Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft

Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL

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Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Seiten

Rezension „SchattenSucht“ von Nané Lénard

Verlagsinfo, Klappentext

„Trieb die Sehnsucht nach Ruhe und Vergessen zwei Menschen in den Tod? Die mysteriösen Umstände ihrer Selbstmorde lassen die Kommissare Hetzer und Kruse zweifeln. Parallel entdeckt der LKA Beamte Thorsten Büthe in Hannover ein unbekanntes Foto in einer bereits geschlossenen Akte, deren Inhalt er nicht vergessen kann.

Was keiner der Kommissare ahnt, geschieht im Schatten der Hoffnungslosigkeit. Schwerkranke und lebensmüde Menschen suchen im Netz nach Hilfe beim Umsetzen ihrer Tat. Wer die Unterstützung einer Sterbehilfeorganisation nicht in Anspruch nehmen kann, tauscht sich in Selbstmordforen aus. Eine willkommene Spielwiese für jemanden, der seine Mordlust ausleben möchte, bis er sich in einem der Opfer gründlich irrt.“

Seiten: 336

ISBN: 978-3-8271-9435-0

CW Niemeyer

SchattenSucht von Nané Lénard, Cover mit freundlicher Genehmigung von CW Niemeyer

SchattenSucht von Nané Lénard, Cover mit freundlicher Genehmigung von CW Niemeyer

 

SchattenSucht ist bereits der siebte Band aus der „Hetzer Reihe“  Ich denke man könnte durchaus mit diesem Teil einsteigen, da die Autorin jeden Teil in sich abgeschlossen ausgearbeitet hat, aber ich persönlich würde hier ein chronologisches Lesen empfehlen. Wie bei allen Serien entwickeln sich die Figuren hier in jedem Teil ein wenig weiter und es macht einfach Spaß die Entwicklungen zu verfolgen.

Hier die Reihenfolge:

SchattenHaut, SchattenWolf, Schattengift, SchattenTod, SchattenGrab, SchattenSchwur, SchattenSucht

Ich verfolge die Serie um Kommissar Hetzer und sein Team schon seit dem ersten Band. Ich finde die Figuren haben eine tolle Entwicklung durchlaufen. Mit jedem Band wurden mir die verschiedenen Protagonisten immer lieber und einige haben sich schon ganz tief in mein Leserherz geschlichen. Dazu gehört im besonderen die Lady Gaga :-)

Nané Lénard gelingt es immer wieder nicht nur einen spannenden Mordfall in ihren Büchern zu beschreiben, sie bindet auch oft ein Thema als „Ummalung“ ein, welches den Leser zum nachdenken anregt. Sie rüttelt auf mit den gewählten Rahmenhandlungen. In diesem Band geht es zum Beispiel um Menschen die sich den Tod wünschen, die Selbstmord begehen wollen.  Oft suchen schwerkranke Menschen im Internet nach anderen Menschen die ihnen in diesem Moment helfen und ihnen den Weg bereiten. Niemand möchte unter Schmerzen von der Welt gehen und dies machen sich zum Teil auch nicht so gute und ehrliche Organisationen zu Nutze.

Wie immer ist der Schreibstil gängig und flüssig, der Fall wird zügig aufgerollt und vorangetrieben, es gelingt der Autorin ihre Leser immer wieder neu zu fesseln. Die Spannung ist spürbar, wenn auch nicht dominant.

Hier in dieser Geschichte verschwimmen Begriffe wie Ethik und Moral immer wieder und der Leser wird so ganz automatisch angeregt sich seine eigenen Gedanken zu machen. Sterbehilfe und Suizid sind wahrlich Themen die einem ans Herz gehen.

Ich mag an den Krimis von der Autorin besonders die relativ schnellen Wechsel, die mit kurzen Kapiteln einhergehen. Ich lese immer gerne bis ich ein Kapitel beendet habe, so mitten drin aufhören ist nicht so meins, hier kann man gut von einem zum anderen Kapitel lesen. Wobei….naja so ganz stimmt das nicht 😉 da man um die kurzen Kapitel weiss, ist man oft geneigt zu denken , “ och komm…eins geht noch, bevor du auf den Weg zur Arbeit musst…und dann ach nee, das ist jetzt spannend, da geht doch noch schnell was…“ und Ruckzuck ist man zu spät im Job 😉

Bewertung: 5 Sterne

~BL

Rezension „Aufziehmädchen Emma“ von Stefan Steinmetz

Verlagsinfo, Klappentext

„Der Roman spielt in alternativen Welt, in der es nur Dampfmaschinen und komplizierte Federwerke gibt. Wir schreiben das Jahr 1910. Im Königreich Bayern wird Christian von Reichshofen, Kapitän des Dampfluftschiffs Abendstern, von Professor Heisenberg für eine Expedition ins unbekannte America angeheuert. Nach der verunglückten Expedition von Amerigo Vespucci im fünfzehnten Jahrhundert hat es weitere Forschungsfahrten nach Westen gegeben. Alle Schiffe gingen verloren. Irgendetwas scheint im Westen inmitten des Ozeans zu lauern und alle Schiffe zu vernichten.

Nun will Professor Heisenberg den Weg mit einem Luftschiff wagen. Er hat einen untrüglichen Beweis dafür, dass das geheime Land im Westen tatsächlich existiert. Nicht nur die Erzählungen der alten Ägypter sind ihm bestens bekannt, die von diesem sagenhaften Land und seinen Silberschätzen berichten, sondern er ist im Besitz einer Luftpost, abgeschickt vor über vierhundert Jahren mit einem kleinen Gasballon, der es bis nach Europa schaffte. Einer der spanischen Kapitäne, die Amerigo Vespucci auf seiner Americafahrt begleiteten, berichtet in dem mitgeschickten Notizbüchlein von einem reichen Land voller Silberschätze und seltsamer Lebensformen wie menschenfressenden Riesenvögeln und Riesenechsen.

Weil Silber das wertvollste Metall im Königreich Bayern ist, viel wertvoller als Gold, will Professor Heisenberg das legendäre Land im Western aufsuchen. Mit von der Partie sind sein undurchsichtiger Diener Albert und seine neunzehnjährige Tochter Emma. Emma trägt nach einem Unfall etliche mechanische Bauteile in sich. Eins ihrer Beine und eines ihrer Augen sind mechanisch und sie hat eine mechanische Lunge und ein Aufziehwerk anstelle eines Herzens. Sie ist von ihrem Aufziehschlüssel abhängig und dies benutzt ihr Vater, um sie unter seiner Knute zu halten und grausam zu unterdrücken. Heisenberg stellt es so geschickt an, dass niemand etwas bemerkt. Sein ergebener Diener Albert ist sein Komplize dabei.

Während der Überfahrt gewinnt die stille Emma schnell die Herzen der Mannschaft der Abendstern, während sich ihr Vater zusehends unbeliebt macht. Heisenberg hat eine arrogante Art, die die Leute abstößt. Auch sein Diener Albert ist den Leuten nicht geheuer. Er scheint ständig hinter Emma herzuschleichen. Emma verliebt sich in Christian von Reichshofen, den Kapitän.

Was niemand so recht versteht: sie scheint große Angst vor ihrem Vater und dessen undurchsichtigem Diener Albert zu haben.

Im Ozean vor der americanischen Küste stößt die Expedition auf den Grund, warum nie ein Schiff zurückkehrte: Entlang eines kontinentalen Grabenbruchs haben sich tausende kleiner und kleinster Eilande aus dem Wasser geschoben und dazwischen lauern gefährliche Unterwasserfelsen und -riffe auf unvorsichtige Seefahrer. Wer einmal in das undurchdringliche Inselgewirr geriet, der fand nicht mehr heraus. Die kleinen Inseln geben einen Vorgeschmack auf America. Es gibt saurierähnliche Riesenleguane und die Forscher finden einen Baum, dessen Samenkapseln von wasserstoffgefüllten Blasen weit fort getragen werden. Mit einer solchen Gasblase kam die Luftpost nach Europa, die sich in Professor Heisenbergs Besitz befindet.

In America finden sich Überreste der gescheiterten Expedition von Amerigo Vespucci und Überreste einer uralten Zivilisation. Das Luftschiff folgt den Anweisungen in Heisenbergs Notizheft und gelangt zu den Großen Seen, wo sich eine Indiozivilisation entwickelt hat. Die Indios wanderten vor vielen Jahrhunderten aus dem Süden ein, nachdem im Norden Americas eine schreckliche Seuche alle Säugetiere – auch die Menschen – auslöschte. Da es keine Säugetiere gab, haben mehrere Arten Dinosaurier überlebt und es gibt große Laufvögel. Die Pflanzenfresservögel leben in großen Herden, doch es gibt auch Jäger wie die Fleisch fressende Diatryma.

Alles könnte bestens sein und man plant bereits eine Expedition ins ferne Pyramidenland der Ägypter, die in America eine riesige Kolonie errichtet hatten, aber Professor Heisenberg tut seiner Tochter etwas Schreckliches an und dann wird das Luftschiff von wilden Kriegern überfallen und alle Expeditionsteilnemer gefangengenommen. Werden die Luftschiffer es schaffen, sich zu befreien und den legendären Silberschatz zu finden?“

Seiten: 458

ISBN: 9781518717079

Aufziehmädchen Emma

Stefan Steinmetz hat mich mit seiner Emma mehr als verzaubert !!!

Ich bin bisher nicht der große Steampunk Leser gewesen, ich glaube das dieser Titel erst das zweite Buch aus dem Genre für mich war. Aber ich muss sagen, dass es schon eine ganz besondere und faszinierende Welt ist.

Der sehr ausführliche Klappentext von Stefan Steinmetz zeigt eigentlich schon einen sehr guten Einblick in die Geschichte, daher möchte ich gar nicht so sehr viel mehr über den Inhalt in meiner Rezension erzählen. Aber ich kann allen Lesern versprechen, das eine wunderbare Geschichte auf sie wartet. In diesem Buch kann man wirklich versinken. Ich habe es in einer schwierigen Zeit in meinem Leben gelesen und es ist mir mit diesem Buch wirklich gelungen aus der Realität zu entfliehen.

Wie man vielleicht schon am großzügigen und ausführlichen Klappentext des Autors merkt, geht er mit seinem Werk sehr in Details. Mir hat das hier sehr gut gefallen, denn es passt einfach.Wir dürfen eine tolle Abenteuer Geschichte erleben, bei der wir nicht nur viele technische Errungenschaften kennen lernen dürfen sondern auch ganz interessante neue Länder bereisen. Auch hier legt der Autor sehr viel Wert auf die Einzelheiten. Das Land und seine Pflanzen werden gekonnt dargestellt. Alles aber immer genau im richtigen Maß, zumindest für mein Lesegefühl. Ich kann definitiv nicht behaupten mich mit irgendein Formulierung oder Beschreibung gelangweilt zu haben. Leider gibt es ja diese Bücher (die gibt es ganz sicher in allen Genres 😉 ) bei denen man denen man denkt nun ist es aber genug… Aber wie gesagt, hier ist die Ausführlichkeit genau mein Ding. Alle Figuren werden mehr als gründlich beschrieben und der Leser merkt sehr schnell wo der Hase lang läuft. Hier ist wahrlich nicht alles Gold was glänzt. Ich glaube man hat als Leser recht schnell seine Lieblinge gefunden. Mir ging es jedenfalls so. Ich habe mit Emma gehofft, gelitten und gekämpft und hatte mehr als einmal Herzschmerz. Aber nicht nur die erklärten Hauptfiguren sind gelungen, auch viele Randfiguren entwickeln ein tolles Eigenleben und fügen sich stimmig in das große ganze Abenteuer ein.

Ich kann jetzt leider nicht aus Sicht eines Steampunk  Kenners sagen, das dieser Roman unbedingt auf die Leseliste gehört, dazu kenne ich mich in dem Genre nicht gut genug aus. ABER ICH KANN ALS BÜCHERLIEBHABER EINE ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG AUSSPRECHEN ! Dieses Buch hat einfach so viel mehr! Es ist ein Abenteuer Roman, es ist ein Krimi, es ist eine Liebesgeschichte und und und.

Ganz ehrlich, ich möchte auch mal eine Runde mit der Abendstern drehen 😉

Zum Schluss möchte ich unbedingt noch die hervorragende Qualität des Buches an sich erwähnen. Das Taschenbuch hat ja eine große Seitenzahl und auch nach dem Lesen ist die Verleimung und der Buchrücken in einem tadellosen Zustand. Das hat man heute leider bei einigen großen Verlagen nicht mehr so. Ich finde es gibt nichts ärgerlicheres, als wenn einem nach einmaligem Lesen nur noch eine lose Blattsammlung übrig bleibt. Da muss der Bücherfreund hier gar keine Angst haben! Mein Exemplar ist tadellos und ich freue mich sehr darüber. Ein großes Kompliment auch hierfür.

Bewertung: 5 Sterne

~BL

Rezension „Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod“ von Elisabeth Florin

Verlagsinfo, Klappentext

„In einem kleinen Bergdorf bei Meran werden die Überreste eines seit Jahrzehnten vermissten Kindes entdeckt. Der Fund führt Commissario Pavarotti zurück zu den Anfängen seiner Karriere, als das Verschwinden des Jungen für dessen ganze Familie in einer Katastrophe endete. Er muss sich einer alten Schuld stellen – und der unglücklichen Liebe zu Lissie von Spiegel, von der ihn eine große Lüge trennt. Der Commissario gerät in einen düsteren Strudel aus Verzweifl ung und Ohnmacht …“

Seiten: 368

ISBN: 978-3-95451-808-1

Emons

Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod von Elisabeth Florin, Cover mit freundlicher Genehmigung von Emons

Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod von Elisabeth Florin, Cover mit freundlicher Genehmigung von Emons

 

Ich bin seit dem ersten Band mit an Bord 😉

Und was soll ich euch sagen, ich finde die Autorin hat sich von Band zu Band erneut gesteigert, obwohl mir bereits der erste Teil sehr gut gefallen hat und ich es nicht für möglich hielt, dass man hier noch mehr herausholen kann. Aber Elisabeth Florin hat es geschafft mich jedes mal wieder von neuem zu überraschen.

Der erste Band hat den Titel  „Commissario Pavarotti trifft keinen Ton“ , der zweite Band heisst „Commissario Pavarotti küsst im Schlaf“ Ihr findet alle Titel auf der Leseleidenschaft  rezensiert. Und wer mehr über die Autorin erfahren möchte ist herzlich eingeladen unter dem ReiterW.W.W. „Wir Wollens Wissen“ das ausführliche Interview mit Elisabeth Florin zu studieren 😉

Ich möchte in diesem Fall eindringlich dafür plädieren diese Serie bei Band eins zu starten. Auch wenn es sich immer um abgeschlossene Fälle handelt, so ist es doch gerade hier bei diesem doch sehr aussergewöhnlichen Ermittler sehr wichtig alles vom Anfang zu verfolgen. Da es sich beim Commissario um einen sehr speziellen Menschen handelt und auch sein Umfeld nicht einfach mal so krimitypisch daher kommt sollte man definitiv alles mitbekommen!!!

Aber nun möchte ich doch ein wenig mehr auf den dritten Fall für unseren Commissario Pavarotti eingehen. Wie bei den zwei Vorgängerteilen hat die Autorin auch hier ihren schönen und flüssigen Schreibstil beibehalten. Nachdem der zweite Band ja sehr tragisch verlaufen ist kommt nun die Weiterführung. Nein keine Angst alle Titel sind immer in sich geschlossen und doch passierte in „Commissario Pavarotti küsst im Schlaf“ etwas sehr entscheidendes. Und genau hier setzt Elisabeth Florin wieder an. So fühlt man sich gleich auf den ersten Seiten wieder heimisch. Es ist wie ein Treffen von alten und lieb gewonnenen Freunden.

Diesmal werden in einem kleinen Bergdorf bei Meran bei Bauarbeiten die Überreste eines Kinderskelettes entdeckt. Schnell wird klar das es sich um das seit  Jahrzehnten vermisste Kind aus dem Dorf handelt. Bereits damals hatte Pavarotti etwas mit dem Fall zu tun, allerdings noch nicht als Commissario. Nun muss er sich erneut in die Ermittlungen stürzen. Ausserdem wäre es bald an der Zeit, dass er ein klärendes Gespräch mit Lissie von Spiegel führt. Aber er kann sich einfach nicht überwinden.

Die verschiedenen Bewohner des Dorfes sind wirklich gut und anschaulich beschrieben. Man erkennt die ganzen kleinen und großen „Schrullen“ und man kann sich das Dorfleben dort sehr gut vorstellen. Die verschiedenen Verflechtungen und Verknüpfungen der Personen untereinander sind gekonnt ausgearbeitet.

Auch diesmal gelingt es der Autorin ohne viel Blutvergiessen einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich sehen lassen kann. Nach jedem Kapitel steigt das Verlangen mehr zu lesen. Ich habe mir mit diesem tollen Titel einen schönen Sonntag gemacht und möchte der Autorin hiermit noch mal herzlich danken für den aufregenden Tag :-)

Für mich ist dieser Fall eindeutig der beste von den dreien und ich bin wirklich schon sehr gespannt ob es der Autorin gelingt mich auch beim nächsten mal so zu erwischen.

Bewertung: 5 Sterne

 

~BL

 

eBook-Rezension zu „Gefährliche Jagd“ von Maria Tomoons

Gefährliche Jagd von Maria Tomoons - Cover mit freundlicher Genehmigung von Midnight by Ullstein

Gefährliche Jagd von Maria Tomoons – Cover mit freundlicher Genehmigung von Midnight by Ullstein

»Vom Abenteuer mit Ferienlager-Atmosphäre zur Treibjagd mit ungewissen Ausgang!«

Maria hat das große Los gezogen. Sie darf bei diesem abenteuerlichen Experiment ein Teil des Ganzen sein. Es ist all inclusive – ein völlig kostenloser Spaß: Sie muss nur ihre Koffer packen, sich gemütlich in den Zug setzen und in der Jugendherberge ankommen. Dann kann das Spiel beginnen und den Siegern winkt ein lukrativer Geldpreis sowie die Hauptrolle in einem großen Film. Doch Maria freut sich in erster Linie auf das Abenteuer: Mit fremden Leuten ihren Alters in der Natur zu leben.

In der Jugendherberge angekommen, trifft Maria auf erste Mitspieler und ist erstmal ein wenig ratlos über das Anmeldeverfahren und das ganze Prozedere. Schon jetzt, da nun jeder registriert ist und mit einem farbigen Bändchen versehen wurde, wird es Maria etwas mulmig – denn noch weiß keiner, was auf sie die nächsten 14 Tage zukommt. Erst kurz vor Spielbeginn werden die Regeln klar: Alle Teilnehmer werden in Grüppchen aufgeteilt und diese wiederum in zwei Gegner –  die Jäger und die Gejagten. Maria’s Gejagten-Team besteht neben ihr aus Coco, Luis und Ben – eine Gruppe junger Leute, welche sehr sympathisch ist, wenn auch etwas eingeschüchtert herüberkommt. Weiterlesen

Rezension zu „Männer und andere Katastrophen“ von Kerstin Gier

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier - Cover mit freundlicher Genehmigung von Bastei Lübbe

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier – Cover mit freundlicher Genehmigung von Bastei Lübbe

Der Roman „Männer und andere Katastrophen“ lässt die Leserschaft an den Lebenswegen der 26-jährigen Germanistik-Studentin Judith teilhaben, die mithilfe ihrer sieben Jahre älteren Schwester Rebecca sich auf die Suche nach dem „echten“ Lebenspartner begibt. Erst recht nach der Trennung von Holger – jenem eigenwilligen Typen, dessen Studienzeiten einfach kein Ende nehmen wollten – nahm dieses beschwerliche Unterfangen seinen Anfang. Mit jenem heiß ersehnten Strahlemann sollte sie jene frei werdende Wohnung beziehen, in der die betagte Kiebig – im Bunde mit ihrem über alles geliebten „Brathund“ wahrlich nicht in helle Begeisterung versetzte. Rebeccas Idee, in Form einer Strichliste, die infrage kommenden Männer von den der Gilde der Taugenichts zu trennen, sollte sich jedoch nicht als besonders geeignet erweisen. Mit besonders skurrilen Verhaltensmustern war beispielsweise Oliver in Erscheinung getreten. Er gaukelte ihr vor, ein unübertrefflicher wilder Hengst zu sein, der schon zahllose Frauen, dank unbeschreiblicher ritterlicher Künste, euphorisch gestimmt hatte, doch seine plumpen Gebärden bewiesen das Gegenteil. Und auch dessen Wohnraum deutete absolut nicht auf eine ehemals gute Kinderstube hin. So fand sich die Sektflasche von Silvester selbst Monate danach noch im Gemüsefach des Kühlschrankes wieder.

Viele Nebenschauplätze, in der Judiths Freundeskreis verwickelt war, prägen des Weiteren das Gesamtbild des Romans nicht unwesentlich. Das Verhältnis zwischen Susanne und Bruno war geprägt von erheblichen Spannungen. Obwohl Bruno Susanne mit dem Wort „Dreckschlampe“ den Bogen überspannt hatte, versöhnten sich die beiden wieder. Besonders lachhaft empfand ich jene Begebenheit, als Judith ihrer Freundin Katja verhalf, dessen Lebensgefährten Jens aus der gemeinsamen Wohnung zu verscheuchen. Katja war außer sich vor Freude und schwärmte sogar von der glücklichsten halben Stunde in der Zeit ihrer sechsjährigen Beziehung!

Diesem Roman verpasste Frau Gier natürlich nicht umsonst den Titel „Männer und andere Katastrophen“! Letztere spiegelten sich auch in Judiths kurzzeitigen Bürojobs wider. Und auch manch‘ Vorurteil, was mit solch einer Stelle verknüpft ist. Da ist von einem Herrn Schimmel Kottenbrocke die Rede, in dem Judith – aufgrund seiner plumpen Gesten – nur noch den Herrn Schimmel Kotzbrocken sah. Und auch Herrn Römers neue Sekretärin, die gleich die Männer aus anderen Büros um sich scharrte, „verführten“ Herrn Kotzbrocken wahrlich nicht zum Kotzen, obwohl deren Blindschreibkünste lediglich in einem chaotischen Buchstaben-und Ziffernsalat ihren Ausdruck fanden. Ihr Name Marode Rodersberg entsprach voll dem Bild ihres Charakters und dem ihrer Fähigkeiten. Frau Mehlig „würdigte“ Judith’s Abschied mit einem Sektfrühstück und dem zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig erscheinenden Trinkspruch: „Auf den Weggang von Frau Dings!“ Derartige Ansprechformen gehörten zur Normalität dieses Büros. Für den leider nicht dahinschimmelnden Herrn Kotzbrocken, galt Judith ohnehin „nur“ als die Frau Eh- eh!…

Auch das Zusammentreffen von Bille und Judith forderte mehrfach den Leser zum Schmunzeln heraus. Beide witzelten über die Inhalte ihrer Handtaschen und erdachten sich selbst ein Quiz aus, um anschließend die „Intelligenzquotienten“ gegenüber zustellen. Dies empfand ich total lustig, sodass sich mancher Leser in eigene pubertäre Zeiten zurückversetzt fühlte.

Judith sah in hundert Prozent der Männer, die ihr bisher begegnet waren nur Psychopathen. Dass nicht nur diese eine Spezie in Judiths Dunstkreis ihr Unwesen trieb, wurde erst dann klar, als das Ende der Handlung bereits abzusehen war. Zuvor jedoch hatte Bruder Mo einige von Judith’s Künsten, mit denen es ihr gelang, ihre Enttäuschungen wenigstens vorübergehend ein bisschen beiseite zu schieben, aus deren Werkstatt geschmuggelt. Judith staunte, als Mo sie plötzlich mit einem Haufen Geld überraschte. Mo war es tatsächlich gelungen, Kontakte zu einem Herrn Radebrecht, einem Mäzen der Kunstszene, zu knüpfen, und sicherte zu, als Manager sie mit all seinen Kräften zu unterstützen. Und als Schwester Rebecca, die selbst Modelle entwarf und Modenschauen initiierte, während einer rundum gelungenen Performance im Rahmen einer Hochzeitsfeier, den Gesprächsfaden zu einem Reporter der örtlichen Presse aufgenommen hatte, riet sie Judith, ihn doch mal anzusprechen. Ausgerechnet in jenem Moment als der Zeitungsmann Schripps seinen Magen anfütterte, gelang es Judith, ihn mit einer unorthodoxen Frage zu überraschen. Judith’s Herz pochte mindestens so laut wie beim Anblick ihres Lieblingsstars Kevin Kostner.

Mein Fazit

Manche Verhaltensweisen mögen dem einen oder anderen Leser zu überzogen erscheinen. Nach meinem Geschmack gestaltet sich aufgrund zu vieler Nebenschauplätze, auf denen sich zahllose Protagonisten tummelten, die Orientierung etwas schwierig, was beim Lesen eine gehörige Portion an Geduld erforderte. Frau Gier verstand es jedoch – dank teils sensationell auserwählter Worte, die manch‘ Leser vermutlich stets aufs Neue vom Hocker rissen, bei Stange zu halten. Ein Beispiel hierfür bildet die Wortwahl: „Weltstars beim Daumenlutschen“, was geschah, als Judith und Oliver einer angeblichen Weltklassedarbietung beiwohnten, die die Tänzerinnen auf diese abstruse Art einläuteten. Aber auch Burghardt’s tänzerischer Esprit, von dem er stets vollmundig schwärmte, der aber auf ein noch schlechteres Urteil traf, als der des vermeintlichen „Rudi Carell-Ballettes“, reizte meine Lachmuskeln.

Meiner Vermutung liegt nahe, dass die Autorin sehr wohl beabsichtigte, die Spannungen zahlloser Reizüberflutungen innerhalb unserer „turbokapitalistischen Gesellschaft“ anhand von vielen, lebendigen Beispielen uns warnend vor Augen zu führen, zumal diese allzu oft Fehlorientierungen geradezu heraufbeschwörten. Die sich schier endlos in die Länge ziehenden Studiengänge (Bsp. Holger), aber auch die in die dramatisch gestiegene Zahl an Lehr- und Studienabbrüchen lieferte nachhaltige Beweise in Bezug auf diese dramatisch ausufernden gesellschaftlichen Brüche. Und dass die Anzahl an jungen Männern, die kaum noch imstande sind, einen geordneten Haushalt in Eigenregie zu führen, sollte uns allen sehr zu denken geben. Diesbezüglich hat Frau Gier die edle Kunst mit Worten zu jonglieren nahezu perfekt zelebriert, wobei dies besonders zwischen den Seiten 100 und 110 etwas zu inflationär geschah. Nicht jedes Hirn ist nämlich imstande, manch‘ im Kopf sich aufgetürmte Wortgeflecht – weit entfernt von Konrad Dudens Schöpfungen – sogleich zu entschlüsseln. Diesbezüglich war auch mir die Konzentration zwischenzeitlich abhanden gekommen.

Dieser Roman zeigte aber auch deutlich auf, dass selbst bei den schrägsten Typen nicht Hopfen und Malz für immer verloren sein muss. Auch Judith’s Freundeskreis lieferte den nachhaltigen Beweis.

Gastrezensent
~MR

Informationen zum Titel

Verlag: Bastei Lübbe
Autor: Kerstin Gier
Format: Taschenbuch
Umfang: 286 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17179-8

Rezension „Böhmische Elegie“ von Andreas Hoffmann

Klappentext,

„Eduard Ringel versteht die Welt nicht mehr.

Sonntagmorgen verliert er kurzzeitig das Bewusstsein. Er beginnt unbekannte Gedichtstrophen zu rezitieren.

Die darauf folgenden Erlebnisse scheinen ihm unerklärlich und lassen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen.

Etwas im Leben ist anders geworden…“

ISBN: 9783000502866

Boehmische_Elegie

 

Als uns Andreas Hoffmann sein Buch zur Rezension angeboten hat, war ich mir nicht wirklich sicher auf was ich mich da wohl einlasse.

Das Titelbild hätte mich jetzt nicht unbedingt hinter dem Ofen hervor gelockt, aber der Klappentext hörte sich schon mal nicht schlecht an :-)

Im Nachhinein mag ich jetzt als erstes mal sagen dass dies ein Buch war welches mich mal wieder zur weiteren Recherche angeregt hat. So etwas finde ich immer super. Wenn in einem Buch Dinge oder Personen angesprochen werden, von denen ich mir nicht sicher bin was sie bedeuten oder ob es diese Personen vielleicht wirklich gab, dann schlage ich gerne mal in einem Lexikon nach, oder tummele mich auch mal auf der einen oder anderen Internetseite um an Informationen zu kommen.  Ein Buch welches das schafft ist schon mal mehr als bloße Unterhaltungsliteratur für mich.

Aber nun will ich lieber mal von vorne anfangen.

Mit den ersten Seiten habe ich mich erst einmal etwas schwer getan, der Schreibstil ist doch etwas ungewöhnlich. Wobei ich gar nicht festlegen kann, was ich ungewöhnlich finde. Die Sprache ist nicht so ganz der alltägliche Slang sondern schon irgendwie künstlerisch. Aber keine Angst, es ist nicht schwer und ich war wirklich sehr schnell mittendrin. Ich möchte Euch einfach mal die ersten Sätze  zeigen 😉

„Seite 7  Im silbernen Toaster von Ehepaar Ringel hört man der Herbstwind singen. Er singt einen Choral, denn es ist Sonntagmorgen.“

Eduard Ringel und seine Frau Bärbel sind schon sehr sympathische Figuren und man schliesst die beiden recht schnell ins Herz. Stück für Stück verwächst man als Leser mit der Familie. Als Eduard seinen ersten „Anfall“ hat und die erste Gedichtstrophe gesprochen wird war ich mir nicht sicher, wohin mich die Geschichte treiben möchte. Ich habe mich einfach ganz unvoreingenommen darauf eingelassen und mich Seite für Seite weitertreiben lassen.

Wo kommen nur diese Gedichtstrophen her, und warum gerade Eduard? Viele Fragen, ob sie sich alle im Laufe des Buches auflösen? Ich würde sagen lasst Euch  überraschen :-)

Dieses Buch ist nicht langweilig, nicht alltäglich, aber eine Reise, eine Lesereise möchte ich einfach mal sagen. Mir hat es gut gefallen.

Bewertung: 4 Sterne

~BL

Rezension “ Was das Meer nicht will“ von Daniela Gerlach

Verlagsinfo, Klappentext

„Ihre Ehe mit Georg ist harmonisch, aber eintönig. Selbst die Ferien in Spanien bieten wenig Abwechslung. Wenn ihre Mutter dann zum Strandurlaub anreist, ist Streit vorprogrammiert. Es ist ihr zwölfter gemeinsamer Sommer. Georg gelingt es, sie für das Schnorcheln zu begeistern. Während das Meer zu einem Ort der Freiheit wird, engen die Fürsorge von Mutter und Ehemann sie zunehmend ein. Eine fatale Konstellation. Sie beginnt eine Affäre mit einem mysteriösen Nachbarn und die Spannungen eskalieren.

Zu viel Nähe kann tödlich sein. Ein tiefgründiges Beziehungsdrama. Ein beklemmendes Kammerspiel über die Verflechtung von Liebe, Eifersucht und Schuld.“

Seiten: 279

ISBN: 9783942181785

Stories&Freinds

Was das Meer nicht will von Daniela Gerlach, Cover mit freundlicher Genehmigung von Stories&Friends

Was das Meer nicht will von Daniela Gerlach, Cover mit freundlicher Genehmigung von Stories&Friends

 

Als erste möchte ich sagen das mir das Buch als „Buch“ an sich gut gefallen hat. Es liegt wunderbar in den Händen und hat eine tolle Größe. Mit 12,4 x 2,7 x 19,3 cm ist es ein wenig kleiner als andere gebundenen Titel und das finde ich klasse. Insgesamt macht die Verarbeitung einen top Eindruck. Nicht nur das Lesebändchen punktet, auch das wertige Papier im inneren des Einbandes machen einen vorzüglichen Eindruck. Dies ist leider nicht mehr bei allen gebundenen Büchern der Fall. Das Preisleistungsverhältnis ist unschlagbar in meinen Augen!

Aber wir Leser möchten ja mehr als eine gute Verpackung 😉

Doch auch hier kann ich nur gutes berichten. Dieser Roman bietet einiges.

Daniela Gerlach hat eine schöne Schreibweise, vielleicht nicht ganz so einfach und leichtgängig, dafür um so tiefgründiger.

Nicht viele Personen spielen in diesem Roman eine Rolle, eigentlich geht es nunmehr um 4 Hauptfiguren. Wir haben die Ehefrau, die eben auch Tochter ist,  dann ihre Mutter, George den Ehemann, und noch Karl den Nachbar in Spanien. Der Autorin gelingt es ein ganzes Buch mit diesen 4 Menschen zu füllen und es wird dem Leser nicht langweilig diesen Leben zu folgen.

Die Hauptperson ist „Sie“ , Ehefrau, Tochter und ? Selten „Sie“ selbst. Sie ist hin und her gerissen zwischen Mann und Mutter. Allen beiden möchte sie gerecht werden und dabei verliert sie sich selbst…Sie hat als einzige keinen Namen im Buch, dies finde ich bezeichnend. Sie hat sich bis zum Ende hin nicht gefunden, ihre eigene Identität fehlt…

Die Autorin konnte mich in die Geschichte herein ziehen, hier und da habe ich mich sogar selbst gefunden und musste das Buch einen Moment zur Seite legen um nachzudenken. Oft steht man zwischen allen Stühlen und möchte es für alle gut machen um am Ende sich selbst zu vergessen.

Auch die beiden wechselnden Perspektiven, mal aus der Ich-Sicht und mal aus der Sie-Sicht, sind faszinierend ausgearbeitet.

Für mich war das Lesen dieses Buches ungewöhnlich, aufwirbelnd und sehr unterhaltend.

In meinen Augen ist dieses Buch ein wunderbares Geschenk für das eigene Buchregal und für die Regale von Freunden :-)

Bewertung: 5 Sterne

~BL

 

Hörbuchrezension „fleischers blues“ von Volker Hauptvogel

fleischers blues - Cover mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon Literatur

fleischers blues – Cover mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon Literatur

Punk at its best – West-Berlin der 70er/80er Jahre

Zum Inhalt

Fleischer entflieht dem Wehrdienst und zieht hinaus ins große, bunte West-Berlin der 70er-Jahre. Dort erlebt er Kultur und Subkultur, Menschen verschiedenster Schichten, Überlebenskampf in der Großstadt, Erstkontakt mit Rauschmitteln, freie Liebe, die Hausbesetzer-Szene, Freigeister, Exzesse, Millieuleben und den Punk. Und Fleischer ist nicht nur Zeuge des Zeitgeschehens, nein! Er ist Akteur und mitten drin in einer spannenden Zeit des Ausprobierens und Aufbegehrens gegen Regeln und das Establishment.

Fazit

„Fleischers blues“ fühlt sich an wie ein Flashback in eine durchgeknalllte Zeit. Kaum beginnt man der Handlung zu folgen, glaubt man in einer großen Kinoinszenierung zu sein. Aber auch wenn Fleischer der Protagonist einer fiktiven Handlung ist, so kann man sich gewiss sein, das mega viele Anekdoten nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Beispielsweise ist Fleischers Punk-Band „Mekanik Destrüktiw Kommandöh“ eine Band, die tatsächlich existierte – MDK, von und mit Volker Hauptvogel als Gründer, Sänger und Texter.

Man kann davon ausgehen, dass Volker Hauptvogel vielmehr sein eigenes Leben und seine Erlebnisse zu Papier gebracht und vertonen lassen hat. Er – einer der Punk-Begründer West-Berlins, Ex-Szene-Bar-Besitzer und -Gastronom – der West-Berlin, seine Szene und Bürger so gut kennt und bis ins kleinste Detail unverschönt beschreibt. Ein bisschen Zeitgeist, Revolution und Geschichte – festgehalten für die Ewigkeit.

Für alle, die gerne in Erinnerungen schwelgen ist „Fleischers blues“ eine etwas andere Art die Kultur und Szene West-Berlins der 70er/80er Jahre kennenzulernen. Witzig, brutal, direkt und aus erster Hand!

Meine Bewertung – 4 von 5 Sterne

Bewertung: 4 Sterne

Hörbuch-Informationen:

Autor: Volker Hauptvogel
Sprecher: Guntbert Warns und Stephan Remmler
Ungekürzte Lesung: 322 Min.
ISBN-13: 0602547321671
Label: Deutsche Grammophon Literatur

 

Rezension „Aus Deiner Sicht“ von Emilia Licht

Verlagsinfo, Klappentext

„Ein Anruf aus der alten Heimat reißt Elena aus ihrem Businessalltag. Ihre Schwester braucht eine Nierentransplantation und Elena käme vielleicht als Spenderin infrage. Normalerweise würde sie keine Sekunde zögern, doch zum ersten Mal in ihrem Leben braucht sie mehr als nur Mut für eine Entscheidung. Sie und Maren sind sich völlig fremd, haben seit fast zwanzig Jahren kaum Kontakt zueinander. Zwischen ihnen stehen eine hartherzige Mutter und die Erinnerung an eine Kindheit, die von Misstrauen und Verrat geprägt war.

Trotzdem macht Elena sich auf die Reise. Sie hofft, ihren Frieden mit der Vergangenheit machen zu können. Doch in dem kleinen Dorf in Vorpommern stiftet sie mit ihrem Drang, alles reparieren und gleichzeitig kontrollieren zu wollen, mehr Unruhe, als ihr lieb ist.“

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Da ich die Autorin relativ gut kenne und ihren Schreibstil schon sehr gerne mag, habe ich mich gefreut das es ein neues Werk von ihr gibt.

Als ich das Titelbild zum ersten mal angesehen habe, hat es mir schon gut gefallen, ich konnte mir aber noch nicht genau vorstellen um was es sich in dem Buch handeln würde.

Der Klappentext hat mich dann vollends überzeugt. Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen.

Emilia Licht hat sich kein leichtes Thema für diesen Roman ausgesucht. Zwei Schwestern, die über viele Jahre keinen Kontakt miteinander haben, eine schlimme Krankheit und eine Reise in die Vergangenheit.

Wie ich es für mich erwartet habe, ist der Schreibstil auch in diesem Titel wieder super schön. Man ist als Leser sehr schnell mitten in der Geschichte und lernt die verschiedenen Protagonisten gleich am Anfang sehr gut kennen. Das ist übrigens auch eine tolle Sache bei Emilia Licht. Ihre Figuren kommen immer so menschlich und natürlich daher, dass man als Leser denkt:“ Och die…die kenne ich doch schon mein halbes Leben!“.

Keine leichte Situation, wenn man von einer schlimmen Krankheit der Schwester erfährt und ihr vielleicht helfen kann. Ich selber habe keine Geschwister, aber mein Mann hat einen Bruder. Da macht man sich beim Lesen schon so seine Gedanken. Wie würde ich an Elena s Stelle reagieren? Eigentlich hat man der Schwester seit Jahren nicht viel zu sagen, aber es ist die Schwester…

Eigentlich hat Elena nicht vor jemals wieder viel Zeit in ihrem Geburtsort zu verbringen, doch dann kommt doch alles ein wenig anders.

Es war für mich spannend zu erleben, wie die doch sehr unterschiedlichen Schwestern sich langsam wieder annähern können. Allerdings hat mich das Verhalten der Mutter zum rasen gebracht, man hätte sie am liebsten mal richtig durchgeschüttelt. Genau das finde ich an einem Buch klasse, wenn mich die Figuren so anspringen das ich sie total gerne habe oder sie mich unter Umständen auch einfach nur wahnsinnig machen. Das zeigt mir das die Autorin oder der Autor meinen Nerv genau getroffen hat ;-). Auch wenn Emilia Licht hier die zwischenmenschlichen Dinge nicht seitenlang ausbaut, so hat die Geschichte doch genug Tiefgang um die wesentlichen Details ausreichend darzustellen.

Und ganz nebenbei mochte ich die Liebesgeschichte, und das wo ich es sonst mit dieser „Gefühlsduselei“ ja so gar nicht habe 😉

Bewertung: 5 Sterne

~BL

 

 

Rezension „Fabrikler, Leser und Poet“ von Walter Gröner

Klappentext, Verlagsinfo

„Es gibt Bücher, nicht viele, an die ich mich erinnere, ohne sie schon gelesen zu haben. Auf sie habe ich gewartet. Nach ihnen habe ich, andere Bücher lesend, gesucht. Walter Gröners erstes Buch ist so eines – […] Da streichelt einer nicht wehleidig sein Seelchen, bosselt nicht an Miniaturmythen – da ist einer fähig zu entdecken, sich hinzugeben und das, was er beredet und besingt, aus ganzer Seele zu lieben. […] Klabund oder Leopardi oder Ringelnatz oder Däubler. Gröner ruft sie auf, ruft sie zu sich. Sie stehen ihm bei. Ihre geisterhafte, an Sätzen reiche Gegenwart erfüllt ihn mit Stolz: „Wir sind Poeten. Ihr seid Barbaren.“ Ich könnte ihn umarmen für diesen ins Tal geschmetterten Satz.

Peter Härtling, DIE ZEIT“

Seiten: 80

ISBN: 9783944153049

Louisoder

Fabrikler, Leser und Poet von Walter Gröner, Cover mit freundlicher Genehmigung von Louisoder

Fabrikler, Leser und Poet von Walter Gröner, Cover mit freundlicher Genehmigung von Louisoder

 

Dieses Buch ist definitiv etwas besonderes.

Ich möchte empfehlen vorab einen Blick in das Buch zu werfen!!!

Ganz ehrlich kann ich mit dem Zitat von Peter Härtling, Die Zeit, nicht wirklich viel anfangen :-(

Vielleicht habe ich mich damit jetzt als Kulturbanause geoutet, das mag sein…

Grundsätzlich bin ich aber als Vielleser immer daran interessiert neue und für mich ungewöhnliche „Leseerlebnisse“ zu erfahren. Dies ist mir bei diesem kleinen Buch von Walter Größer schon passiert. Ich habe einfach ganz unvoreingenommen jede Seite neu auf mich wirken lassen. Habe sie ganz wertungslos „sacken“ lassen um sie dann einen Tag später erneut zu lesen.

Das war für mich der geeignete Umgang mit dem Buch. Zuerst habe ich versucht es an einem Stück „weg zu lesen“ dies ging aber so gar nicht. Dann habe ich mit meiner Variante angefangen und so habe ich für mich doch Spaß und Freude an dem Werk gefunden.

Sicherlich kann ich das Geschriebene nicht so ausführen und b bewerten wie es eventuell der große Literaturkritiker vermag, aber ich bin der Meinung das dies auch nicht unbedingt immer ein Garant für ein lesenswertes Buch ist.

Vielleicht ist dies ein Buch für Entdecker? Ein Versuch lohnt sich ganz bestimmt.

Stern_Bewertung_3-5

~BL

 

 

 

 

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