politiker die viel reden aber eigentlich nichts sagen 😉
Mich hat dieses Hörbuch nicht nur wunderbar unterhalten, mir konnte der Autor auch die eine oder andere Besonderheit meiner Sprache wieder näher bringen und dafür möchte ich ihm danken.
Bewertung: 5 Sterne
~BL
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