Über Leseleidenschaft

Leseleidenschaft ist mehr als nur ein Hobby

Leseleidenschaft ist sowohl die unendliche Begeisterung zur geschriebenen als auch zur gesprochenen Literatur. 
Leseleidenschaft ist aber ebenso der Grund, weshalb Buecherloewe ~BL und I_love_books  ~Ilb einst Freunde wurden und beschlossen, von nun an gemeinsam über die Welt der (Hör-)Bücher, eBooks und der digitalen Medien zu bloggen.

Team Leseleidenschaft

Die Leseleidenschaft-Mädels
~Ilb & ~BL

Rezensionsanfragen

Liebe Autoren & Verlage,

wir sind immer auf der Suche nach interessanter Literatur - auch gern abseits des Mainstreams - und würden uns sehr freuen, Ihr (Hör-) Buch / eBook rezensieren zu dürfen.

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Seiten

Hörbuchrezension „fleischers blues“ von Volker Hauptvogel

fleischers blues - Cover mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon Literatur

fleischers blues – Cover mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon Literatur

Punk at its best – West-Berlin der 70er/80er Jahre

Zum Inhalt

Fleischer entflieht dem Wehrdienst und zieht hinaus ins große, bunte West-Berlin der 70er-Jahre. Dort erlebt er Kultur und Subkultur, Menschen verschiedenster Schichten, Überlebenskampf in der Großstadt, Erstkontakt mit Rauschmitteln, freie Liebe, die Hausbesetzer-Szene, Freigeister, Exzesse, Millieuleben und den Punk. Und Fleischer ist nicht nur Zeuge des Zeitgeschehens, nein! Er ist Akteur und mitten drin in einer spannenden Zeit des Ausprobierens und Aufbegehrens gegen Regeln und das Establishment.

Fazit

„Fleischers blues“ fühlt sich an wie ein Flashback in eine durchgeknalllte Zeit. Kaum beginnt man der Handlung zu folgen, glaubt man in einer großen Kinoinszenierung zu sein. Aber auch wenn Fleischer der Protagonist einer fiktiven Handlung ist, so kann man sich gewiss sein, das mega viele Anekdoten nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Beispielsweise ist Fleischers Punk-Band „Mekanik Destrüktiw Kommandöh“ eine Band, die tatsächlich existierte – MDK, von und mit Volker Hauptvogel als Gründer, Sänger und Texter.

Man kann davon ausgehen, dass Volker Hauptvogel vielmehr sein eigenes Leben und seine Erlebnisse zu Papier gebracht und vertonen lassen hat. Er – einer der Punk-Begründer West-Berlins, Ex-Szene-Bar-Besitzer und -Gastronom – der West-Berlin, seine Szene und Bürger so gut kennt und bis ins kleinste Detail unverschönt beschreibt. Ein bisschen Zeitgeist, Revolution und Geschichte – festgehalten für die Ewigkeit.

Für alle, die gerne in Erinnerungen schwelgen ist „Fleischers blues“ eine etwas andere Art die Kultur und Szene West-Berlins der 70er/80er Jahre kennenzulernen. Witzig, brutal, direkt und aus erster Hand!

Meine Bewertung – 4 von 5 Sterne

Bewertung: 4 Sterne

Hörbuch-Informationen:

Autor: Volker Hauptvogel
Sprecher: Guntbert Warns und Stephan Remmler
Ungekürzte Lesung: 322 Min.
ISBN-13: 0602547321671
Label: Deutsche Grammophon Literatur

 

Rezension „Aus Deiner Sicht“ von Emilia Licht

Verlagsinfo, Klappentext

„Ein Anruf aus der alten Heimat reißt Elena aus ihrem Businessalltag. Ihre Schwester braucht eine Nierentransplantation und Elena käme vielleicht als Spenderin infrage. Normalerweise würde sie keine Sekunde zögern, doch zum ersten Mal in ihrem Leben braucht sie mehr als nur Mut für eine Entscheidung. Sie und Maren sind sich völlig fremd, haben seit fast zwanzig Jahren kaum Kontakt zueinander. Zwischen ihnen stehen eine hartherzige Mutter und die Erinnerung an eine Kindheit, die von Misstrauen und Verrat geprägt war.

Trotzdem macht Elena sich auf die Reise. Sie hofft, ihren Frieden mit der Vergangenheit machen zu können. Doch in dem kleinen Dorf in Vorpommern stiftet sie mit ihrem Drang, alles reparieren und gleichzeitig kontrollieren zu wollen, mehr Unruhe, als ihr lieb ist.“

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Da ich die Autorin relativ gut kenne und ihren Schreibstil schon sehr gerne mag, habe ich mich gefreut das es ein neues Werk von ihr gibt.

Als ich das Titelbild zum ersten mal angesehen habe, hat es mir schon gut gefallen, ich konnte mir aber noch nicht genau vorstellen um was es sich in dem Buch handeln würde.

Der Klappentext hat mich dann vollends überzeugt. Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen.

Emilia Licht hat sich kein leichtes Thema für diesen Roman ausgesucht. Zwei Schwestern, die über viele Jahre keinen Kontakt miteinander haben, eine schlimme Krankheit und eine Reise in die Vergangenheit.

Wie ich es für mich erwartet habe, ist der Schreibstil auch in diesem Titel wieder super schön. Man ist als Leser sehr schnell mitten in der Geschichte und lernt die verschiedenen Protagonisten gleich am Anfang sehr gut kennen. Das ist übrigens auch eine tolle Sache bei Emilia Licht. Ihre Figuren kommen immer so menschlich und natürlich daher, dass man als Leser denkt:“ Och die…die kenne ich doch schon mein halbes Leben!“.

Keine leichte Situation, wenn man von einer schlimmen Krankheit der Schwester erfährt und ihr vielleicht helfen kann. Ich selber habe keine Geschwister, aber mein Mann hat einen Bruder. Da macht man sich beim Lesen schon so seine Gedanken. Wie würde ich an Elena s Stelle reagieren? Eigentlich hat man der Schwester seit Jahren nicht viel zu sagen, aber es ist die Schwester…

Eigentlich hat Elena nicht vor jemals wieder viel Zeit in ihrem Geburtsort zu verbringen, doch dann kommt doch alles ein wenig anders.

Es war für mich spannend zu erleben, wie die doch sehr unterschiedlichen Schwestern sich langsam wieder annähern können. Allerdings hat mich das Verhalten der Mutter zum rasen gebracht, man hätte sie am liebsten mal richtig durchgeschüttelt. Genau das finde ich an einem Buch klasse, wenn mich die Figuren so anspringen das ich sie total gerne habe oder sie mich unter Umständen auch einfach nur wahnsinnig machen. Das zeigt mir das die Autorin oder der Autor meinen Nerv genau getroffen hat ;-). Auch wenn Emilia Licht hier die zwischenmenschlichen Dinge nicht seitenlang ausbaut, so hat die Geschichte doch genug Tiefgang um die wesentlichen Details ausreichend darzustellen.

Und ganz nebenbei mochte ich die Liebesgeschichte, und das wo ich es sonst mit dieser „Gefühlsduselei“ ja so gar nicht habe 😉

Bewertung: 5 Sterne

~BL

 

 

Rezension „Fabrikler, Leser und Poet“ von Walter Gröner

Klappentext, Verlagsinfo

„Es gibt Bücher, nicht viele, an die ich mich erinnere, ohne sie schon gelesen zu haben. Auf sie habe ich gewartet. Nach ihnen habe ich, andere Bücher lesend, gesucht. Walter Gröners erstes Buch ist so eines – […] Da streichelt einer nicht wehleidig sein Seelchen, bosselt nicht an Miniaturmythen – da ist einer fähig zu entdecken, sich hinzugeben und das, was er beredet und besingt, aus ganzer Seele zu lieben. […] Klabund oder Leopardi oder Ringelnatz oder Däubler. Gröner ruft sie auf, ruft sie zu sich. Sie stehen ihm bei. Ihre geisterhafte, an Sätzen reiche Gegenwart erfüllt ihn mit Stolz: „Wir sind Poeten. Ihr seid Barbaren.“ Ich könnte ihn umarmen für diesen ins Tal geschmetterten Satz.

Peter Härtling, DIE ZEIT“

Seiten: 80

ISBN: 9783944153049

Louisoder

Fabrikler, Leser und Poet von Walter Gröner, Cover mit freundlicher Genehmigung von Louisoder

Fabrikler, Leser und Poet von Walter Gröner, Cover mit freundlicher Genehmigung von Louisoder

 

Dieses Buch ist definitiv etwas besonderes.

Ich möchte empfehlen vorab einen Blick in das Buch zu werfen!!!

Ganz ehrlich kann ich mit dem Zitat von Peter Härtling, Die Zeit, nicht wirklich viel anfangen :-(

Vielleicht habe ich mich damit jetzt als Kulturbanause geoutet, das mag sein…

Grundsätzlich bin ich aber als Vielleser immer daran interessiert neue und für mich ungewöhnliche „Leseerlebnisse“ zu erfahren. Dies ist mir bei diesem kleinen Buch von Walter Größer schon passiert. Ich habe einfach ganz unvoreingenommen jede Seite neu auf mich wirken lassen. Habe sie ganz wertungslos „sacken“ lassen um sie dann einen Tag später erneut zu lesen.

Das war für mich der geeignete Umgang mit dem Buch. Zuerst habe ich versucht es an einem Stück „weg zu lesen“ dies ging aber so gar nicht. Dann habe ich mit meiner Variante angefangen und so habe ich für mich doch Spaß und Freude an dem Werk gefunden.

Sicherlich kann ich das Geschriebene nicht so ausführen und b bewerten wie es eventuell der große Literaturkritiker vermag, aber ich bin der Meinung das dies auch nicht unbedingt immer ein Garant für ein lesenswertes Buch ist.

Vielleicht ist dies ein Buch für Entdecker? Ein Versuch lohnt sich ganz bestimmt.

Stern_Bewertung_3-5

~BL

 

 

 

 

Hörbuchrezension „Sturm in der Antarktis.“ von Patrick O’Brian.

Verlagsinfo, Klappentext

„Nach seiner Zeit in Mauritius (siehe Episode 4, Geheimauftrag Mauritius) erhält Jack Aubrey ein Landkommando bei der Miliz, was ihm Gelegenheit gibt, sich um sein Vermögen zu kümmern. Unterstützt von seinem Freund Dr. Stephen Maturin, Schiffsarzt und Geheimagent, übernimmt er schließlich das Kommando auf der HMS Leopard, einem 50-Kanonen-Schiff der vierten Klasse, um im Auftrag der britischen Krone einen Aufstand gegen Gouverneur Bligh (dem ehemaligen Kapitän der Bounty, auf der die Mannschaft meuterte) zu regeln und Gefangene – darunter auch Frauen – nach Botany Bay im heutigen Australien zu deportieren. Ein schweres Gefecht mit dem holländischen Linienschiff Waakzaamheid, Eisberge, mörderische Stürme in den Brüllenden Vierzigern (Roaring Forties) und ein nicht willkommener 1. Offizier erfordern Jacks ganzes seemännisches Können, um dieses Unternehmen zu überleben. Es kommt zu einem Treffen mit einem amerikanischen Walfänger ohne dass man weiß, ob der Krieg zwischen den U.S. und Britannien schon ausgebrochen ist. Stephen Maturin kann sich ausführlich seinen Neigungen hingeben: der Wissenschaft, der Spionage und dem Opium.“

Sprecher: Johannes Steck

Speildauer: 14,30 Stunden

ISBN: 9783863460457

Kuebler Hoerbuch Verlag

 

 

Mein Eindruck

Ich habe bisher noch kein Hörbuch von Patrick O’Brian gelauscht, aber mir ist der Einstieg auch mit dem eigentlichen 5 Teil der Serie sehr gut gelungen. Mag sein, das es unter anderem an dem Sprecher liegt. Johannes Steck ist für mich einfach einer der Sprecher schlechthin und ein Buch aus seinem Mund vorgelesen verspricht eigentlich immer einen hohen Unterhaltungswert!

Für alle die lieber mit Band eins einsteigen möchten ist hier die Reihenfolge:

Die O’Brian-Episoden

Ich für mich werde ziemlich sicher auch noch mal mit Band eins anfangen und mich dann noch mal ganz gemütlich in der richtigen Reihenfolge durchhören.

Aber nun zu diesem Teil.

Eigentlich ist diese Geschichte um Captain Jack Aubrey und Schiffsarzt Stephen Maturin ja bereits 1978 erschienen, damit ja schon fast so etwas wie ein Klassiker 😉 Auch wenn der große Boom um Seefahrergeschichten, der mit Captain Jack Sparrow eine große Fangemeinde fand, nun schon fast wieder in Vergessenheit geraten ist, gefällt mir dieser Ausflug auf hoher See wirklich sehr gut.

Auch unser Held Jack sticht in See, er soll auf einem 50 Kanonen Schiff der Leopard eine Gruppe von Strafgefangenen nach Australien in ihre Strafgefangenenkolonie bringen, dieser Auftrag scheint eigentlich machbar, aber dann kommt heraus dass es auch eine Frau an Bord geben wird. Aber wie sagt ein alter Seemannsglaube :“Frauen an Bord, bringen nur Unglück“. Ob das Sprichwort seine Gültigkeit hat?

Der Schiffsarzt versucht sich etwas eingehender um die Dame an Bord zu kümmern. Das sie als amerikanische Spionin gilt, ist ihm dabei aber eigentlich egal. Doch er kann seine Zeit leider nicht so ausgiebig mit der Dame verbringen, wie es ihm eigentlich lieb wäre. Dazu sind die Rahmenbedingungen unter der die Leopard unterwegs ist einfach zu schlecht. Weder das Wetter noch der allgemeine Zustand des Schiffes begünstigen die Fahrt. Zudem schlägt der Thyphus zu. Also hat unser Stehen Maturin wirklich alle Hände voll zu tun.

Natürlich darf auch eine zünftige Seeschlacht nicht fehlen. In diesem Fall ist es ein holländisches Linienschiff welches der Leopard nicht gut gesonnen scheint. Diese Schlacht geht an die Leopard, aber auch dieser Sieg ist kein Garant für eine gute Reise. Leider kommt ihnen dann ein Eisberg in die Quere und der Captain kann das Schiff nur mit Mühe und Not an eine öde Insel bringen. Dort gehen sie vor Anker.

In meinen Augen beginnt die Geschichte nun erst so richtig.

Es ist Patrick O’Brian gelungen seine Figuren sehr authentisch zu zeichnen und alles stimmig miteinander zu verschmelzen. Auch wenn das Hörbuch satte 14 Stunden und 30 Minuten dauert, so hatte ich zu keinem Augenblick das Gefühl von Länge, oder gar Langeweile.

Die Geschichte ist atmosphärisch dicht gehalten und verspricht einen guten Unterhaltungswert. Ich denke auch für Hörer welche sich im Bereich Seefahrt zuvor noch nicht getummelt haben 😉 Ihnen würde ich im Nachhinein aber wirklich das chronologisch Hören empfehlen, da ich mir denken könnte, das der Autor im Laufe der Serie seine Protagonisten deutlich weiter entwickelt.

Zur Sprecherleistung muss ich hier nichts weiter aussagen, Johannes Steck ist und bleibt einer der ganz großen. Stimmgewaltig setzt er hier sein ganzes Können ein und mach damit das Hörbuch zum Kopfkino.

Bewertung: 5 Sterne

~BL

Rezension „Radio Bizarr“ von David Jonathan

Verlagsinfo, Klappentext

„Frederik Cervi hat Anfang des neuen Jahrtausends mit dem Verkauf seiner Internetbude viel Geld gemacht. Jetzt kehrt er von London nach Hamburg zurück, um auf der Reeperbahn ein Webradio aufzubauen. Radio Bizarr hat zwar einen holprigen Start, aber mit der Information über den möglichen Rücktritt des Ersten Bürgermeisters will Cervi Quote machen. Da überredet ihn die Journalistin Carola Bergrün, zunächst zu recherchieren. Dabei kommen sich die beiden nicht nur allmählich näher, sondern beginnen auch ein Netz an Korruption und Verschwörung aufzudecken, das sogar Frederik Cervis erfolgreiche Vergangenheit infrage stellt.“

 

 

Radio Bizarr Cover

 

 

Dies war mein zweites Buch von David Jonathan. Vor einiger Zeit habe ich bereits Jahrhundertspiel von ihm gelesen.

http://www.leseleidenschaft.de/rezension-jahrhundertspiel-von-david-jonathan/

Nun durfte ich mich mit Radio Bizzar vergnügen 😉

Auch diesmal nimmt uns der Autor mit nach Hamburg. Es geht auf den Kiez.  Frederik Cervi möchte dort sein neues Projekt zum laufen bringen. Er will sein Glück mit Internet Radio versuchen und so wird Radio Bizzar geboren. Leider verläuft gerade die so heiß ersehnte Eröffnungsfeier nicht ganz nach  Frederik Cervi s Vorstellungen, damit die Publikumszahl für die Presse etwas besser aussieht, besorgt  Frederik Cervi schnell die eine oder andere Dame vom Kiez die mal eben Zeit hat. Das dies nicht ohne Folgen bleibt ist wahrscheinlich klar.

Leider hat sich nur eine Reporterin auf der Feier sehen lassen und  Carola Bergrün weiß als allein erziehende Mutter  eigentlich genau was sie will und welche Story etwas einbringen kann, auch ist sie der Meinung das richtige Informationen nur gedruckt an die Menschen gelangen sollte. Daher steht sie dem Internet Radio sehr skeptisch gegenüber.

Was diese beiden doch so unterschiedlichen Menschen, aber dann letztendlich doch näher zusammenbringt ist schon gut ausgedacht. Hier hat der Autor eine runde Geschichte gestrickt, die flüssig und locker zu lesen ist. Ja, ich gebe zu, hier und da ging mir der gute Frederik schon mal ein wenig auf den Nerv, aber so ist das eben auch mal mit den Protagonisten 😉

Radio Bizarr kommt nicht immer „bierernst“ daher, sondern gibt zwischen durch auch den nötigen Raum zum Schmunzeln.

Besonders anmerken möchte die Liebe zum Detail im Aufbau der verschiedenen Figuren. Da gibt es Ecken und Kanten und viele gar zu menschliche Verhaltensweisen. Das gefällt.

Stern_Bewertung_4-5

~BL

Buchrezension „Liebe auf leisen Sohlen“ von Emilia Licht

Bereits im Jahre 2012 hat Buecherloewe den Titel „Liebe auf leisen Sohlen“ von Emilia Licht als E-Book auf der Leseleidenschaft rezensiert und heute möchten wir euch die Buchvariante aus der Sicht von unserem Gastrezensenten Michael Reißig vorstellen:

Der Roman „Liebe auf leisen Sohlen“ erzählt die bewegende Geschichte des Ehepaares Hollstein. Josi, die es von Thüringen aus zu ihrem Gatten David nach Dresden verschlug, hielt im gemeinsamen Hotel die Zügel fest in der Hand. Davids Belange und Gefühle blieben dabei meistens auf der Strecke. Wen wunderte es da, dass sich Josi des Öfteren mit ihrer Schwiegermutter Gisela überwarf. Und auch ihre pubertierenden Kinder trugen wahrlich nicht dazu bei, die Wogen in ihrer Beziehung zu glätten. Eine gewichtige Rolle spielte auch Ulrikes Freundin Ulrike. Was deren Geschmacksrichtungen, bezüglich des modischen Schicks, aber auch in Bezug auf die Ansprüche an einen Partner, lagen die beiden des Öfteren gar nicht auf einer Wellenlänge.

Als aber Josi selbst einen anonymen Erpresserbrief verfasste, und in diesem mit einem Anschlag auf das Hotel drohte, was natürlich nur um einen Bluff sich erweisen konnte, um David herauszufordern, schien das Ende der Ehe nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was er selbst nicht mal im traum erahnen konnte. David erstattete eine Anzeige bei der Polizei, was Josi freilich mit aller Macht zu verhindern suchte. In jener Zeit rollten noch viele andere gefahrvolle Momente wie eine unaufhaltsame Walze auf die beiden zu. Sohnemann Finn – schon von Natur aus ein gewisser Querdenker – fand sich nach einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung in der Notaufnahme eines Dresdener Krankenhauses wieder. Aber auch Tochter Isabel, die dem Nachhilfeunterricht einige Male fernblieb, bereitete den Eheleuten großes Kopfzerbrechen. Die Meinungen der beiden, was die Zukunft der gemeinsamen Kinder anbetraf, spiegelten die Zerwürfnisse innerhalb ihrer Ehe besonders stark wieder.

Doch in jener Zeit, als die beiden bereits nicht mehr im Ehebett gemeinsam nächtigten, veränderten sich Josis charakterliche Züge. Ehe sie eine entscheidung traf, kontaktierte sie David, was er selbst nicht mehr von ihr kannte. An einem ehemaligem Autokino, unweit des Dresdener Flughafens, an dem die beiden in jungen Jahren viele schöne Stunden miteinander verbrachten, nahm der Roman ein kaum zu erwartendes versöhnliches Ende, bei dem auch nicht mehr sonderlich ins Gewicht fiel, dass das zuständige Amtsgericht Josi, wegen Vortäuschung einer Straftat, zur Zahlung von dreißig Tagessätzen verdonnert worden war.

Mein Fazit

Ein spannender kurzweiliger Roman der Dresdener Autorin Emilia Licht, bei dem ich die zahllosen spannenden Dialoge, aber auch die bildhaften Erzählungen, die den Leser ständig in Spannung hielten, besonders hervorheben möchte. Wie schwer es im Leben doch sein kann, eine leitende Position, mit den Wünschen und Begehrlichkeiten einer Ehe in Einklang zu bringen, ohne dabei die gegensätzlichen Interessen pubertierender Kinder zu vernachlässigen, macht Emilias Roman auf besonders eindrucksvolle Art deutlich. Dieser erfuhr das gewünschte Happy-End, mit dem der Leser wahrlich nicht mehr rechnen konnte.

~MR

Buch Informationen

Autorin: Emilia Licht

Verlag: Amrun Verlag

Genre: Romantik

ISBN 978-3-94-472943-5

Rezension „Das Eisrosenkind von Michael E. Vieten

Verlagsinfo, Klappentext

„Der Mensch glaubt, er hofft, und er irrt.

Ein kalter Morgen im März. Eine gefrorene Kinderleiche am Moselufer. Eisige Farinade verziert das kleine Gesicht. Ist das die achtjährige Rosalia, nach der die Trierer Kriminalpolizei verzweifelt sucht? Ist sie im Nachtfrost erfroren oder verbirgt sich ein noch viel schrecklicheres Geheimnis hinter der Schönheit des Grauens? Nach seinem ersten Psychokrimi „Christine Bernard – Der Fall Siebenschön“ veröffentlicht Michael E. Vieten nun einen weiteren mörderischen Fall, bei dem Kommissarin Bernard mit den dunkelsten und abgründigsten Seiten der Menschen konfrontiert wird. Ihre Ermittlungsarbeiten führen sie durch das winterliche Trier. Ein Thriller, der Gänsehaut verschafft – und das nicht nur aufgrund eisiger Temperaturen!

Ein neuer spannender Fall voller Hoffnung, Glaube und Irrtum für Kommissarin Christine Bernard.“

Seiten: 304

ISBN: 9783862824137

Acabus Verlag

Das Eisrosenkind von Michael E. Vieten, Cover mit freundlicher Genehmigung von Acabus Verlag

Das Eisrosenkind von Michael E. Vieten, Cover mit freundlicher Genehmigung von Acabus Verlag

 

 

Für mich ein toller Krimi, gruselig, spannend und gelungen.

Eigentlich  ist dies schon der zweite Fall in dem sich Kommissarin Christine Bernard beweisen muss. Ich selber habe den ersten Band nicht gelesen bin aber wirklich schnell mit Kommissarin Christine Bernard vertraut gewesen. Ich mag ja , wenn das Privatleben der Ermittler auch aufgegriffen wird. Das ist hier auch der Fall, aber es wirkt zu keiner Zeit dominant. Ich denke aber das mir die Gute so viel Spaß gemacht hat das ich „Der Fall Siebenschön“ ganz sicher noch „nachlesen“ werde.

Aber nun ein klein wenig zum Inhalt.

Die achtjährige Rosalie verschwindet spurlos aus dem Kinderhort. Allein dies ist schon mal eine ganz grauenvolle Vorstellung. Leider gibt es überhaupt keine Spuren oder Hinweise.

Später findet die Trierer Polizei ein kleines totes Mädchen, eisig gefroren hat sie ihre Schönheit bewahrt. Ist dies etwa Rosalie?

Für Margit Lemke , Rosalies Mutter war es nie leicht im Leben, Rolf Lemke hat sie während der Schwangerschaft verlassen und er scheint auch nichts von seinem Kind wissen zu wollen. Ist das wirklich so? Oder ist er vielleicht die Unterhaltszahlungen leid?

Christine Bernard, die sich in der Männerwelt recht gut durchsetzen kann, Torsten Kluge, mit dem sich Christine wirklich gut versteht und Jörg Rottmann, der eher der harte Kerl des Trios ist, müssen sich wirklich anstrengen um diesen Fall zu lösen.

Der Schreibstil ist klasse und ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Immer wieder hatte ich mal das Gefühl zu wissen wie sich alles abgespielt hat um dann letztendlich doch vom Ende überrascht zu werden. Ich hatte lange den falschen im Visier 😉

Michael E. Vieten hat in diesem Krimi ein brisantes Thema gewählt, aber ich finde er hat die Geschichte sehr einfühlsam und sinnig aufgebaut. Hier wird nicht mit blutrünstigen Aufzählungen die Spannung aufgebaut, sondern schlicht und einfach über die Verstrickungen der Personen.

 

Ich möchte bitte mehr !

Bewertung: 5 Sterne

~BL

Rezension „Sicht Unsichtbar“ von Gabriela Kasperski

Verlagsinfo, Klappentext

„Der dritte Fall für Schnyder&Meier
Ein Paar in der Krise. Ein Dorf im Ökorausch. Eine Leiche am See. Verseuchte Geheimnisse und eine tragische Familiengeschichte. Wer hat Pensionsbesitzer Johan Havemann erschlagen? Der Verdacht fällt auf den Ranger des Naturschutzgebiets Silberbirke, doch das gewinnorientierte Luxus-Öko-Projekt VillageGreen bringt verseuchte Geheimnisse und eine tragische Familiengeschichte zutage. Der begeisterte Vater Werner Meier ermittelt mit Hexenschuss und Snugly, während sich Zita Schnyder, geplagt von der ultimativen Provinz-Krise, in die Pension Seeblick am idyllischen Greifensee zurückzieht, ausgerechnet dorthin, wo alle Fäden zusammenlaufen.“

Seiten: 408

ISBN 978-3-95645-767-8

Storybakery

Sicht Unsichtbar von Gabriela Kasperski, Cover mit freundlicher Genehmigung von Storybakery

Sicht Unsichtbar von Gabriela Kasperski, Cover mit freundlicher Genehmigung von Storybakery

 

Dies ist der dritte Fall für Schnyder&Meier, für mich war es die erste Begegnung :-)

Chronologische Reihenfolge

Die gefallene Schneekönigin.

Besondere Umstände

Sicht Unsichtbar

Ich möchte meinen das man hier auch gut quereinsteigen kann, ich hatte keine Probleme mich an Schnyder & Meier zu gewöhnen. Ob ich jetzt allerdings die ersten beiden Fälle noch nachlesen werde, kann ich im Moment nicht mit Sicherheit sagen.

Der Anfang des Buches ist schon ein wenig ungewöhnlich, eine Fliege findet die Leiche und erkundet sie, dieser Einstieg hat mir wirklich „gut“ gefallen. Einfach mal was anderes 😉 Und schon ist man als Leser eigentlich mittendrin im Geschehen, das hat Gabriela Kasperski schon gut eingefädelt.

Zunächst lernt man eine Menge Protagonisten kennen und man muss sich erst mal ein wenig einlesen um zu wissen wer, warum und weshalb. Ist dies geschafft kommt das Lesevergnügen ganz automatisch. Man erfährt wirklich viel von den verschiedenen Figuren, vielleicht in manchen Momenten sogar zu viel? Mir persönlich gefällt das aber recht gut, ich mag es wenn es bei einem Krimi nicht nur um die reine Ermittlerarbeit geht. Da soll schon auch das Privatleben der Ermittler eine Rolle spielen, das macht die Hauptpersonen erst wirklich rund für mich. Doch jeder Leser hat einen anderen Anspruch an einen Krimi. Wer den klassischen Krimi sucht, der ist hier vielleicht nicht so gut aufgehoben aber wer gerne „etwas mehr“ möchte, der sollte hier zugreifen.

Die Figuren sind durchweg sehr tiefgründig angelegt und es ist wirklich spannend die verschiedenen Verwicklungen zu verfolgen. Auch die Beschreibungen von der Landschaft hat mir gefallen, auch dies ist ein wichtiger Punkt für mich um eine Geschichte abzurunden. Durch die verschiedenen Handlungsstränge muss man sich beim Lesen aber schon ein wenig konzentrieren um alles immer richtig mit zu bekommen. Also mal schnell die eine oder andere Seite überfliegen ist da nicht drin, schon hat man den Anschluss verpasst 😉

Auch wenn ich denke dass es sich bei diesem Buch um keinen „normalen“ Krimi handelt , wird mit Leichen nicht gespart. 3 Tote in drei Tagen, das will schon was heißen. Damit ist der Tagesablauf für Kommissar Meier eigentlich schon gut gefüllt, aber da gibt es ja auch noch Kind und Kegel…

Ein tolles Buch, welches mich gut unterhalten hat. Am Ende gelingt es der Autorin die verschiedenen Handlungsstränge miteinander zu verbinden und den Fall schlüssig aufzuklären.

Bewertung: 4 Sterne

~BL

Rezension „Spreewaldgrab“ von Christiane Dieckerhoff

Verlagsinfo, Klappentext

„Polizistin Klaudia Wagner lässt sich vom hektischen Ruhrgebiet in den idyllischen Spreewald versetzen. In Lübbenau ist es allerdings wenig beschaulich. Zwischen den Kanälen und Fließen verbergen sich Geheimnisse und nie vergessene Schicksale. So auch in ihrem erstem Fall: Ein Unternehmer wird tot aufgefunden, seine Geliebte ist verschwunden. Dann findet Klaudia tief im Wald vergraben das Skelett einer jungen Frau. Regen und Nebel ziehen im Spreewald auf und Klaudia droht, sich bei den Ermittlungen selbst zu verlieren. Sie muss erkennen, dass die Idylle nicht nur trügt, sondern eine teuflische Kehrseite hat.“

Seiten: 352

ISBN:  9783548287607

Ullstein Buchverlag

 

Spreewaldgrab ist Christiane Dieckerhoffs Debüt.

Ich habe zu diesem Krimi gegriffen, da mich der Spreewald sehr interessiert 😉  Ich habe bereits die eine oder andere Doku gesehen und wollte schon immer einmal dort hin fahren. Da es dazu leider  bisher noch keine Gelegenheit gab, wollte ich mich zumindest literarisch schon mal in der Region umsehen 😉

Klaudia Wagner hat sich von ihrem Partner getrennt, die Trennung verlief sehr unschön und Klaudia hat daraufhin auch noch das eine oder andere gesundheitliche Problem. Da ihr alles zu viel wird, lässt sie sich vom Ruhrgebiet in den Spreewald versetzten. Ich würde pauschal mal sagen, zwei Welten prallen aufeinander 😉

Leider wurde die Gegend vom Spreewald nur angedeutet und ich hätte mir schon ein wenig mehr Randinfo gewünscht.

Anfänglich hatte ich auch einige Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen, ich mag es ja immer sehr gerne wenn die Protagonisten gut und ausführlich beschrieben werden, allerdings war mir dies hier am Anfang deutlich zu sehr im Vordergrund. Viele Personen tauchen auf und werden in die Stories eingeführt, ich konnte oft nicht wirklich den Zusammenhang herstellen. Aber im weiteren Verlauf konnte ich mich dann doch einfinden.

Klaudia hat es auch nicht leicht in ihrer neuen Dienststelle, nicht nur dass sie von den neuen Kollegen genauestens beäugt wird, auch der erste Fall hat es gleich in sich.

 

Klaudia ist eine Protagonistin mit Ecken und Kanten und ihre Art und Weise ist nicht so ganz eindeutig, aber ich habe irgendwie doch gefallen an ihr und dem restlichen Team gefunden. Ich würde mich freuen, wenn es einen weiteren Fall geben würde. Da geht in meinen Augen ganz sicher noch mehr 😉

Bewertung: 4 Sterne

~BL

Rezension „Wir sind Cyborgs“ von Alexander Krützfeld

Verlagsinfo, Klappentext

„Dieses Buch geht unter die Haut 
„Wenn wir als Spezies überleben wollen, dann müssen wir anfangen, in neue Richtungen zu gehen.“ Tim Cannon, Grindhouse Wetware, U.S.A.
Nie war die Bindung zwischen Mensch und Maschine enger als jetzt. Schon bald werden Bauarbeiter mit Exo-Skeletten riesige Stahlträger in die Höhe wuchten, per Chip werden Nervenleiden einfach ausgeschaltet und Haustüren geöffnet werden. Schon bald könnten wir perfekt, schon bald könnten wir Cyborgs sein.
Die schöne neue Welt – ist sie wirklich so nah? Und wollen wir sie überhaupt?
Alexander Krützfeldt trifft die wichtigsten Cyborg-Pioniere und zeichnet ein Panorama von großen Hoffnungen und berechtigten Ängsten.“

Seiten: 192

ISBN: 978-3-351-05024-5

Blumenbar Verlag

Wir sind Cyborgs von Alexander Krützfeld, Cover mit freundlicher Genehmigung von Blumenbar

Wir sind Cyborgs von Alexander Krützfeld, Cover mit freundlicher Genehmigung von Blumenbar

Ein spannendes Buch hat Blumenbar hier unter die Menschen gebracht. Cyborgs, wenn man diesen Begriff hört denkt man an eine Science Fiction Serie im Fernsehen, so ging es mir jedenfalls im ersten Moment.

Hier beschäftigt sich der Autor Alexander Krützfeld aber mit dem hier und jetzt. Es gibt bereits mehr Menschen die der Begriff Cyborg trifft, als man denkt. Hier kann man dann durchaus auch schon mal das eine oder andere medizinische Hilfsmittel einbeziehen, welches im Körper eines Menschen integriert wurde.

Man merkt, das der Autor eine journalistische  Ausbildung hat. Er schreibt dieses Buch in einem lockeren und flüssigem Schreibstil, aber er verpackt in den Sätzen auch jede Menge Recherche und Wissen. Mich hat es fasziniert mitzuerleben wie der Autor „echte“ Cyborgs trifft, wie es ihm gelingt sich mit den Menschen vertraut zu machen und seine Fragen zu stellen. Im ersten Moment ging mir durch den Kopf „Was sind dass denn nur für Freaks?“. Aber im Laufe des Buches ändert sich meine Sichtweise deutlich.

Der technische Fortschritt geht immer schneller und weiter, ich denke wir dürfen uns in der Zukunft durchaus mit dem Thema vertraut machen. Das man mit diesem Thema kritisch umgehen sollte, liegt für mich ziemlich Nahe, denn wie auch bei vielen anderen technischen Neuerungen kann auch hier eine Menge Unfug gemacht werden. Ich will ganz sicher nicht von meiner Krankenkasse, meinem Arbeitgeber oder sonst Irgendwem mit Hilfe eines Chips kontrolliert und gecheckt werden. Doch wie sieht es aus bei jemandem der vielleicht alleine lebt, krank ist…er könnte eventuell mit Hilfe einer direkten Verbindung via Chip eine schnelle Hilfe im Notfall erhalten… Es gibt daher auch hier wie immer und überall ein für und wieder. Sinnvoll eingesetzt und ausgebaut kann eine Verschmelzung zwischen Mensch und Maschine bestimmt eine Bereicherung sein. In den falschen Händen allerdings….

Mir hat der Blick hinter die Kulissen richtig gut gefallen und das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht.

Das Titelbild hätte mich im Buchladen jetzt nicht wirklich zum näheren hinsehen verführt, aber der Titel hat es dann geschafft 😉

Bewertung: 5 Sterne

~BL

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