Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

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Monatsarchive: Februar 2012

Rezension zu Linwood Barclay’s „Weil ich euch liebte“

Linwood Barclay steht für spannede Thriller schlechthin. Bisher fand ich, dass jedes seiner Bücher der absolute Knaller war. Gerade deswegen wollte ich gern bei der Februar Leserchallenge von Lovelybooks mitmachen und herausfinden, ob der Autor meiner hohen Erwartung gerecht werden kann.

Zum Inhalt:
Anfangs fehlte mir der richtige Zusammenhang zwischen dem Prolog und dem ersten Kapitel: Was haben zwei Freundinnen – die in New York in die dunkle Shopping-Welt von Handtaschen-Imitaten abtauchen und eiskalt ermordet werden – mit Sheila Garber zu tun? Sheila ist die äußerst fürsorgliche Mutter ihrer Tochter Kelly und die geliebte Ehefrau von Glen – diese Frau hat doch kein Dreck am Stecken, niemals! Oder etwa doch?! … eines abends kommt sie nicht nach Hause und Glen macht sich zusammen mit Kelly auf die Suche nach ihr. Er findet seine Frau – tot in einem Autowrack. Als wäre das nicht schon Grund genug, seine und Kelly’s Welt ins Wanken zu bringen, muss Glen auch noch erfahren, dass Sheila nicht das Opfer des Autounfall ist! Nein, SIE ist an Allem schuld! Sie ist der Unfallverursacher und hat wegen Trunkenheit am Steuer nicht nur ihr Leben und das ihrer Familie zerstört – sie hat zwei unschuldige Unfallbeteiligte mit sich in den Tod gerissen!!! Vor allem Kelly hat sehr darunter zu leiden. Ihre Mitschüler mobben sie für das, was ihre Mutter getan hat. Kelly soll bei ihrer besten Freundin Emily übernachten, um wenigstens mal einen schönen und sorgenfreien Tag genießen zu können… Aber alles kommt anders als gedacht. Kelly will die Zelte abbrechen und sofort wieder nach Hause. Irgendwas ist zwischen Kelly und Emily’s Mutter passiert und als diese am selben Abend plötzlich tot aufgefunden wurde, gerät die Nachbarschaft aus den Fugen. Kelly soll Rede und Antwort stehen, was am Vorabend passiert ist und erzählen was sie weiß – jedoch will ihr Vater sie davor schützen, ist sie doch eh schon verängstigt und verstört über all die schrecklichen Ereignisse. Dann erwähnen Nachbarn einen ominösen Umschlag, den Glens Frau unterschlagen haben soll und den Glen besser wieder rausrücken sollte. Als dann auch noch ein Detektiv auftaucht der behauptet, dass Sheila und ihre Freundinnen in den Verkauf von Handtaschen- und Tabletten-Fälschungen involviert sind, wird Glen hellhörig… Er hätte nie gedacht, dass seine Frau zu so etwas fähig wäre – je mehr er über Sheila nachdenkt und in Erfahrung bringt, desto mehr fragt er sich: Wie gut kenne ich meine Frau überhaupt? Und noch schlimmer: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Tod seiner Frau und Emily’s Mutter? Sind Kelly und er in Gefahr?!?

Fazit:
Ich finde den Hintergrund der Geschichte recht schlüssig und nachvollziehbar: Die Schuldenkrise kann selbst ehrenwerte Bürger an den Rand der Legalität bringen. Sie bangen um ihre Zukunft, leben nur noch auf Pump und wahren nur noch den Schein – bis diese Seifenblase platzt.
Linwood Barclay hat eine spannende Story daraus geknüpft und zeigt, wie schnell man in so einen Abwärtsstrudel gelangen kann. Ich war nicht enttäuscht über „Weil ich euch liebte“ und finde, dass Buch ist echt spannend!

Covergestaltung:
Anfänglich hat mir das Cover echt sehr gefallen. Jedoch ist mir aufgefallen, dass dasselbe Coverfoto von „Weil ich euch liebte“ für den Thriller „Entführt“ von Hans Koppel verwendet wird. Klar wurde hier und da Blut hinzugefügt oder Risse auf dem Cover angedeutet etc., aber am Ende ist es ein und dasselbe Motiv. Ich weiß, dass für etliche Buchcovergestaltungen Bilder bei sogenannten Bildagenturen eingekauft werden. Daran ist nichts verkehrt, aber mal ehrlich… Linwood Barclay ist kein unbekannter 0815-Autor und ich bin der Meinung, dass so ein Autor es eigentlich wert sein sollte, Exklusivrechte an Bildern und Coverdesign zu erhalten….

Rezension zu Carmen Posadas „Bei Einladung Mord“

Zeilenreich hatte sich im Februar etwas ganz besonderes zur Buchpremiere „Bei Einladung Mord“ von Carmen Posadas ausgedacht: 100 Teilnehmern wurde das Buch vorab als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und ich war eine von den glücklichen Gewinnern. Vielen Dank an dieser Stelle, an das Zeilenreich-Team für dieses spannende Lesevergnügen!

Zum Inhalt:
Der Klapptext von „Bei Einladung Mord“ ist vielversprechend! Olivia Uriarte ist eine Frau, die es faustdick hinter den Ohren hat. Sie hat immer haargenau das im Leben gemacht, worauf sie lust hatte. Nein, sie war weiß Gott kein braves Mädchen – Der Männerverschleiß war horrend hoch, sie ist einer Menge Menschen sprichwörtlich gesehen auf den Schlips getreten und hat sich dadurch viele Feinde gemacht. Olivia setzt stets und ständig ihren Willen durch und mit genau dieser Zielstrebigkeit plant sie nun ihren eigenen Tod. Um genauer zu sein, ihre eigene Ermordung!
Wahnsinn, warum denn das, dachte ich?! Ganz einfach: Ihr luxusverwöhnte Leben ist vorbei – sie ist ganz simpel gesagt pleite und mal wieder geschieden. Aber der ausschlaggebende Punkt für ihren kuriosen Mord-Plan ist, dass sie sterbenskrank ist. Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium war die überraschende Diagnose – diese Krebsform ist nicht nur unheilbar sondern führt auch zu einem recht schnellen und vor allem sehr qualvollen Tod. Von nun an lautet ihr Motto: „Jeder muss irgendwann sterben… aber das einzig Wichtige ist nicht das Wann sondern das Wie!!“
Jetzt geht’s los – Oliva plant sehr trickreich ihren eigenen glamourösen Abgang von der Bühne des Lebens, indem sie all ihre Feinde anlässlich ihrer „Scheidungsparty“ auf eine Luxusyacht einläd: Sie ist sich sicher, dass jeder von ihnen mindestens ein Grund hat, um sie beiseite zu schaffen!
Olivia sollte Recht behalten: Sie stürzt zu Tode – aber es ist unklar, ob es ein Unfall oder ein Mord war.

Hier nun mein Fazit:
Olivia hat anscheinend ein ganz schlechtes Karma: Neben all den Männergeschichten, gebrochenen Herzen und Intrigen, hatte sie auf Biegen und Brechen versucht ein Baby zu adoptieren – mit Geld bekommt man ja (fast) alles. Aber am meisten war ich darüber geschockt, als Olivia ihr adoptiertes Mädchen an deren leibliche Mutter – wie eine ungewünschte Ware – „zurückgeben“ wollte, weil sie selbst endlich schwanger wurde. Wahrscheinlich brachte dieser Aspekt das „Fass der negativen Taten“ zum Überlaufen… Von nun an geht Olivias Leben stetig bergab: Es beginnt mit dem Autounfall, bei der erst ihre eigene und dann auch ihre Adoptivtochter stirbt und es endet letztendlich mit Olivias unheilbaren Krebsdiagnose.
Das alles hat so gesehen einen recht düsteren Touch, aber Carmen Posadas Buch „Bei Einladung Mord“ ist weitaus mehr als das: Es ist eine Art Krimi-Schnitzeljagd mit zynisch-witzigen Textpassagen und sehr vielschichtigen Charakteren. Ich will mehr davon, denn es ist Unterhaltung pur!

Einziges Manko:
Die Einleitung empfand ich als etwas schleppend und die vielen, vielen Namen sowie deren „Olivia Stories“ verwirrten mich anfangs schon einwenig.

P.S.: Hier ein tolles Video zum Buch, welches ich gerade im Internet entdeckt habe.

Hörbuchrezension zu „London Boulevard“ von Ken Bruen

Hörbuch "London Boulevard" von Ken Bruen - Cover mit freundlicher Genehmigung vom GRIOT Hörbuchverlag

Hörbuch „London Boulevard“ von Ken Bruen – Cover mit freundlicher Genehmigung vom GRIOT Hörbuchverlag

London Boulevard ist keine „Weichei-Gangsterstory“, sondern es geht gleich von Anfang an hart zur Sache. Mitchell war wegen Körperverletzung sage und schreibe drei Jahre im Knast und kaum hat er die Luft der Freiheit geschnuppert, bricht er einem Punk den Arm. Das geht ja gut los, dachte ich mir und tatsächlich geht es im Grunde genommen wie in einer Abwärtsspirale weiter nach unten – Mitchell strudelt von einer Straftat zur nächsten. Klar braucht man einen Job, wenn man aus dem Knast kommt und neu anfangen möchte – aber man sollte echt nicht gleich den nächst Besten annehmen. Aber genau dass macht Mitchell – mehr oder weniger aus Mangel an Alternativen und weil er eine neue Bleibe braucht. Obwohl er nicht begeistert davon ist, nimmt er das Angebot seines Kumpels Billy – dem kleinkrimineller Ganoven – an, seine Brötchen von nun an als brutaler Geldeintreiber zu verdienen.

Als er dann für die Schauspielerin Lillian Palmer irgendwie den „Hausmeisterjob“ übernimmt, sie ihn mehr als gut entlohnt, keimt in Mitchell die Hoffnung auf, sein Leben doch noch zum Besseren  wenden zu können.
Ab dann wird es rasant… Neben der Affaire mit seiner Chefin bahnt sich etwas Ernsthaftes mit der schönen Aisling an. Als wäre das nicht genug Trouble, holt ihn seine Vergangenheit an dieser Stelle ein: Als er sich weigert Lillian auszurauben, wird der Obergangster (der Boss von Billy) mehr als stinkwütend und gibt Mitchell zum Abschuss frei.


Mein Fazit:
„London Boulevard“ ist keine leichte Kost. Die Story ist recht brutal und die Wortwahl nicht unbedingt jedermanns Geschmack – und doch passend. Anfänglich musste ich mich erst einwenig reinhören, bis ich Gefallen an dem Krimi von Ken Bruen fand.

London Boulevard
Von Ken Bruen. Gelesen von Peter Boulevard. Ungekürzte Lesung der deutschen Original- und Erstausgabe des Suhrkamp Verlags 2010 in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Conny Lösch.
– erschienen am 03.12.2010 im Griot Hörbuchverlag
4 CDs im Profile Pack

Spieldauer ca. 302 Minuten

ISBN 978-3-941234-27-7
EUR 24,90 (D)
EUR 25,20 (A)
CHF 39,90 (CH)
Danksagung:
Ich möchte mich ganz herzlich beim Griot Hörbuchverlag bedanken, welcher mir freundlicher Weise das Hörbuch „London Boulevard“ als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
~Ilb
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